Freunde der Stadtbücherei Haltern am See e.V.

Vorankündigung: 2012 Klassik-Tour nach Berlin

Exkursionen

Exkursionen gehören einfach zum Vereinsleben dazu. Das gilt auch für die Freunde der Stadtbücherei Haltern am See. Konnte der noch junge Verein in den ersten Jahren seines Bestehens nur Tagesausflüge unternehmen, gelang es im letzen Jahr erstmals, eine mehrtägige „Kulturtour“ unter der Leitung unseres Vorstandsmitgliedes Josef Lehmkuhl nach Berlin auf die Beine zu stellen. Bisher wurden folgende Fahrten durchgeführt:

 

 

Kultur und KlassikTour ins weihnachtliche Berlin

„Das glaubt mir kein Mensch“, war der Kommentar eines Teilnehmers der vier-tägigen Berlinreise, die vom Förderverein der Stadtbücherei Haltern am See organisiert worden war, als der Reisebus am Mittwoch den 16.12.2009 um 19:30 wieder in Haltern ankam, und genau zu diesem Zeitpunkt die ersten Schneeflo-cken fielen und die Straßen glatt wurden.
Die „unglaubliche“ Reise von 45 kulturinteressierten Bürgern unserer Stadt begann am Sonntagmorgen um 8:30. Bereits am frühen Nachmittag war Berlin erreicht und somit noch Zeit für eine kurze Stadtrundfahrt, die am schönen, weihnachtlich geschmückten Gendarmenmarkt vor dem Hotel HILTON endete. Nach einem frühen Abendessen im HILTON ging es nochmals durch das mär-chenhaft erleuchtete Berlin mit einer großen Schleife über den illuminierten Kuhdamm, durch das Regierungsviertel und am imposanten Hauptbahnhof vor-bei zum Friedrichstadtpalast, wo der erste Tag mit „Winterträume“ – einem abwechslungsreichen Programm auf der größten Showbühne der Welt mit den berühmten 32 Girls – endete.
Der nächste Tag begann mit einem Besuch im Deutschen Historischen Muse-um im ehemaligen Zeughaus, dem ältesten Gebäude an der Prachtstraße Unter den Linden. Sachkundige Museumsführer gaben einen spannenden Einblick in die Deutsche Geschichte, die hier mit einem Exponat beginnt, das den Halter-nern ja bestens bekannt ist, nämlich mit einem Modell „unseres“ Römerlagers. Vieles gab es zu bestaunen, sogar den berühmten Hut von Napoleon.
Der Nachmittag stand dann für eigene Unternehmungen zur freien Verfügung, viele besuchten die Kuppel des Bundestages und/oder das Einkaufsparadies KaDeWe. Am Abend stand ein Konzertbesuch im naheliegenden Konzerthaus am Gendarmenmarkt auf dem Programm. Es spielte die Staatskapelle Berlin un-ter ihrem Ehrendirigenten Michael Gielen (82 Jahre). Auf dem Programm stan-den u.a. die selten gespielten Lieder „Aus des Knaben Wunderhorn“ von Gustav Mahler, die von den Solisten Petra Lang und Hanno Müller-Brachmann – beide gehören zu den führenden Sängern ihres Fachs – so intensiv gesungen wurden, dass viele Zuhörer tief berührt waren und ein Kritiker danach schrieb, das sei eines der schönsten Konzerte gewesen, die er jemals gehört habe.
Am folgenden Tag ging es in das gerade wieder eröffnete Neue Museum auf die Museumsinsel. Das durch den Krieg völlig zerstörte Gebäude wurde in Kombination mit modernen Architekturelementen unter der Leitung von David Chipperfield wieder aufgebaut und im Oktober 2009 eröffnet. Es beherbergt vor allem Originalexponate aus der Ägyptischen Kultur, wie die weltberühmte Büste der Nofretete, aber auch viele andere Kostbarkeiten, die von sachkundigen Archäologen in einer Exklusivführung präsentiert wurden.
Der Nachmittag stand für individuelle Aktivitäten rund um die Museumsinsel (Berliner Dom, Bode-Museum, Opernpalais) und zum Besuch des nostalgischen Weihnachtsmarktes an der Staatsoper zur Verfügung. Am Abend fuhr man in festlicher Kleidung zur Staatsoper, Mozarts Zauberflöte lockte. Die Inszenierung von August Everding, nach den historischen Bühnenbild-Entwürfen des Berliner Baumeisters Karl Friedrich Schinkel, hat inzwischen Kultstatus erreicht. Umju-belter Star des Abends war – neben vielen Fabelwesen – wieder Hanno Müller-Brachmann, der im grünen Federkostüm den Papageno sang. Mit einem letzten Nacht-Spaziergang zum naheliegenden Hotel, vorbei am Weihnachtszauber des Gendarmenmarktes, klang ein zauberhafter Tag – mit Melodien aus der Zauber-flöte im Kopf – schließlich aus.
Am nächsten Morgen war Berlin von Schnee eingezuckert. Die Fahrt nach Potsdam dauerte deshalb auf rutschigen Straßen etwas länger, was die Reisen-den wenig störte, denn sie wurden von der idyllisch verschneiten russischen Siedlung Alexandrowka in Potsdam verzaubert, die von Dr. Hermann Kremer aus Haltern als „Kulturerbe der Menschheit“ gerettet worden ist. Nach einer sehr informativen Museumsführung und kleiner Stadtrundfahrt – unter der Leitung der charmanten Susanne Baronin von der Osten-Sacken – (wann wird man schon mal von einer Baronin stadtgeführt?) und einem Mittagessen in dem ver-schneiten und weihnachtlich geschmückten Waldrestaurant Moorlake am Wannsee, galt es die Rückreise zu beginnen. Begleitet von klassischer Musik war man aus einer „anderen Welt“ nach sechs Stunden wieder zu Hause. Alle waren der Auffassung: so eine Reise machen wir gerne mal wieder.
Josef Lehmkuhl, der diese Reise mit Unterstützung seiner Frau und von Herrn Bernhard Köster organisiert und geleitet hatte, versprach, in jedem Jahr mit dem Förderverein der Stadtbücherei eine 4-tägige Kulturreise zu interessanten Zielen zu veranstalten, im nächsten Jahr wahrscheinlich nach Meiningen, Weimar und Dresden, und irgendwann auch wieder einmal nach Berlin.

Die Reiseleitung: Bernhard Köster und Josef Lehmkuhl
(Foto: Anneliese Kübber)

 

Bildergalerie

Das HILTON am Gendarmenmarkt

 

 

 

 

Friedrichstadtpalast

 


Weihnachtsbeleuchtung Unter den Linden

 

Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

 

Nostalgischer Weihnachtsmarkt am Opernpalais

 

Zeughaus mit dem Deutschen Historischen Museum

 

Neues Museum nach David Chipperfield

 

Büste der Nofretete

 

Konzerthaus am Gendarmenmarkt

 

Blick vom Konzerthaus-Balkon

 

 

Die Sänger des Mahler-Konzertes

Petra Lang

 

Hanno Müller-Brachmann

 

Staatsoper unter den Linden

 

Zauberflöte / Königin der Nacht

 

Alexandrowka

Das kleine Museum von Dr. Hermann Kremer

 

Abschied im Waldrestaurant Moorlake

 

Fotostrecke: Dr. Peter Schmidt

- Die Gruppe wohnte im Hotel „Hilton“ am Gendarmenmarkt

- Das Deutsche Museum bei Nacht

- Das Alte Museum

- Das Treppenhaus des Neuen Museums von David Chipperfield

- Der Weihnachtsmarkt vor unserer Haustür

- Allabendlicher Ausklang bei Bier und Wein

 

- Bericht der Halterner Zeitung vom 28.12.2009

 

Anlässlich der Grundsteinlegung der Recklinghäuser Franziskaner- und Gymnasialkirche vor 350 Jahren, am 16. Juni 1658, besuchten die Freunde der Stadtbücherei und der Halterner Verein für Altertumskunde und Heimatpflege die Gymnasialbibliothek des Petrinums.

 

Fotostrecke: Hans Stevermüer

- Empfang durch den amtierenden Schulleiter Detlef Klee,daneben sein Vorgänger Theo Schulte-Coerne

- Die Gruppe beim einführenden Vortrag

- Alte Bibliothek, moderne Regale.

- Die lange Ahnenreihe von Lehrerbibliothekaren der Gymnasialbibliothek

- Theo Schulte-Coerne am „Zimelienschrank“.

 

Ein Blick in die historische Lehrerbibliothek des Gymnasiums Petrinum -

Der Bibliotheksgründer Franz Wüllner

Franz Wüllner, der Schöpfer der alten Gymnasialbibliothek, wurde am 27. November 1798 in Eslohe (Sauerland) geboren. Wohl aus ärmlichen Verhältnissen stammend, absolvierte er nach Besuch der Normalschule (Volksschule) in Arnsberg einen Kursus, der ihn zum Unterricht an Normalschulen befähigte.

Bereits mit 16 Jahren erteilte er fortan als Hilfslehrer bei einem Schulvikar in Hellenfeld Unterricht. Nach zwei Jahren hatte er so viel Geld zusammengespart, dass er von 1816-1820 das Gymnasium in Arnsberg besuchen konnte. Nach dem Abitur wandte er sich nach Bonn, um dort ein Studium der Philologie aufzunehmen. Auf Grund seiner Leistungen erhielt er ein einjähriges Stipendium zum Besuch der Universität Berlin. In den insgesamt vier Jahren seines Studiums bildeten die klassischen Sprachen das Hauptfeld seiner Studien. Aber auch Geschichte, Philosophie, Kunst, praktische Poesie und Musik gehörten zu jenen Fächern, die er belegte. Im Herbst 1824 wurde er als Lehrer am Gymnasium zu Münster eingestellt, im darauffolgenden Jahr promovierte er in Bonn zum Doktor der Philosophie.

Nach vierjähriger Tätigkeit in Münster wurde Franz Wüllner am 20. Oktober 1829, im Alter von nur 30 Jahren, zum Direktor des Recklinghäuser Gymnasiums befördert. Tatkräftig widmete er sich von Anfang an der neuen Aufgabe.

Dazu gehörte für ihn auch die Einrichtung einer leistungsfähigen Schulbibliothek. Die schon vorgefundenen ca. 100 Bücher aus der Franziskanerzeit waren jedoch für Wüllners Intensionen völlig unzureichend. Es gelang ihm, den Herzog von Arenberg dazu zu bringen, für den Aufbau der Gymnasialbibliothek 600 Taler zu stiften. Dazu kamen 200 Taler aus dem Gymnasialfonds von 1793.

Im ersten Jahresbericht seiner Schule von 1829/30 dankte Wüllner nicht nur dem Spender, sondern legte auch offen, warum er den Aufbau einer profunden Schulbibliothek für unumgänglich hielt. Er schrieb: „Wir bedürfen einer Sammlung auserlesener deutscher Werke, um ihnen (den Schülern) sowohl zur Aufheiterung und Erholung in würdiger Weise als auch zur Erwerbung allgemeiner Bildung und zur Weckung des geistigen Lebens überhaupt das Nötigste zu bieten.“

Leider verließ Wüllner bereits im Herbst 1832 die vestische Hauptstadt in Richtung Düsseldorf, wo er ebenfalls eine Direktorenstelle übernahm. Hier wie dort wirkte er als Gelehrter auch schriftstellerisch und hinterließ bei seinem Tod am 22. Juni 1842 im Alter von nur 44 Jahren ein beachtliches wissenschaftliches Werk. Wüllners Weggang bedeutete jedoch nicht das Ende der Bibliothek. Im Gegenteil, in den ersten beiden Jahrzehnten des jungen Gymnasiums konnte die Lehrerbibliothek kontinuierlich, unter anderem durch Schenkungen, ausgebaut werden. Im Jahre 1839 umfasste sie bereits 1.800 Bände, im Jahre 1900 wurden 5.800 und in dem 1910 gedruckten Katalog 7.000 Bände gezählt. Heute verzeichnet die alte Lehrerbibliothek rd. 10.000 Bände, davon stammen 750 aus der Zeit vor 1800.

Etwa 90% der Bücher sind in deutscher Sprache geschrieben. Die größten fremdsprachigen Gruppen bilden die 615 Bücher in lateinischer und rd. 300 Bücher in griechischer Sprache. Daneben findet man noch geringe Bestände in Englisch, Hebräisch, Französisch und Italienisch.

Die Theologie ist insgesamt mit rd. 500 Bänden vertreten. Hier findet man neben lateinischen und deutschen Bibelausgaben zahlreiche Katechismen und Brevarien. Als ältestes Werk der Bibliothek gilt eine im Jahre 1516 in Basel gedruckte Werkausgabe des Hl. Hieronymus.

Die Abteilung Pädagogik und Schulwesen enthält pädagogische Handbücher, Didaktiken und Methodiken der einzelnen Schulfächer und zahlreiche kleinere Schriften zu Schulreform, Schulrecht, Bildungsfragen und standespolitischen Streitfragen.

Die Abteilung Deutsche Sprache umfasst mit annähernd 2.100 Bänden den umfangreichsten Bestand. Die Textausgaben deutscher Literatur bilden dabei mit ca. 1.500 Bänden die größte Untergruppe. Besonders gut vertreten ist die Literatur des 18. Jh. und der Jahrhundertwende vom 19. in 20. Jh.

Rd. 500 Bände umfasst die Altertums- und Kunstwissenschaft. Hier finden sich Schriften zu Mythologie, Religion, Kultur, Wirtschaft und Sittengeschichte der griechisch-römischen Antike.

An historischen Werken stehen dem Benutzer rd. 1.500 Bände zur Verfügung. Schwerpunkte bilden hier Werke zur Weltgeschichte, der römischen Geschichte und der Geschichte der europäischen Staaten.

Kleinere Abteilungen bilden die Gruppen Erdkunde, Naturwissenschaften, Sport und Musik sowie die Zeitschriften, die mit 100 Titeln in ca. 1.400 Bänden vertreten sind.

 

Die erste Exkursion der Freunde der Stadtbücherei Haltern am See wurde gemeinsam mit dem Verein für Altertumskunde und Heimatpflege zum westfälischen Hansetage nach Korbach mit einem Abstecher in die Fürstlich Waldecksche Hofbibliothek zu Arolsen durchgeführt.

Die Fürstlich Waldecksche Hofbibliothek in Bad Arolsen besitzt ca. 35.000 Bände, die auf fünf Räume verteilt sind. Ferner befinden sich 300 Landkarten, 500 Kupferstichwerke und mehrere tausend Einzelstiche im Besitz der Hofbibliothek. Eigentümer der Hofbibliothek ist die "Stiftung des Fürstlichen Hauses zu Waldeck und Pyrmont". Die seit 1840 nur noch sporadisch erweiterte Bibliothek enthält Literatur zu nahezu allen im 18. Jahrhundert relevanten Wissensgebieten. Ihre Schwerpunkte liegen jedoch eindeutig auf den Fächern Allgemeines, Geographie, Geschichte, Literatur und Militaria. Gewissermaßen die Keimzelle der Bibliothek waren die 400 Werke, Handschriften und Drucke, die 1576 bei der Aufhebung des nahe bei Arolsen gelegenen Augustiner-Chorherrenstift Volkhardinghausen an den Waldeckschen Hof kamen. 

Fotostrecke: Hans Stevermüer

- Schloss Arolsen

- Im linken Seitenflügel befindet sich die Hofbibliothek

- Im Hauptraum lauschten die Teilnehmer den Ausführungen der leitenden Bibliothekarin

- Bernhard Köster bedankt sich für Führung und Vortrag mit einem Buch aus Haltern.

 

 

13. – 16. Dezember 2009: Kultur und KlassikTour ins weihnachtliche Berlin

 

 

Vorankündigung: April 2011 Klassik-Tour nach Dresden

 

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