Freunde der Stadtbücherei Haltern am See e.V.

 

Mona Jüntgen: L-l-lissi will d-d-dazugehören. Köln: Demosthenes Verlag 2009, 52 Seiten

 

Die Autorin aus Haltern - und Mitglied der Autorengruppe TRAM, Recklinghausen - kennt sich mit Stottern aus. Sie hat selbst zwei Jahrzehnte gestottert, sagt sie. Mit diesem Buch hat sie für den Demosthenes-Verlag eine Geschichte für Kinder von 3 bis 10 Jahren (die Altersangabe ist vom Rezensenten geschätzt) verfasst, die in ihrer Schlichtheit packend ist und emotional unter die Haut geht.

Mona Jüntgen reiht ganz schlicht mehrere Situationen als kleine Geschichten aneinander, die für stotternde Kinder die typischen Stolpersteine sind, und die davon handeln, wie Lisa in der Schule und im Freundeskreis ausgelacht wird für ihre Versuche, sich unter Menschen auszudrücken. Das sind die banalen Situationen des Alltags, die für Stotterer manchmal ein Horror sind. Nichts wird an Möglichkeiten ausgelassen, wenn Jüntgen szenisch auch sehr einfühlsam aufzeigt, wo diese Kinder ihre Erfolgserlebnisse sammeln: bei verständnisvollen Erwachsenen und Kindern. Für den Realismus der Geschichte spricht vieles, aber sicherlich auch der Umstand, dass hier eine verständnisvolle Mutter gezeigt wird - Lisa aber trotzdem stottert.

Zu lesen ist die Geschichte sehr gut für Kinder - aber auch für Erwachsene, denen vor Augen geführt wird, wo stotternde Kinder ihre Probleme und ihre Hoffnungen haben. Insofern kann man das Buch nicht nur allen empfehlen, die von dem Problem in irgendeiner Weise betroffen sind. Es sei auch - und besonders - denjenigen ans Herz gelegt, die leichtfüßig in die Problematik stotternder Menschen eingeführt werden möchten. Eine ergreifende Geschichte ohne Schnörkel und Zeigefinger!

Norbert Kühne

 

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