Freunde der Stadtbücherei Haltern am See e.V.

 

Historische Buchbestände und Bibliotheken im Vest (Kreis) Recklinghausen

1. Historische Lehrerbibliothek des Gymnasium Petrinum in Recklinghausen

Gymnasium Petrinum Recklinghausen

Das nach dem Apostel Petrus benannte Gymnasium ist eine der ältesten Schulen Westfalens. Das Gründungsdatum ist unbekannt, da das Schulgebäude beim großen Stadtbrand 1500 vollständig vernichtet wurde, aber man kann davon ausgehen, dass nach der Verleihung der Stadtrechte 1236 auch bald der Wunsch nach einer Lateinschule aufkam. 1421 finden wir eine erste Erwähnung im Archiv der Familie Westerholt, und sie bezieht sich auf eine schon bestehende Schule. Als 1642 ein Franziskanerkloster gegründet wurde, gab es bald Bestrebungen, diesem die Lateinschule zu übertragen, aber der Rat der Stadt leistete lange Widerstand, und erst 1730 wurde sie, auch auf Drängen des Landesherrn, in eine Klosterschule umgewandelt.

Mit der Säkularisation 1803 endete dann auch diese Phase. 1814 übernahmen die Preußen das Vest und stellten die Schule 1820 unter staatliche Aufsicht. 1822 wurde sie Progymnasium, und schon vier Jahre später wurde der weitere Ausbau genehmigt. 1829 bestanden dann die ersten sechs Schüler das Abitur. Einer der frühen Abiturienten war Heinrich Bone aus Drolshagen (1831), später Direktor des Petrinums (1856-59), dessen Kirchenlieder wir heute noch in den Gesangbüchern finden.

Das Petrinum ist eine der ersten Abiturschulen, und das frühe Datum verdankt es sicherlich dem Gymnasialfonds, den der Kurfürst hier 1793 zur Verbesserung des Schulwesens errichtet hatte. Nach einigen Zustiftungen konnten daraus die Gehälter der Lehrer bezahlt werden, und das war natürlich ein Glücksfall sowohl für die Stadt als Schulträger wie auch für die Aufsichtsbehörde in Münster. Heute werden die Lehrer am Petrinum natürlich vom Land besoldet, aber der Gymnasialfonds spielt immer noch eine segensreiche Rolle, denn er dient u.a. dem Erhalt der Gymnasialkirche und der historischen Schulbibliothek.

Die historische Lehrerbibliothek des Gymnasium Petrinum

Die alten Gymnasien hatten wertvolle Bibliotheken, die aber in der Regel nicht erhalten sind, weil sie entweder im Krieg zerstört oder aus den Schulen ausgelagert wurden. Das Petrinum hatte Glück im Unglück, denn im November 1944 wurde nur der damalige Altbau von Brandbomben getroffen, während der Neubau mit seiner Bibliothek verschont blieb. Und es hatte zudem den Vorteil, dass sich immer wieder Kollegen gefunden haben , die sich für den Erhalt der Buchbestände engagierten, und so ist diese historische Lehrerbibliothek erhalten geblieben. Ab 1999 übernahm die Universitätsbibliothek Münster die systematische Aufarbeitung und konservatorische Betreuung der Bücherei und die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung finanziert diese Maßnahme. Die Stadt gab dem Gymnasialfonds einen neuen Stiftungszweck und sicherte damit den weiteren Unterhalt.

Die „Alte Lehrerbibliothek“ umfasst etwa 10.000 Bände, davon 800 besonders wertvolle. Etwa 40 Bücher stammen aus dem 16. und mehr als 700 aus dem 17. und 18. und der Hauptteil aus dem 19. Jahrhundert. Von der alten Klosterbücherei und der Vestischen Schulbibliothek von 1798 sind allerdings nur geringe Bestände erhalten, da die wertvollen Exemplare in der Folge der Säkularisation von staatlich Beauftragten verkauft wurden. Den Grundstock der Bibliothek bilden deshalb Zukäufe und Spenden aus dem 19. Jahrhundert. Am Anfang standen 350 Bände, die der erste Direktor (1829-1832) mit einer Zuwendung des Herzogs von Arenberg erwarb.

Heute ist die Bibliothek auch für die Öffentlichkeit zugänglich. Sie ist natürlich eine Schatzkammer für den Bücherfreund und ein Studienort nicht nur für Pädagogen. Wir sollten uns aber auch dessen bewusst sein, dass in der Zeit vor der maschinellen Papierherstellung ein Buch einen so hohen Wert darstellte, dass es noch keine Lehrbücher für Schüler gab und dass die Lehrer ihr Studienexemplar aus der Bibliothek ausleihen mussten. Die Bibliothek war somit die Quelle des Lehrerwissens und die Grundlage der Schulbildung.

 

Historische Lehrerbibliothek des Gymnasium Petrinum (MIAMI der Uni Münster)

Fabian-Handbuch

 

2. Die Sammlung Westerholt-Gysenberg im Stadtarchiv Bottrop

Historische Büchersammlung Westerholt-Gysenberg: ca. 6.500 Bände aus dem 16. bis 20. Jahrhundert.


Öffnungszeiten: Di., Do., Fr. 10:00-12:00 u. 14:00-16:00, Mi. 10:00-12:00
Trägerschaft: Stadt Bottrop, Kontakt: Leiter(in)/Direktor(in) Heike Biskup
Blumenstraße 12-14
46236 Bottrop
Telefon: 02041 703754
Fax: 02041 703833
E-Mail
: stadtarchiv@bottrop.de

Die Sammlung Westerholt-Gysenberg im Stadtarchiv Bottrop (ULB Münster)

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