Freunde der Stadtbücherei Haltern am See e.V.

 

Nachlese

VENAVIS - gezeichnete KINDER

Die Klasse 6F der Erich Kästner-Gesamtschule lud zu ihrer Ausstellung ein

Ein RÜCKBLICK, der viel AUSBLICK(e) schuf

(von Peter Gutsche)

"So auch in diesem Fall, in dem es um ein anspruchsvolles Projekt einer Schulklasse aus Essen-Steele geht, die sich künstlerisch mit dem Thema Leben, Tod und Trauer auseinandergesetzt hat. [...] Herausgekommen ist eine wunderbare Ausstellung von jungen Menschen, die ganz am Anfang ihres Lebens stehen und sich doch schon mit der für uns alle wohl schwierigsten Problematik unserer Endlichkeit auseinandersetzen mussten. [...] Das macht mich als Bürgermeister sehr stolz, und ich heiße euch, die Kinder aus Essen-Steele, herzlich willkommen. Ich freue mich auf eure Ausstellung."

(Bodo Klimpel, Bürgermeister der Stadt Haltern am See, zitiert im Ausstellungskatalog "Venavis - gezeichnete Kinder")

"Ich fand die Ausstellung sehr gut, denn die Leute, die da waren, waren alle sehr nett. Sie fragten uns viel und wollten alles zu den Venavis wissen. Und alle waren einfach nur beeindruckt. Ich möchte mich bei Frau Rettig und bei Herrn Köster bedanken, denn sie haben uns diese tolle Ausstellung ermöglicht. Herr Köster hat uns dann nämlich noch zum Dank Pizza ausgegeben - auch das war sehr nett."

(Levinia Buttelmann, Schülerin der Klasse 6F)

"Die Ausstellung VENAVIS - gezeichnete KINDER in der Stadtbücherei Haltern ist sehr gelungen und zu tiefst berührend. Es ist einfach überwältigend, wie eine so schöne Ausstellung auf einem doch sehr traurigem Schicksal aufbauen kann, und es eben auch schafft, so viele Welten miteinander zu verknüpfen. Es ist die etwas andere Trauerarbeit, die sogar verschiedene Kulturen überwindet und zugleich Leute faszinieren und gewinnen kann. Ein Stück westafrikanische Kultur, die es vielleicht auch in unsere Kultur schaffen könnte, Trauer erheblich fassbarer werden zu lassen."

(Vicky Teister, Abiturientin der EKG und Fotografin der Eröffnung)

"Als wir (die Klasse 6F) in den Raum kamen, waren wir alle total erstaunt. Ich habe dann mit meiner Mutter zuerst über die Venavis gesprochen. Als meiner Mutter gehen musste, habe ich meine Mitschüler bedient. Wir haben nämlich von Herrn Köster fünf große Pizzableche bestellt bekommen. Ich habe sechs Stück gegessen!"

(Renèe Behlau, Schülerin der Klasse 6F)

Am 22. Mai um 10.00 Uhr am Morgen war es endlich so weit.

Die mehr als einjährige Planung und Konzeption einer spannenden Ausstellungidee zeigte sich erstmals öffentlich, d.h. die Klasse 6F folgte in Begleitung ihrer Klassenleitung, Eva Henseleit und Peter Gutsche, der Einladung der Stadt Haltern am See. Wir alle folgten damit der Einladung des Bibliotheksleiter, Bernd Köster, der Einladung der Verlegerin, Gaby Rettig; folgten natürlich auch offiziell der Einladung der stellvertretenden Bürgermeistern, Frau Hiltrud Schlierkamp.

Eine Uhrzeit, die vermuten lässt, dass da eine Klasse mehr oder minder bei sich bleibt. Die Vermutung aber traf alles andere als zu.

In Gegenwart des Schulleiters, Herrn van Treeck, und der Didaktischen Leitung, Frau Nowak-Reeves, konnten die Kinder eine enorme Würdigung ihrer Zeichnungen und Texte und ihrer gemeinsam konzipierten Ausstellungsidee erfahren. Zu meinem persönlichen Rückblick gehören unglaublich viele Ausblicke, zu denen es in den Gesprächen mit den Besuchern kam. Zu allererst wurden wir durch nicht wenige Mütter begleitet, hier also galt der Blick den eigenen Kindern; die sich in Form von Zeichnungen und Texten sehr persönlich als Kinder zeigten; die sehr anspruchsvoll auf künstlerischer und literarischer Ebene Einblicke in ihr Erleben von Trauer boten. Angelika Müller, eine Besucherin der Eröffnung, sprach Gaby Rettig auf die Qualität der in ihrer Schreibwerkstatt initiierten Texte an und spiegelte größte Anerkennung, die der Arbeit von Gaby Rettig und damit natürlich zu allererst den Texten der Kinder galt. Aber auch Sammler wie Gustav Wilhlem und Birgit Schlothauer kamen, um nicht wenige ethnologische Fragen zum Kult rund um die Venavis zu beantworten. Aus späteren Rückmeldungen weiß ich, dass Tom Sauerbier, Neurologe und ebenfalls Sammler, so wie Günter Filla, Künstler und selbst der "Hausherr über eine eigene beeindruckende Sammlung von Venavis" die Ausstellung mit großer Berührung gesehen haben. Bernd Alles, ebenfalls Besucher der Ausstellung, fasste seinen Eindruck später so zusammen: "Respekt! Tolle Ausstellung!" Zu meiner Freude kam Rafael von Uslar (extra aus Berlin), um als Freund, Kurator und Sammler den Kindern und Jugendlichen in den Gesprächen zu begegnen. Nicht zuletzt er bot rückblickend den Eindruck, den da die Idee der Ausstellung und vor allem das Auftreten der Kinder der 6F machten: "Was sind das für aufgeschlossene Schüler. Ob nun die Kinder oder die Abiturienten, die sich da über Stunden so offen und höflich als Schüler präsentierten."

Vicky Teister, die am Vortag ihrer Abiturprüfung mit anderen Schülern der Oberstufe den Weg nach Haltern fand, hat es treffend formuliert: Das, was sich da als westafrikanische Kultur zeigt, was die Sammlung der Venavis vermittelt, zeigt sich in dieser Ausstellung als vollkommen naheliegende Distanzüberwindung, um der Trauer etwa von Kindern bzw. um Kindern endlich Fassbarkeit zu bieten.

Stellvertretend für alle Genannten und alle ungenannten Besucher möchte ich mich vor allem bei einem Schüler bedanken, ohne den es die gesamte Ausstellungsidee bis hin zu ihrer Realisierung nicht gegeben hätte. Ausstellungen leben nicht selten von Leihgaben. Die Venavi von Andreas Wolke erklärt als Leihgabe die Ausstellung im Grunde genommen von selbst.

Danke, Andreas!

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