Freunde der Stadtbücherei Haltern am See e.V.

Termine 2020

Veranstaltungen (auch anderer Institutionen)

 

05.01.2020

17.00 Uhr

Literatur im Spieker

Mein einzig geliebtes Herz
Emilie und Theodor FONTANE - Ausgewählte Briefe


Im Oktober des Jahres 1850 heiratet der ehemalige Apotheker und angehende Schriftsteller Theodor Fontane (1819-1898) die fünf Jahre jüngere Emilie Rouanet-Kummer. Über einen Zeitraum von fast 50 Jahren ist ein in der Geschichte der deutschen Literatur beispielloser Briefwechsel entstanden, dessen Umfang von 751 Briefen außerordentlich ist. Die Briefe müssen die ganz alltäglichen ehelichen Gespräche ersetzen, da Fontane häufig von zu Hause fort ist: Zeitungskorrespondent in London, wiederholte Reisen nach England und Schottland, notwendige Genesungsurlaube und nicht zuletzt die berühmten „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“. Die Lesung „Mein einzig geliebtes Herz“ beleuchtet zwei wichtige Epochen im Leben der Eheleute Fontane und zwar die Jahre 1852 und 1870, die nicht nur die Beziehung und den Charakter der beiden Schreibenden' beispielhaft porträtieren, sondern auch Krisen und Wendepunkte in ihrem wechselvollen, gemeinsam­getrennten Leben markieren,

mit SABINE VAN AHLEN, Vorleserin

16.01.2020 19.30

Lesung Tamina Kallert

in der Erlöserkirche, Hennewiger Weg 2

Eintritt 15 Euro

AUSVERKAUFT

02.02.2020

17.00 Uhr

Literatur im Spieker

Der Humor ist der Knopf, der verhindert, daß uns der Kragen platzt
Joachim RINGELNATZ & Günter NEHM

„Eine Lanze für diesen Dichter (Joachim Ringelnatz) brechen zu wollen, hieße Ringel nach Natz tragen“, hat einmal der Dichter Robert Gemhardt über den Dichter Joachim Ringelnatz gesagt. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen, außer vielleicht, daß Herr Ringelnatz (1883-1934) Zeit seines Lebens nicht nur unzählige Gedichte geschrieben hat, sondern auch zahlreiche Geschichten (von absurd über humorvoll bis melancholisch). Davon gibt es einige zu hören. Und wie es der Zufall will, hatte der Dichter Robert Gemhardt auch bei dem Dichter Günter Nehm (1926-2009) sozusagen seine Finger im Spiel. Er war es, der ihn erstmals - mit einem fulminanten Artikel in der NZZ - einer breiten Öffentlichkeit bekannt machte. Herr Nehm hat allerdings keine Geschichten geschrieben, dafür um so mehr Gedichte (von absurd über humorvoll bis...nein, nicht melancholisch, eher lustig). Davon gibt es einige zu hören.

01.03.2020

17.00 Uhr

Literatur im Spieker Candide
Francois -Marie Arouet = VOLTAIRE


Voltaire (1694-1778) gilt als der bedeutendste Schriftsteller seiner Zeit. Er hat ein ganzes Zeitalter geprägt als leidenschaftlicher Aufklärer, der gegen Aberglaube und soziale Mißstände, gegen Heuchelei und Engstirnigkeit zu Felde zog - bewaffnet nur mit seiner Feder. Der 1759 - zunächst anonym - erschienene Roman „Candide oder der Optimismus“ ist Voltaires bekanntestes Buch. Im Stil eines Schelmenromans, aber mit philosophischem Tiefgang, erzählt der Roman von den turbulenten Abenteuern des jungen Candide (der „Reine“ oder der „Treuherzige“), der auf der Suche nach seiner geliebten Kunieunde so viel Mißgeschick erleiden muß. daß sein fester Glaube an die gut eingerichtete Welt ganz schön ins Wanken gerät. Mit anderen Worten: „Eine Reise um die Welt auf 80 Seiten als großes Weltkino in blitzschnellen Bildern, mit tragischen Abgründen und komischen Effekten wie aus einem Buster-Keaton-Film“ (Hanjo Kesting, NDR). Natürlich ist der Roman nicht komplett zu hören - das würde den zeitlichen' Rahmen sprengen - aber doch manches prägnante Kapitel. mit KATHARINA FABRI, Violine

17.03.2020

19.30 Uhr

Prof. Ines Geipel

Umkämpfte Zone - Mein Bruder, der Osten und der Hass

eine Veranstaltung im LWL-Römnermuseum an der Weseler Straße

Fremdenfeindlichkeit und Hass auf "den Staat": Verlieren wir den Osten Deutschlands?
Das Buch sucht Antworten auf das Warum der Radikalisierung, ohne die aktuell bestimmende Opfererzählung nach 1989 zu bedienen. Es erzählt von den Schweigegeboten nach dem Ende der NS-Zeit, der Geschichtsklitterung der DDR und den politischen Umschreibungen nach der deutschen Einheit. Verdrängung und Verleugnung prägen die Gesellschaft bis ins Private hinein, wie die Autorin mit der eigenen Familiengeschichte eindrucksvoll erzählt.

Seit 2015 haben sich die politischen Koordinaten unseres Landes stark verändert - insbesondere im Osten Deutschlands. Was hat die breite Zustimmung zu Pegida, AfD und rechtsextremem Gedankengut möglich gemacht? Ines Geipel folgt den politischen Mythenbildungen des neu gegründeten DDR-Staates, seinen Schweigegeboten, Lügen und seinem Angstsystem, das alles ideologisch Unpassende harsch attackierte. Seriöse Vergangenheitsbewältigung konnte unter diesen Umständen nicht stattfinden. Vielmehr wurde eine gezielte Vergessenspolitik wirksam, die sich auch in den Familien spiegelte - paradigmatisch sichtbar in der Familiengeschichte der Autorin. Gemeinsam mit ihrem Bruder, den sie in seinen letzten Lebenswochen begleitete, steigt Ines Geipel in die »Krypta der Familie« hinab.
Verdrängtes und Verleugnetes in der Familie korrespondiert mit dem kollektiven Gedächtnisverlust. Die Spuren führen zu unserer nationalen Krise in Deutschland.

"Geipel aber verknüpft die eigene Familiengeschichte so gekonnt und kühl mit der Geschichte der DDR, wechselt derart einleuchtend zwischen intimen Mikro- und historischen Makrokosmos hin und her, dass daraus ein beeindruckendes Buch über die jahrzehntelange Mehrfachvergletscherung einer Gesellschaft wurde."
Alex Rühle, Süddeutsche Zeitung, 01.03.2019
Eine Kooperationsveranstaltung der Stadtbücherei Haltern am See, den Freunden der Stadtbücherei und der VHS.

Unkostenbeitrag 5 €

03. März 2020

19.00 Uhr

Die zerrissene Republik

Wirtschaftliche, soziale und politische Ungleichheit in Deutschland

Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Christoph Butterwegge

Dienstag, 3. März 2020 19.00 Uhr im Alten Rathaus Haltern am See


Seit geraumer Zeit ist die wachsende Ungleichheit das Rardmalproblem unserer Gesellschaft, wenn nicht der gesamten Menschheit. Während daraus im globalen Maßstab ökonomische Krisen, Kriege und Bürgerkriegeresultieren, die wiederum größere Migrationsbewegungen nach sich ziehen, sind in Deutschland der gesellschaftliche Zusammenhalt und die repräsentative Demokratie bedroht. Daher wird nicht bloß thematisiert, wie sozioökonomische Ungleichheit entsteht und warum sie zugenommen hat, sondern auch, weshalb die politisch Verantwortlichen darauf kaum reagieren und was getan werden muss, um sie einzudämmen. Prof. Dr. Christoph Butterwegge lehrte von 1998 bis 2016 als Politikwissenschaftler und Armutsforscher an der Universität zu Köln. Er ist u.a. Mitglied der Forschungsstelle für interkulturelle Studien. Er gehört keiner Partei an, kandidierte aber für die Linken 2017 für das Amt des Bundespräsidenten.
Veranstalter: Freunde der Stadtbücherei Haltern am See e.V., Haltemer Forum für Demokratie, Respekt und Vielfalt, iWiPo e.V.


Eintritt: 5 €

05.04.2020

17.00 Uhr

Literatur im Spieker

Tolldreiste Geschichten Honore de BALZAC


Honore de Balzac (1799-1850) ist neben Moliere und Victor Hugo einer der berühmtesten französischen Dichter der Weltliteratur. Als Schriftsteller war er äußerst produktiv. Allein sein Hauptwerk - der Romanzyklus „Die menschliche j Komödie“ - umfaßt 88 Bände mit Erzählungen und Romanen. Daneben gelten auch seine „Tolldreisten Geschichten“ als Meisterwerke deftiger und frivoler Erzählkunst. Balzac lehnt sich mit diesen Geschichten erkennbar an die pointenreiche und kraftvolle wie derb-groteske Sprache der Renaissance an. Auf eine kurzweilige, brillante und phantasievolle Art, gewürzt mit einem gepfefferten Witz, entlarvt er die Arroganz und die oftmals skandalöse Scheinmoral der sogenannten „feinen“ Gesellschaft. Dreißig Geschichten insgesamt - zwischen 1832 und 1837 erschienen - umfaßt die Sammlung. Aus verständlichen Gründen hören Sie aber nur zwei oder drei Geschichten, die aber auf jeden Fall unverfälscht und unzensiert!

06.09.2020

17.00 Uhr

Literatur im Spieker

Sag, bekomme ich Flügel auch im Leben Hans Christian ANDERSEN


Die Collage aus Märchen, Notizen und biographischen Berichten über den Dichter Hans Christian Andersen (1805- 1875) zeigt auf spannende und unterhaltsame Weise, über welch erstaunliches Erzählspektrum Andersen verfügte: von anmutig, zart, traurig über witzig und verschmitzt bis unheimlich, schräg und satirisch. Dabei wird deutlich, wie viel von Andersen selbst, von seinem merkwürdigen, abenteuerlichen Leben, seinem Geist und seiner Zeit in den Märchen steckt. So wird der Dichter lebendig: als rastlos Reisender, als Hypochonder, als stets um Anerkennung und Liebe Ringender, der seinen erwachsenen Zeitgenossen oft verschroben und schwierig erschien, Kindern jedoch ein stets willkommener Gast war. Andersen wartete fast ein ganzes Leben auf den ersehnten literarischen Erfolg, weil Kritiker und Pädagogen seinerzeit verdrießlich die fehlende Moral und Unterweisung in den Märchen beklagten. Heute denkt man Gott sei Dank ganz anders darüber,

mit SABINE VAN AHLEN, Vorleserin

04.10.2020

17.00 Uhr

Literatur im Spieker

Wo kommen die Löcher im Käse her Kurt TUCHOLSKY

Kurt Tucholsky (1890-1935) zählz zu den bedeutesten Publizisten der Weimarer Republik. Er war ein äußerst vielseitiger Schriftsteller: Romane, Satiren, Essays, Gedichte, Texte für Lieder und fürs Kabarett. Er war aber auch ein politisch engagierter Journalist und Kritiker. In einer recht stürmischen Zeit warnte er unermüdlich vor rechten Tendenzen und vor der Bedrohung durch den Nationalsozialismus. Heute können Sie den satirischen Kurt Tucholsky mit einigen seiner frühen Glossen und Grotesken erleben, die - mit spitzer Feder zu Papier gebracht - auf leichte Art und Weise u.a. erklären, wie wohl der Erfinder des Reißverschlusses aussieht oder welche Rezepte am besten gegen die Grippe helfen oder wo die Löcher um Käse herkommen. „Was darf Satire?“ fragte Tucholsky einmal. „Alles! “ war die Antwort, die er sich selber gab. Und der Verleger Emst Rowohlt sagte über seinen Autor: „Er hat eine scharfe Zunge!“


mit KATERINA KREY, Piano & SVEN KREY, Saxofon

01.11.2020

17.00 Uhr

Literatur im Spieker

Der Kongress tanzt Alfred POLGAR


Alfred Polgar (1873-1955) ist auf keiner Bestsellerliste zu finden, weil es zu seinen Lebzeiten solche Listen auch noch gar nicht gab, aber er hat einen bedeutenden Platz in der Geschichte der Literatur des 20. Jahrhunderts. Er war Schriftsteller, Kritiker, Übersetzer, Feuilletonist und Aphoristiker. Für die „Wiener Allgemeine Zeitung“ arbeitete er als Redakteur, schrieb außerdem für das „Berliner Tageblatt“, die „Weltbühne“ und die „Schaubühne“. Mit seinen Freunden und Kollegen traf er sich oft im Wiener „Cafe Central“, wo viele seiner Geschichten, Glossen und Feuilletons entstanden, von denen eine vielfältige Auswahl gelesen wird. 1933 emigrierte Alfred Polgar in die USA und arbeitete u.a. als Drehbuchautor für Metro-Goldwyn-Mayer. 1949 kehrte er nach Europa zurück. Kurt Tucholsky nannte ihn den „feinsten und leisesten Schriftsteller unserer Generation“. Alfred Polgar verstand es, in seinen Texten in unvergleichlicher Art - nämlich immer mit einem gütigen Lächeln - Engagement mit Distanz zu verbinden.

06.12.2020

17.00 Uhr

Literatur im Spieker

Nußknacker und Mausekönig E.T.A. HOFFMANN


1816 erschien die wundersame Erzählung „Nußknacker und Mausekönig“ von E.T.A. Hoffmann (1776-1822), und bis heute hat diese nichts von ihrer geheimnisvollen Faszination verloren. Immer noch gilt sie als eine der schönsten Weihnachts­geschichten der klassischen deutschen Literatur, was nicht zuletzt auch zahlreiche und schön illustrierte Buchausgaben unter Beweis stellen. Marie und Fritz, die Kinder des Medizinalrates Stahlbaum, erleben in den Weihnachtstagen ein schier unglaubliches Abenteuer mit dem nicht geraden hübschen, aber liebenswerten Nußknacker, der - neben anderen Geschenken - unter dem Weihnachtsbaum stand. Und dann sind da noch ein siebenköpfiger Mausekönig, eine Husarenarmee, die Prinzessin Pirlipat und viele andere merkwürdige Gestalten.


mit FANNY HERBST, Harfe

 

Informationen zu: Literatur im Spieker

Spiekergespräche (in der Regel am letzten Mittwoch im Monat um 18.00 Uhr)

Es handelt es sich um Gesprächsrunden, bei denen eingangs das Thema des Tages jeweils in einem Kurzvortrag vorgestellt wird. In einem zweiten Teil schließt sich eine Diskussionsrunde an, an der sich alle Anwesenden beteiligen und einbringen können. Der Eintritt ist frei. Gäste und Freunde sind immer willkommen. Die Spiekergespräche werden gefördert durch den Verein Heimathaus Haltern am See e.V.

 

 

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