Freunde der Stadtbücherei Haltern am See e.V.

 

Autoren, Verleger, Bücherfreunde

An dieser Stelle unseres Internetauftritts stellt Ihnen unser Verein Personen, Firmen und Institutionen vor, die aus Haltern am See stammen, hier leben oder gelebt haben und/oder deren Wirken und Werke in einem engen Zusammenhang mit der Arbeit der Stadtbücherei Haltern am See stehen und in der Regel dort auch gesammelt und dokumentiert werden.

Das sind in erster Linie Autoren, Filmemacher, Verlage und Druckereien, Buchgestalter, Buchhändler, Zeitungsleute, Bibliophile, sowie publizierende wissenschaftliche und literarische Vereinigungen. Es ist wichtig, gerade diesen Bereich des geistigen Lebens unserer Stadt zu dokumentieren, eine Aufgabe, die unsere Stadtbücherei alleine kaum leisten kann.

Wir würden uns deshalb freuen, wenn auch Sie uns bei der Vervollständigung dieser Dokumentation helfen würden. Teilen sie uns ergänzende Lebensdaten zu den Biographien der genannten Personen mit, helfen Sie uns bei der Rekonstruktion von Firmengeschichten. Wir bitten um Mithilfe.

Autoren wissenschaftlicher Bücher und Artikel zur Römerforschung in Haltern am See werden zu einem späteren Zeitpunkt aufgenommen.

Für einige Werke sind Links für den Download der kompletten Bücher (als pdf-File) vorhanden. Die Rechte von Online-Texten liegen bei dem jeweiligen Autor.

Inhalt:

 

 

Sämtliche in diese Liste aufgenomme Personen sollten wenigstens eine selbstständige Veröffentlichung in Buchform vorgelegt haben. Nicht aufgenommen wurden Personen, die lediglich in der regionalen Periodika mit einzelnen Aufsätzen vertreten sind. Das gleiche gilt für Dissertationen oder Examensarbeiten.

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Helmut Achterfeld

Veröffentlichungen:

 

Reinhold Albers (1835 - 1895)

Reinhold Albers hat nur sein letztes Lebensjahr in Haltern verbracht. Zu seiner Zeit zählte er aber zu den wichtigen katholischen Schriftstellern, deren Werk weit verbreitet war. Geboren wurde am 26. Mai 1835 in Dorsten. Nach der Primarschule besuchte er dort das Progymnasium um dann auf das Gymnasium nach Coesfeld zu wechseln. Von 1857 bis 1860 folgte ein Studium der Theologie an der Akademie Münster. 1862 wurde Reinhold Albers zum Priester geweiht. Bis 1863 wirkte er als Konrektor in Telgte, bevor er in Münster zurückkehrte um das Studium der Philologie aufzunehmen, das er aus Gesundheitsgründen aber bald wieder aufgab. Von 1864 bis 1866 wirkte er als Religionslehrer und Seelsorger am damaligen Pensionat der "Damen vom Heiligen Herzen Jesu" Mariental (Münster). Da er dieser Aufgabe auf Dauer nicht gewachsen war erhielt er eine ihn weniger beanspruchende Stelle auf dem Lande. Fortan diente er als Vikar in Nienborg-Heek bei Ahaus, wo er in Folge des leidigen Kulturkampfes 20 Jahre ausharren mußte. (Hinrichsen, 2. Aufl. 1891) Anschließend wurde er zum Vikar in Borghorst ernannt. Doch erneut den Anstrengungen dieser Stelle nicht gewachsen, wurde er als Vikar nach Nordkirchen bei Lüdinghausen versetzt. 1894 wurde er Pfarrer nach Hamm-Bossendorf berufen, dort starb er am 17. Juli 1895.

Selbstständige Veröffentlichungen: (Auswahl)

Herausgabe:

Unselbstständige Veröffentlichungen: Beitr. im Münsterischen Sonntagsbl. 1843.

 

Uli Backmann

Uli Backmann lebt seit seiner Geburt in Haltern. Sein besonderes Interesse gilt der Regionalgeschichte und dem Erhalt der plattdeutschen Sprache. Er ist die treibende Kraft der Plattdeutschen Bühne Haltern.

Seit 1994 ist Uli Backmann alleiniger Herausgeber des privat finanzierten Halterner Jahrbuchs. Weitere Beiträge veröffentlichte er in der Reihe der Heimatfreunde Haltern.

Veröffentlichungen:

 

Frida Baum

Unter dem Pseudonym Frida Baum veröffentlichte der Bäcker-und Konditormeister Gottfried Böhmer (1872-1957) eine Vielzahl von schelmischen Gedichten, Liedern und kleinen Geschichten. Zu den bekanntesten zählen sein Haltern-Alisolied, das er anlässlich der 1900-Jahrfeier im Jahre 1909 der Varusschlacht für einen Festkommers des Halterner Altertumsvereins schuf, sowie sein Spottgedicht auf die Auseinandersetzung um das Halterner Bürgervermögen im Jahre 1909/1910.

Ferdinand Theodor Beckerich (1772 - 1827)

Der poetisch veranlagte Ferdinand Theodor wurde am 11. Juni 1772 in Altenberge geboren. Sein Theologiestudium absolvierte er an der Universität Münster. Nachdem er 1795 zum Priester geweiht worden war erhielt er zunächst eine Anstellung als Erzieher der Kinder des Freiherrn von Heeremann, die er aufgab nachdem er als Curator an die münstersche Liebfrauenkirche und zum Officianten an den Dom berufen wurde. Später diente er als Vicekurator in Albachten und als Kooperator an der Pfarrkirche zu Lippramsdorf. 1803 erhielt er eine Kaplansstelle in Werlte/ Meppen wo er am 28. April 1827 verstarb.

 

Schriften:

 

 

Annette Böhm

Annette Böhm

 

1965 in Marl geboren, studierte Annette Böhm Archäologie in Münster, München und Köln und wirkte an Ausgrabungen in Saint-Rémy-de-Provence, Wolgograd und Sillyon (TR) mit. Seit 2004 lebt sie in Haltern am See.

Veröffentlichungen:

 

 

 

Hermann Bogdal und Haltern am See:

Anfang der 80er Jahre trat der Autor Hermann Bogdal mit einem kleinen zweibändigen Werk an die Öffentlichkeit, dass den Titel „Rote Fahnen im Vest“ trug. Sowohl in Haltern am See, als auch in den anderen Städten des Kreises, führte seine Darstellung des Ruhraufstandes von 1920 zu einer inzwischen notwendig gewordenen Neubetrachtung der Ereignisse.

Allerdings wurden Hermann Bogdals Ausführungen, trotz allgemein positiver Besprechungen in der Tagespresse von vielen Zeitzeugen nicht unwidersprochen hingenommen. Auch in Haltern kam es bei einer Vortragsveranstaltung in der Stadtbücherei zu heftigen verbalen Auseinandersetzungen, in denen dem Autor Geschichtsverfälschung und Weglassung aller unliebsamen Tatsachen vorgeworfen wurde.

Der Zeit seines Lebens bekennende Kommunist wurde im November 1909 als sechstes von neun Kindern einer Bergarbeiterfamilie geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Scherlebeck (Heute: Stadtteil von Herten). In seinen Jugendjahren arbeitete zunächst im Bergbau. 1925 trat er dem KJVD (Kommunistischer Jugendverband Deutschlands) und der KPD (kommunistische Partei Deutschlands) bei und setzte seine Tätigkeit für KPD und KJVD auch nach 1933 in Duisburg in der Illegalität fort. 1936 wurde er verhaftet und wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu 4 Jahren Zuchthaus verurteilt, die er als Häftling im Emslandlager Aschendorfermoor, Lager II absitzen musste. Ab 1944 musste er im Strafbataillon 999 Baumholder, Schanzarbeiten an der Westfront ableisten

Nach 1945 war er zunächst hauptamtlich für die KPD tätig. 1945/46 half er beim Aufbau einer regionalen KPD-Gruppe in Recklinghausen. 1949/50 ging er nach Kiel um eine Zeitlang beim Norddeutschen Echo zu arbeiten. Nach dem Verbot der KPD folgten Tätigkeiten in der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft, der Deutsch-Polnischen Gesellschaft und von 1960-1970 in der Deutschen Friedens-Union, sämtlich Organisationen die ganz wesentlich von staatlichen Stellen der damaligen DDR finanziert und gesteuert wurden. 1970 schied Bogdahl wegen Krankheit vorzeitig aus dem Dienst aus. Seit dem beschäftigte er sich als freier Publizist im Dienst seiner Partei und Weltanschauung.

Anfang der 80er Jahre bildete er zusammen mit dem jungen Historiker Klaus Oberschewen, der gerade sein Studium abgeschlossen hatte, im Rahmen des Recklinghäuser Kreisverbandes der DKP (Deutsche Kommunistische Partei), der Nachfolgeorganisation der KPD, eine marxistische Geschichtskommission, deren Aufgabe es war die Vorgänge von 1918 bis 1920 in einem anderen Licht als bisher darzustellen. Bogdal selbst schrieb dazu:

In der Stadt Recklinghausen und auch in einigen Städten des Landkreises waren von dort tätigen Heimatschriftstellern Schilderungen der Kämpfe 1918/19 und 1920 im Bereich des Vestes erschienen, aber auch periodisch in Zeitungen gebrachte Erinnerungen, die in einer schändlichen Weise den Ablauf der Kämpfe dramatisierten und vor allem darauf angelegt waren, die Kämpfenden Arbeiter und ihre Armeen als Mörder und Verbrecher hinzustellen“ .(Bogdal: „dann werden wir künden, wie wir einst gelebt. S.137)

In der Folge verfasste Hermann Bogdal, die 1983 und 1984 im Klartext Verlag herausgekommenen Bücher die unter dem Titel: Rote Fahnen im Vest, erschienen. Bogdal selbst hat seine beiden Bücher die auch auf die Ereignisse in Haltern am See eingehen immer als politische Hilfsmittel bezeichnet, deren Aufgabe es nicht sei, genaue historische Verläufe eines Ereignisses festzuhalten, sondern marxistische Positionen in die Gesellschaft hineinzutragen um sie so zur (neuen) Wahrheit werden zu lassen. Entsprechend sind beide Bücher angelegt und entsprechend hat er beide Titel beworben.

Dank der dann folgenden meist positiven Besprechungen in fast allen Tageszeitungen, im Verstischen Kalender und anderer Periodika ist seine zweibändige Geschichte über die Novembertage 1918 in Recklinghausen und über die Niederschlagung des Kapp-Putsches 1920 im Kreis Recklinghausen, inzwischen vor allem unter Lokalforschern weit verbreitet, steht in jedem Stadtarchiv und in fast jeder Bibliothek und beeinflusst bis heute so gut wie jede Schülerarbeit zu dem Thema.

Danach engagierte er sich vor allem im Aktionskomitee für ein DIZ Emslandlager e.V., das 1981 mit wesentlicher Unterstützung ehemaliger Moorsoldaten und Häftlinge der Emslandlager gegründet wurde.

1997 erschien sein zweites Buch unter dem Titel „Was ist wichtig?", das sich mit dem Leben und Kampf seines Genossen Paul Langer auseinandersetzt. Im Mai 2003 schließlich erschien sein drittes und letztes Buch, eine Autobiographie und Lebensrechtfertigung, die den Titel trägt: „…dann werden wir künden, wie wir einst gelebt. Kurz nach Erscheinen des Buches starb Hermann Bogdal am 21. Juli 2003 im Alter von 93 Jahren.

Veröffentlichungen:

Über Hermann Bogdal:

"Wir trauern um Hermann Bogdal", in: SoZ - Sozialistische Zeitung, August 2003, Seite 22

(DIZ = Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ) Emslandlager)

 

Böhmer, Gottfried s. Baum, Frida

 

Ulrich Brack

 

Dr. Ulrich Brack wurde 1947 in Chemnitz geboren. Nach Studium der Geschichte, Anglistik und Erziehungswissenschaften in Freiburg/Brsg. und Hamburg und Staatsexamen und Promotion an der Universität Hamburg ist er seit 1976 als Studienleiter an der vhs/die insel, Bildungswerk der Stadt Marl, tätig. Er ist dort Literatur, Sprachen und „Arbeit und Leben“ zuständig . Dr. Brack war langjähriger Lehrbeauftragter an der Universität Münster. Er ist Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller (VS).

 

 

Veröffentlichungen (Auswahl):

 

Heinrich Brathe (* 1901 - † 1973)

Der Journalist, Lokalhistoriker und Sprachforscher „ Baas“ Heinrich Brathe erblickte am 4. März 1901 in Hullern, als erstes von drei Kindern, des Müllers und damaligen Betreibers der Streyl´schen Kornwindmühle und dessen Ehefrau Josphine, geb. Schlüter das Licht der Welt. Im Jahre 1911 baute sich der Vater neben seinem Haus eine eigene benzolbetriebene Mühle. Das Gebäude wurde 1986 abgebrochen.

Blick in die Kinderbücherei

Nach einem zeitungswissenschaftlichen Studium und einigen Redaktionspraktika, wurde er 1925 zum Leiter eines der ersten kommunalen Presseämter in Recklinghausen berufen. Bis zu seiner Pensionierung verfasste er in den nachfolgenden vier Jahrzehnten im Auftrag seines Dienstherrn eine Unzahl von Artikeln und Berichten, die er ab 1935 auch als Rundfunkredakteur, über das damals noch relativ neue „Medium“ verbreiten konnte. Nach dem Krieg übernahm er 1949 die Herausgabe der wöchentlich erscheinende „Vestische Wochenschau“ und im selben Jahr auch die Redaktion des jährlich erscheinenden Vestischen Kalenders.

1967 wurde „Baas Brathe“ nach dem Tode des damaligen Heimatgebietsleiters Karl Kollmann einstimmig von allen Heimat- und Geschichtsvereinen des Vestes Recklinghausen zum Nachfolger gewählt.

Der Schwerpunkt seiner Arbeit galt jedoch vor allem der Pflege der plattdeutschen Sprache, um deren wissenschaftliche Fundierung er sich immer wieder bemühte. 1950 begründete er die Plattdeutsche Sprachgesellschaft Recklinghausen sowie den Plattdeutschen Verband Vest Recklinghausen, dem zeitweise 22 Vereinigungen mit fast 20.000 Mitgliedern angeschlossen waren.

Er war einer der Mitbegründer der Fachstelle „Niederdeutsche Sprache“ im Westfälischen Heimatbund, deren zweiter Vorsitzender er bis zu seinem Tode blieb. Sein Anliegen verbreitete er auf zahlreichen Veranstaltungen, wo er als wortgewandter, humoriger und eloquenter Gastredner, zahlreiche Zuhörer mit einem Repertoire von mehr als einem Dutzend Vorträgen über mundartliche Themen in seinen Bann ziehen konnte.

Als er am 7. Mai 1973 starb hatte er 25 Jahrgänge des Vestischen Kalenders herausgebracht, zahlreiche Festschriften, Aufsätze und Bücher herausgebracht und für die Pflege der Plattdeutschen Sprache im hiesigen eine solide Grundlage geschaffen, die heute leider keinen Nachfolger mehr hat.

Veröffentlichungen (Auswahl):

I. Monographien

II. Beiträge im Vestischen Kalender

Über Heinrich Brathe:

Kurzbiographie:

 

 

Clemens Brentano und Haltern (* 1778 - † 1842)

Clemens Wenzeslaus Brentano de La Roche kam am 9. September 1778 in Ehrenbreitstein/Koblenz zur Welt. Er gilt neben Achim von Arnim als Hauptvertreter der so genannten Heidelberger Romantik.

Blick in die Kinderbücherei

Im September 1818 besuchte er von Berlin kommend die stigmatisierte Nonne Anna Katharina Emmerick. Fasziniert von ihrem Glauben und Leiden blieb er bei ihr bis zu ihrem Tode am 9. Februar 1824 und verfasste in dieser Zeit eine Unmenge von Notizen und Tagebucheintragungen über die Visionen der Nonne. In dieser Zeit freundete er sich sehr eng mit dem Halterner Pfarrer Friedrich Carl Büttner (1767 – 1844) an.

Brentano war von den profunden Theologiekenntnissen des Halterner Pfarrers, der im Briefkontakt mit den theologischen Größen seiner Zeit stand, tief beeindruckt. In den sechs Jahren seines Aufenthalts verfasste er mindesten zwei Gedichte über den Halterner Annaberg. Ursprünglich plante er sogar, sich nach dem Tode der Anna Katharina Emmerick in Haltern bei Büttner niederzulassen um hier seine Aufzeichnungen für seine Buchprojekte auswerten zu können. Als er sich dann aber entschlossen hatte, nach München zu gehen, schenkte er Büttner zum Abschied seine Kutsche, um diesem seine Arbeit als Seelsorger zu erleichtern.

Die beiden Männer blieben bis zum Tode Clemens Brentanos am 28. Juli 1842 in Kontakt.

 

Digitaisierte Bücher von Clemens Brentano (download von Google Books):

 

Else Breuer

 

Blick in die Kinderbüchereiwurde am 24. März 1927 im Halterner Stadtteil Bossendorf als Else Appelhoff geboren. Sie wuchs in einer Umgebung auf, in der ausschließlich plattdeutsch gesprochen wurde, ein Idiom, das sie meisterhaft beherrschte. Ihrer persönlichen Bescheidenheit war es geschuldet, dass die mit der Gabe eines großen erzählerischen Talents ausgestatte Frau, sich erst mit 63 Jahren dazu entschloss mit ihren kleineren und größeren Geschichten auch publizistisch an die Öffentlichkeit zu treten. Unter dem Titel: "Lü as Du un Ick" erschien ihr erstes Buch 1990. Eine zweite Veröffentlichung, die von der Stadtbücherei Haltern am See herausgebracht wurde folgte 1994.

 

Veröffentlichungen:

 

 

 

Alfons Buttgereit

Der aus Haltern stammende Alfons Buttgereit war unter anderem als Pfarrer in Warendorf (St. Bartholomäus) und Enniger (St. Mauritius) tätig. Er publizierte eine größere Zahl von Aufsätzen und Zeitungsbeiträgen. Der Kontakt zu seiner Heimatgemeinde Haltern am See blieb immer erhalten. In den 90er Jahren veröffentlichte er zwei Bücher:

 

Fabio Chigi und Haltern (*1599 - † 1667)

Fabio Chigi kam am 13. Februar 1599 als Sohn eines Bankiers aus Siena auf die Welt. Er studierte Philosophie und Theologie und trat nach seinem Studium im Jahr 1628 in die Dienste von Papst Urban VIII.

1635 wurde er in Malta zum Inquisitor ernannt. 1639 berief ihn Urban VIII. zum päpstlichen Nuntius in Köln. Von 1644 bis 1649 hielt er sich als Gesandter des 1644 neu gewählten Papstes Innozenz X. in Münster auf, wo er an den Verhandlungen zum Westfälischen Frieden als Mediator teilnahm. Er protestierte gegen die unterzeichnete Ausführung des Friedensvertrags, worauf der Papst diesen in der Bulle Zelo domus Dei vom 20. November 1648 ablehnte.

1651 wurde er zum Kardinal ernannt, als Nuntius in Köln abberufen und zum Kardinalstaatssekretär in Rom berufen. Nach dem Tode Innozenz X. wählte ihn das Konklave am 7. April 1655 zum neuen Papst. Er nahm den Namen Alexander VII. an.

Alexander VII. gilt als ein großer Freund der Kunst und der Wissenschaften. Er selbst liebte Sprache, Dichtung und gelehrte Gespräche. Deshalb überließ er die Staatsgeschäfte weitgehend seinem Kardinalstaatssekretär Giulio Kardinal Rospigliosi, dem späteren Papst Clemens IX. Ein enger deutscher Freund Chigis war der spätere Paderborner und Münsteraner Fürstbischof Ferdinand von Fürstenberg. Beide arbeiteten von 1652 bis 1661 in Rom zusammen.

Die Stadt Haltern, die auf der Hin- und Rückreise nach Münster besuchte hat er in zwei Mehrzeilern in seinem Werk: „Philomathi Musae Juveniles“ (Des Philomathus Jugendgedichte) das 1656 in Paris erschien verewigt.

Er starb am 22. Mai 1667.

 

Ewald Döpper

Der ehemalige Besitzer des seinerzeit mit über 2000 Morgen und 5000 Nutztieren umfassenden landwirtschaftlichen Betriebes und Erlebnisparks „Prickings-Hof“ ließ sich zu seinen Lebzeiten immer nur als „Bauer Ewald“ ansprechen. Die Wiege dieses großartigen Unternehmers stand in Lüdinghausen-Seppenrade, wo er als siebentes von 12 Kindern, am 11. August 1929, in eher bescheidene Verhältnisse hinein geboren wurde. Am 15 November 1958 heiratete er die am 3. Mai 1935 geborene Maria-Henriette Pricking , Tochter des in Haltern-Lembraken ansässigen Bauern Heinrich Pricking und dessen Frau Änne.

Nachdem die beiden nach der Heirat den Hof übernommen hatten, stand das Ehepaar vor der Wahl den vollkommen veralteten Betrieb entweder zu einem modernen landwirtschaftlichen Betreib auszubauen oder ihn auf Dauer verkaufen zu müssen. Da sich beide nicht vorstellen konnten die Landwirtschaft aufzugeben, entwickelten sie ganz eigene Ideen von einer modernen zukunftsweisenden Landwirtschaft. Da vor allem Ewald Döpper schnell klar wurde, dass vor allem der Handel von der Arbeit der Bauern profitierte, begann er damit, seinen, wie er ihn selber nannte EWG (Ewald wird gewinnen) Musterhof, zu einem bäuerlichen Erlebnispark auszubauen um möglichst viele seiner Produkte selbst vermarkten zu können.

Dabei war er sich selbst nicht zu schade dafür, den etwas einfältigen westfälischen Bauern zu spielen, der seinen Erfolg insbesondere jenen „bäuerliche Weisheiten“ verdankte, die er ständig in Reimen von sich gab. Doch der versierte Geschäftsmann und Manager wusste, dass wenn er die Medien erreichen wollte, er sich selbst zu einem Markenzeichen würde machen musste. Und da niemand in einem landwirtschaftlichen Erlebnispark, der ausschließlich auf Bio-Produkte setzte, einen Manager in Nadelstreifen erwarten würde, verlegte er sich bewusst auf die Rolle des „bodenständigen Landwirts“, über den die angereisten „Städter“, vor allem aus dem Ruhrgebiet, auch schon mal lachen durften.

Besonders diese beglückte er mit täglichen Ansprachen von einer eigens erbauten Kanzel, mit seinen an allen freien Wänden des Hofes angebrachten Sprüchen, vor allem aber mit einem vielfältigen Angebot an Bio-Waren aus eigener Produktion.

Zu seinem Vermarktungskonzept gehörte natürlich auch die Herausgabe von Broschüren und anderen Werbemitteln in Printform. Vor diesem Hintergrund gab Bauer Ewald anlässlich seiner 33jährigen Tätigkeit auf dem Prickings-Hof 1992 als einziges Buch seines Lebens eine „Autobiographie“ heraus. Das 184 Seiten umfassende Werk hat er, wie er nicht vergaß in seiner Einleitung zu erwähnen, selbst geschrieben. Wie immer in seinem Leben vertraute er auch beim Schreiben mehr auf seinen Instinkt, als auf fremde Ratgeber. Schon deshalb darf dieses Buch als eines der ungewöhnlichsten Werke in der Gattung der Erinnerungsliteratur gelten. Aber auch wenn der literarische Stil zu wünschen lässt und sich das Buch in vielen Teilen durchaus wie eine Werbebroschüre ausnimmt, es ist durchaus authentisch. Zwei Jahre vor seinem Tode legte hier der gläubige Katholik und sicherlich einer der bedeutendsten Halterner Bürger des 20. Jh. öffentlich Rechenschaft über sein Werk und seine Welt ab, die ihn nicht immer liebte und vielfach (meist aus Missgunst und Neid) anfeindete.

Ewald Döpper starb im November 1994

 

Paul Ernest

Der unter dem Künstlernahmen firmirende Autor Paul Ernest (Im bürgerlichen Leben: Manfred Hähnel) wurde am 06. Mai 1932, in Marl geboren. Er lebt seit 1973 in 45721 Haltern am See.

Web-Seite Paul Ernest

 

Veröffentlichungen:

 

 

Franz Josef Gebbing (* 1809 - † 1878)

Franz Josef Gebbing wurde am 22. März 1809 in Bocholt geboren. Nach dem Abitur nahm er an der Theologischen Akademie in Münster ein Theologiestudium auf. Am 10. August 1838 wurde er dort zum Priester geweiht. Von 1839 bis 1846 wirkte er als Kaplan in Haltern. Danach wurde er zum Pfarrer in Albachten und im Oktober 1855 zum Pfarrer in Velen ernannt.

Dort verstarb er am 26. Oktober 1878.  

Veröffentlichungen:

 

Hermann Grochtmann und Haltern am See

Der Nestor der Flaesheimer Geschichtsschreibung und Herausgeber der Vestischen Zeitschrift von 1956 bis 1967, Dr.Hermann Grochtmann wurde am 2. September 1897 in Spexard, einem heutigen Stadtteil von Gütersloh geboren. Die finanziellen Verhältnisse der kinderreichen Familie ließen den normalen Besuch einer höheren Schule nicht zu. Da aber der Vater den Wunsch seines Sohnes nach einer akademischen Ausbildung unterstützte, ermöglichte er ihm, sich neben seiner Arbeit auf dem Hof privat unterrichten zu lassen. Doch zunächst unterbrach der Erste Weltkrieg den geplanten Werdegang. Im Alter von 19 Jahren wurde Hermann Grochtmann zum Militärdienst eingezogen und an die Westfront verlegt. 1918 kehrte er von dort verwundet auf den väterlichen Hof zurück. Zwar konnte er nach seiner Genesung den unterbrochenen Privatunterricht wieder aufnehmen, es dauerte aber bis zum Jahre 1926, bis er als Externer seine Reifeprüfung am Gymnasium Paulinum in Münster ablegen konnte.

Anschließend studierte Hermann Grochtmann bis 1932 abwechselnd in Köln und Berlin Grie­chisch, Latein, Geschichte und vergleichende Sprachwissenschaften. Schon während des Studiums und noch ein Jahr nach dem mit Auszeichnung bestandenen Staats­examen unterrichtete er als Hilfslehrkraft an der Missionsschule Knechtsteden, damals wohl nicht ahnend, dass er in späteren Jahren durch seine Arbeiten an der Geschichte des Klosters Flaesheim auf andere Weise noch einmal mit Knechtsteden verbunden sein würde. Nach Ablegung des zweiten Staatsexamens entschied er sich im Herbst 1934 in die benachbarten Niederlande zu gehen, um in Sittard/ Niederländisch-Limburg, an einem deutschen Gymnasium Geschichte, Griechisch und Latein zu unterrichten.

Dort erarbeitete er, neben seiner Lehrertätigkeit, in den nachfolgenden Jahren seine Dissertation. Die gedruckte Ausgabe, die Hermann Grochtmann seinem Vater zum 80. Geburtstag widmete, trug den Titel: „Die niederländische Provinz Limburg im Deutschen Bund“. 1936 wurde seine Doktorarbeit von der Universität Köln angenommen. Die Promotion zum Dr. phil. erfolgte am 6. Februar 1937.

1939 wechselte er mit Wirkung zum 1. April an das bereits im Jahre 1913 als Rektoratsschule gegründete Dattelner Gymnasium. Dort wuchsen ihm in den folgenden Jahren eine ganze Reihe von Aufgaben zu, von denen an dieser Stelle jedoch nur jene beleuchtet werden können, die im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit als Historiker, Geschichtsschreiber und Organisator regionalgeschichtlicher Aktivitäten im Vest Recklinghausen stehen.

In Datteln baute er nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, gemeinsam mit anderen, zunächst den örtlichen Verein für Heimat- und Lokalgeschichte wieder auf. Da sich der Verein auf Grund seiner Struktur jedoch weniger als klassischer Geschichtsverein, sondern eher als volkstümlicher Heimatverein verstand, fassten Hermann Grochtmann und der Dattelner Buchhändler Josef Deilmann den Plan, außerhalb des Vereins eine Schriftenreihe zur Geschichte der Gemeinden Datteln, Oer-Erkenschwick, Ahsen und Flaesheim herauszugeben.

Den ersten Band konnten die beiden Männer bereits im Jahre 1951 herausbringen. Josef Deilmann übernahm die Rolle des Verlegers, Hermann Grochtmann die des Autors. Die fundierte Arbeit trug den Titel:„Geschichte des Kirchspiels Datteln von den Anfängen bis zur Gegenwart; Datteln Ahsen, Horneburg“. 1955 folgte der zweite Band der Reihe, in dem die Vor- und Frühgeschichte des Dattelner Raumes in den Mittelpunkt gerückt wurde. Trotz der soliden erdkundlichen Einführung und 28 beigefügten Illustrationen, konnte das für die damaligen Verhältnisse gut aufgemachte Buch bei weitem nicht an den Verkaufserfolg des ersten Bandes anknüpfen, so dass die angestrebte Reihe mit dieser Veröffentlichung bereits ihr Ende erlebte.

Da Hermann Grochtmanns Blick von Anfang an weit über die Dattelner Stadtgrenzen hinausreichte, wurde ihm, nachdem der Recklinghäuser Stadtarchivar Dr. Adolf Dorider 1955 schwer erkrankt war, ab 1956 die Herausgabe der Vestischen Zeitschrift übertragen. In dieser Funktion führte er in den nachfolgenden 11 Jahren, die verschiedenen wissenschaftlichen Arbeiten aller Vestischen Geschichts- und Heimatvereine zusammen. Seine strengen Auswahlkriterien bei der Annahme und Auswahl der Aufsätze sorgten dafür, dass der wissenschaftliche Standard, des für das Vest Recklinghausen wichtigsten territorialgeschichtlichen Periodikums, soweit es ihm nur möglich war, eingehalten wurde. Volkstümliche und Heimatkundliche Beiträge verwies er grundsätzlich an den Vestischen Kalender, an dessen Herausgabe er als stellvertretender Heimatsgebietsleiter ebenfalls beteiligt war .

Neben seiner publizistischen Tätigkeit setzte er sich nach dem Ende der Besatzungsjahre vor allem für den Wiederauf- und Ausbau des damals auf Grund der Kriegsfolgen zweckentfremdeten Dattelner Heimatmuseums ein. Den sogenannten „Dorfschultenhof“ hatte die Stadt Datteln bereits im Jahre 1911, im Zuge der Ankäufe von Ländereien für den Bau des Dattelner Amtshauses erworben. 1927 gestatte man dem örtlichen Heimatverein, in einem Teil des Hauses eine heimatkundliche Stube einzurichten. Als 1936 die Stadtwerdung anstand, gingen Gebäude und Heimatstube in städtischen Besitz über. Die Umstände des Zweiten Weltkrieges verhinderten den geplanten weiteren Ausbau zu einem vollwertigen Museum, stattdessen musste das Haus noch während des Krieges geschlossen werden, da es für andere Zwecke benötigt wurde. Ein Zustand der bis 1955 andauerte. Dann erst konnte das Gebäude, nicht zuletzt auf Grund des persönlichen Einsatzes von Hermann Grochtmann, wieder heimatkundlichen und musealen Zwecken zugeführt werden. 1957 wurde er zum ehrenamtlichen Leiter bestellt. Die Aufgabe des ebenfalls ehrenamtlichen Museumswartes übernahm zeitgleich der sich bereits im Ruhestand befindliche Volksschullehrer Heinrich Schulte Althoff.

Von Haus aus ein kantiges und urwüchsiges Platt sprechend, gelang es ihm, in dieser Zeit auch den Dualismus des Heimatvereins mit der ebenfalls in Datteln ansässigen Plattdeutschen Sprachgemeinschaft zu beenden, indem er beide Vereine davon überzeugte sich zu einem neuen Verein zusammenzuschließen, der von da an den Namen „Plattdeutscher Sprach- und Heimatverein Datteln 1922 e. V.“ führt.

Als sich anfangs der 60er Jahre, die damals noch dem Amtsverband Datteln zugehörige Gemeinde Flaesheim dazu entschloss, 1966 ein Jubiläumsjahr auszurichten, das an die Gründung des Stiftes Flaesheim vor 800 Jahren erinnern sollte, erklärte sich Hermann Grochtmann sofort bereit, den Hauptorganisator Paul Jansen bei der Ausrichtung des Festjahres zu unterstützen. Während sich Paul Jansen vor allem um die Ausrichtung des Festumzuges kümmerte, widmete sich Hermann Grochtmann vorwiegend um die geschichtliche Aufarbeitung des 1803 aufgelösten Stiftes. Die Ergebnisse seiner umfangreichen Archivrecherchen veröffentlichte er in mehreren Abschnitten in der Vestischen Zeitschrift und im Vestischen Kalender.

Auch an der 1962 vom Vestischen Museum gezeigten großen Ausstellung Christliche Kunst im Vest Recklinghausen war Hermann Grochtmann beteiligt. Beeindruckt von der Fülle der Ausstellungsobjekte entschloss sich der engagierte Recklinghäuser Verleger Aurel Bongers, zumindest einen Teil der durch die Arbeiten an der Ausstellung zusammengetragenen Erkenntnisse als Buch herauszubringen. Es erschien 1965 und trug den Titel: „Christliche Kunst im Vest Recklinghausen“. Im Bildteil präsentiert das für seine Zeit respektable Werk auf mehr als 105 Seiten einen Querschnitt, des trotz der Kriegsverluste immer noch reichhaltigen Bestandes christlicher Kunstwerke innerhalb des Kreises Recklinghausen. Die einleitenden Worte übernahm der damalige Museumsleiter Thomas Grochowiak. Als Herausgeber und Autoren fungierten Hermann Grochtmann, der in seinem Beitrag die Kirchengeschichte des Vestes beleuchtete und der Kustos des Westfälischen Landesmuseums in Münster Dr. Paul Pieper, der den kunstgeschichtlichen Teil übernahm.

Nur ein Jahr später kam 1966 die von Hermann Grochtmann konzipierte Festschrift zur 800-Jahrfeier des Stiftes Flaesheim heraus, die bei Aschendorff in Münster gedruckt wurde. Von den insgesamt 15 Aufsätzen, entstammten sieben, sowie das Vorwort seiner Feder.

Für seine herausragende Lebensleistung, die weit über seine Tätigkeit als Lehrer und Lokalforscher hinausging, wurde Hermann Grochtmann im Laufe seines Lebens vielfach ausgezeichnet. Zu den bedeutenderen gehören neben der silbernen Ehrennadel des Deutschen Sängerbundes, dem er durch seine Chortätigkeit ebenfalls sehr verbunden war, die 1965 verliehene Ehrenplakette der Stadt Datteln. 1967 folgte das Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, das sowohl ihm, als auch Paul Jansen vor allem für die außergewöhnliche Organisationsleistung um das Flaesheimer Stiftsjubiläum verleihen wurde.

Die Schublade noch voller Pläne, verstarb Hermann Grochtmann nach kurzer Krankheit und völlig unerwartet im Folgejahr, am 8. Mai 1968. In Erinnerung an die großen Verdienste, die er sich für die Aufarbeitung der Geschichte des Stiftes Flaesheim erworben hatte, enthüllte dort noch im gleichen Jahr der damalige Dattelner Gemeindedirektor und spätere Stadtdirektor der Stadt Haltern am See, Paul Witte das Schild „Hermann Grochtmann-Straße“. Die Stadt Datteln wollte dieser Ehrung nicht nachstehen und taufte 1969 das Heimatmuseum in Hermann Grochtmann Museum um.

1975 wurde die Gemeinde Flaesheim im Zuge der kommunalen Neuordnung in die Stadt Haltern inkorporiert. Seit dem ist die Hermann-Grochtmann-Straße Bestandteil des Halterner Verkehrswegenetzes.

Veröffentlichungen von Hermann Grochtmann:

Beteiligung an der Herausgabe von Festschriften (soweit bekannt):

Über Hermann Grochtmann:

 

Rita Harder

 

Rita Harder

Rita Harder wurde am 5. Januar 1951 in Hohenlimburg/Westfalen geboren. Als sie 7 Jahre alt war, zog ihre Familie in das kleine sauerländische Dorf Fley. Nach Abschluss der Volksschule machte sie eine Ausbildung zur Floristin und wohnte in Haltern. 1983 erschien ihr bislang einziges Buch „Kindsein hat viel Farben“, in dem sie die Geschichte ihrer Kindheit in Fley erzählt. Nach einem längeren Aufenthalt in Dortmund lebt sie wieder in Haltern am See

Veröffentlichungen: Kindsein hat viele Farben, Recklinghausen 1983

 

 

 

Werner Heinen und Haltern am See

Werner Heinen wurde am 23. Oktober 1896, als Sohn des Apothekers Dr. Franz Heinen und dessen Ehefrau in Oberpleis (heute ein Stadtteil von Königswinter) im Siegkreis, geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Siegburg studierte er Mathematik Botanik und Zoologie, zunächst in Bonn; dann in Köln. 1922 wurde Werner Heinen dort zum Dr. phil. promoviert. 1924 folgte eine Anstellung als Studienassessor in Köln. 1926 wurde er  nach Essen versetzt, von wo aus er erste Ausflüge nach Haltern unternahm. Sofort faszinierte ihn der abwechslungsreiche Naturraum der Halterner Landschaft, der sich ihm in jener Zeit in großen Teilen noch ganz ursprünglich präsentierte. 1929 wurde er an das Gymnasium nach Bergneustadt versetzt. Erst sechs Jahre später (1935) konnte er sich nach Essen zurückversetzen lassen und seine Ausflüge, die ihn in die Naturräume des Sauerlandes, des bergischen Landes und des Münsterlandes führten, wieder aufnehmen. Im Zweiten Weltkrieg verlor Werner Heinen seinen Sohn am 24. August 1942.

Nach 1947 wurde er als Dozent für Biologie an die Pädagogische Akademie in Oberhausen berufen. 1954 wechselte er an die Pädagogische Akademie nach Köln, wo er zum Professor für Biologie ernannt wurde. Zu seiner Zeit war Werner Heinen ein bekannter Schrift­steller. Der nach dem Kriege neu­ gegründete Westdeutsche Autorenverband wählte ihn 1950 zum 2. Vorsitzenden. Zu seinen Lebzeiten wurde er als besinnlicher, der Natur zuge­wandter Heimatdichter beschrieben, der im Laufe seines Lebens eine Vielzahl von Erzählungen, Gedichten, Romanen, aber auch Dramen und  Legendenspiele verfasst hat.

Ein breites Publikum kannte ihn allerdings vor allem durch seine Tiergeschichten und naturkundlichen Plaudereien, die zum Teil im Sauerland und Münsterland angesiedelt sind. Wie sein literarisches Vorbild Hermann Löns verstand es Werner Heinen, Tie­ren in seinen Erzählungen einen Charakter zu verleihen und sie in den Mittelpunkt seiner Geschichte zu stellen.

So ist es auch in seinem 1941 erschienen Roman: „Die freie Folge", der ausschließlich in der Halterner Landschaft spielt. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die Abenteuer des Brachvogels „Krüh“ und eines Habichts, der im Laufe eines Jahres von dem Lavesumer Förster Klaas Eggebrecht zum Beizvogel ausgebildet wird. Nach dem Krieg wurde das Buch 1947 noch einmal unter dem Titel „Falken im Venn" aufgelegt.

1949 schrieb er zur Tausendjahrfeier seiner Geburtsstadt Oberpleis ein Schauspiel. 1953 folgte der autobiographische Roman : „Die Insel: Geschichte einer Kindheit“. 1967 wurde Werner Heinen für sein Lebenswerk mit dem  Bundesverdienstkreuz  1. Klasse ausgezeichnet. Die letzte Erzählung Werner Heines mit dem Titel „Monotropa“ ( eine Gattung der Fichtenspargelgewächse) erschien 1975 als bibliophiler Druck in einer Auflage von nur 130 Ex. in der Cruzenburch-Presse/ Großkrotzenburg. Die sieben beigefügten Holzschnitte der aufwendigen Edition schuf der damals an der Mainzer Werkkunstschule lehrende Maler und Graphiker Archibald Bajorat (1923-2009).

Ein Jahr später verstarb Werner Heinen am 22. Oktober 1976 in Köln.

Veröffentlichungen:

 

Bernhard Holländer

 

Bernhard Holländer wurde am 5. Mai 1934 in Emsdetten geboren. Mit 33 Jahren wurde der „Spätberufene“ am 6. Januar 1967 zum Priester geweiht. Lange Jahre führte er als Generalpräses von Münster aus das Kolpingwerk.

1979 wurde er als Nachfolger von Pfarrer Hermann Bütterhoff (1975-1979) nach Haltern versetzt. In seiner Zeit als Pfarrer der Halterner Hauptkirche nahm er die längst überfällige Sanierung der St. Sixtuskirche in Angriff. Ihr heutiges Erscheinungsbild hat er in Zusammenarbeit mit dem Architekten Bernd Kruth maßgeblich mitentwickelt und umgesetzt. Als im Jahre 1986 das 250ste Jubiläum der Halterner Kreuztracht anstand, ehrte die örtliche Kolpingfamilie ihren Präses und Pfarrer mit dem Bau einer neuen Kapelle. Nach einer schweren Herzoperation (1988) versetzte Bischof Lettmann den gesundheitlich schwer angeschlagenen Pfarrer an die kleinere Pfarre nach Ochtrup-Wellbergen. Doch statt der Ruhe warteten auch hier schwere Aufgaben auf Bernhard Holländer. In den letzten sieben Jahren seines Lebens setzte er in Ochtrupp-Wellbergen eine fällige Sanierung des 80 Jahre alten Kirchenraumes um. Als Herzstück der Sanierung wurde der gesamte Chorraum nach den Vorgaben des 2. Vatikanischen Konzils völlig neu gestaltet.

1995 erlag er im Alter von nur 61 Jahren seinem Leiden.

Neben zahlreiche Artkeln in verschiedenen Periodika verfasste er:

 

Willi Husmann

Willi Husmann lebt seit seiner Geburt im Jahr 1947 in Haltern-Lippramsdorf. Seine Berufstätigkeit von 1963 bis 2010 in der Kommunalverwaltung erstreckte sich hauptsächlich auf die Arbeit als Organisationsprogrammierer. Mit der niederdeutschen Sprache ist er in besonderem Maße verbunden. Er wuchs sozusagen zweisprachig (Platt und Deutsche Standardsprache) auf. Für die Durchführung der drei letzten Lesewettbewerbe 2006, 2008 und 2010 war er verantwortlich. Zudem bereitete er selbst die Kinder der Lippramsdorfer Lambertusschule auf den Lesewettbewerb vor.

 

Veröffentlichungen:

 

Hielta A. Hütter

Veröffentlichungen:

 

Mona Jüntgen (*16. Oktober 1972)

lebt in Haltern am See. Sie arbeitet in einer Einrichtung für erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung und/oder psychischen Erkrankungen.

Veröffentlichungen:

beteiligt:

 

Franz Josef Kalfhues

Vielen Lesern ist der Autor Dipl.-Ing. Franz-Josef Kalfhues, Geburtsjahrgang 1943, aus zahlreichen Veröffentlichungen aus dem heimatkundlichen und dem kirchengeschichtlichen Bereich in den RN, dem Vestischen Kalender und dem Halterner Jahrbuch her bekannt.

Kalfhues ist in Haltern geboren und aufgewachsen. Nach dem Besuch des hiesigen Gymnasiums studierte er Maschinenbau und Betriebswirtschaft und war bis zum Renteneintritt in leitender Stellung bei einem internationalen Lebensmittelkonzern im In- und Ausland tätig. Trotz starker beruflicher Anspannung hat er sich in seiner Freizeit über 3 Jahrzehnte für den Heimatverein Haltern e. V. als Schriftführer und im Kirchenvorstand seiner Pfarrgemeinde St.Sixtus im Bau- und Planungsausschuss eingesetzt.

Von den 14 Ausgaben der „Blätter zur Geschichte“, die vom „Verein für Altertumskunde und Heimatpflege Haltern am See e. V.“ (Kurzname „Heimatverein Haltern“) von 1985 bis 1996 als Verlagsbeilage bei den RN für den Regionalteil „Haltern“ im Zeitungsformat (Auflage ca. 10.000 je Ausgabe) erschienen waren, zeichnete Kalfhues für die folgenden 8 Ausgaben als Autor verantwortlich:

In Buchform liegen die folgenden Veröffentlichungen vor:

In den „Beiträgen zur Geschichte der Stadt Haltern - Kleine Reihe“ wurden von Kalfhues veröffentlicht:

Im Selbstverlag wurde herausgegeben:

 

Heike Kalfhues

Heike Kalfhues, Jahrgang 1976, geboren und aufgewachsen in der Seestadt Haltern, ist Diplom-Landschaftsökologin und zertifizierte Gästeführerin. Als Angestellte des öffentlichen Dienstes, Freiberuflerin und ehrenamtlich engagierte Naturschützerin setzt sie sich für einen verantwortungsbewussten Umgang mit der heimischen Natur und Landschaft ein. Die Faszination über die kleinen und großen Wunder der Schöpfung brachte sie schließlich auch zum schreiben…

 

 

 

 

 

Veröffentlichungen:

Beiträge im Halterner Jahrbuch:

 

Bernhard Kins

Am 10. Januar 1895 erblickte der spätere Lehrer Bernhard Kins in Coesfeld das Licht der Welt. Dort besuchte er auch das Lehrerseminar. 1916 übernahm er in Haltern-Sythen eine Stelle als Volksschullehrer. Bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1950 blieb er an dieser Schule. Neben seiner Tätigkeit als Lehrer begleitete er, fast lebenslang, als Organist viele Gottesdienste der katholischen Kirchengemeinde St. Josef und setzte sich auch für den Aufbau des TuS Sythen ein.

Seine Leidenschaft für Lokalgeschichtsforschung führte ihn schnell in die Reihen des Vereins für Altertumskunde und Heimatpflege Haltern am See e. V., wo er in den ersten Jahren vor allem seinen Lehrerkollegen Josef Starkmann unterstützte, ansonsten aber keine größere Rolle spielte. Seine erste „heimatkundliche“ Veröffentlichung mit dem Titel „Von der Entstehung und dem Aufbau unserer heimatlichen Erde“, erschien am Samstag, dem 3. Nov. 1923 in der Halterner Zeitung (Nr. 256). Diesem Beitrag folgten eine Vielzahl weitere Artikel, sowohl in der Halterner Zeitung, als auch im Vestischen Kalender und anderen heimatkundlichen Publikationen. Einige davon wurden nach seinem Tode, allerdings unter anderen Namen, noch einmal veröffentlicht.

Als 1930 der Sythener Heimatverein gegründet wurde, gehörte Bernhard Kins zu den Gründern. Im Laufe der nächsten Jahre trug er sehr viel Material über die Sythener Lokalgeschichte zusammen, das er sorgfältig archivierte und das zur Grundlage der ersten beiden Heimatbücher des Sythener Heimatvereins von 1955 und 1979 wurde.

Bernhard Kins starb am 22. März 1980.

 

 

Karl Kock

Veröffentlichungen:

 

Agnes und Henning von Kopp-Colomb

Veröffentlichungen:

 

Jan Koprowski (* 10. Februar 1918 in Pokrzywnica (Kieleckie) - † 5. November 2004, Warschau)

Pseudonyme: Baca, J.K., Jacek Wierzbiński, Kronikarz (Chronist).

Die Wege des Prosaisten, Poeten, Kritikers, Übersetzers und Zeitungsredakteurs Jan Koprowskis und der Stadt Haltern haben sich nur kurz gekreuzt. Er war einer der Insassen des sogenannten „Polenlagers“, das nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Haltern am See eigerichtet wurde.

Jan Koprowski entstammte aus einer kinderreichen Familie und wurde am 10. Februar 1918 in Pokrzywnica (Wojewodschaft Kielce) geboren. Seine Eltern, Jan Feliks Koprowski und Hanna Gradówna, waren Gutshofarbeiter im Dorf Pokrzywnica. 1922 zogen sie in die Siedlung Majówka im Ort Wierzbnik um. Ihr zweiter Sohn Jan ging in Starachowice zur Schule.

1934 debütierte Koprowski mit dem Gedicht „Wiosenna orka“, das in der Zeitschrift „Głos wsi“ (Nr. 16) veröffentlicht wurde. 1936 zog er nach Warschau und arbeitete dort in der Polnischen Mechanikervereinigung in Pruszków.

Während der deutschen Besatzung lebte er zunächst in Pruszków, dann in Starachowice und anschließend in Stalowa Wola, wo er sich als Gelegenheitsarbeiter durchschlug. Nach der Deportation zur Zwangsarbeit in Deutschland arbeitete er in einem Bergwerk, Hüttenbetrieb, beim Bau von Eisenbahnschienen und bei der Waldrodung. Anfangs war Koprowski im Arbeitslager in Cottbus interniert und anschließend im Familienlager Gebhardshaugen in der Nähe von Braunschweig. Dort heiratete er Felicja Majewska und am 13. April 1945 kam ihr Sohn, Jacek Wiktor, zur Welt.

Nach der Befreiung des Lagers begab sich Koprowski nach Haltern in das sogenannte Polenlager. Dort gab er die Wochenzeitschrift „Na obczyźnie“ (In der Fremde) heraus und führte die Theaterstücke „Życie jest piękne“ (Das Leben ist schön) und „Betlejem polskie“ (Polnisches Bethlehem) von Lucjan Rydla auf.

Im Frühjahr 1946 erhielt er das Angebot, in der polnischen Repatriierungsmission in Bad Oeynhausen zu arbeiten, welches er annahm. Zu seinen Tätigkeiten gehörte die Beschaffung polnischer Presseveröffentlichungen zweimal wöchentlich und ihr Vertrieb innerhalb der polnischen DP´s sowie Inspektionsreisen zu weiteren „Polenlagern“ auf dem Gebiet Deutschlands. Nach einigen Monaten wurde die Mission nach Bad Salzuflen verlegt, wo zusätzlich zur Wochenzeitschrift „Nasze Życie“ (Unser Leben), die mit Genehmigung des Befehlshabers der 6. britischen Rheinarmee erschien, täglich Nachrichten veröffentlicht wurden. Koprowski publizierte dort Artikel und Berichte.

In Berlin arbeitete Koprowski im Konsulat in der Talstrasse in Pankow und besuchte Vorlesungen in Philosophie in der Humboldt Universität. Im Frühling 1947 reiste seine Ehefrau mit den beiden Söhnen, Jacek und dem kürzlich geborenem Marek, nach Piechowice in Polen, wo Koprowskis Eltern lebten. Er selbst folgte seiner Familie Mitte Dezember im selben Jahr.

Ende 1947 wurde Koprowski Mitglied der Presse- und Informationsagentur in Niederschlesien. Er schaffte es drei Artikel zu veröffentlichen, bevor er an Bauchtyphus erkrankte. Er wurde in die Rehabilitationsklinik in Szklarska Poręba eingewiesen und kehrte erst Weihnachten 1948 nach Hause zurück. Im gleichen Jahr wurde er von der Warschauer Verwaltungsabteilung der polnischen Literaten in die niederschlesische Abteilung versetzt, wo er wenig später zum Verwaltungschef ernannt wurde. Daneben war er aktives Mitglied der Vereinigung der sudetischen Schriftsteller. In seinem Buch „Przeszłość nie umiera“ (Die Vergangenheit stirbt nicht) erinnert sich Koprowski an diese Zeit: „Wir bereisten Dörfer und Kleinstädte, trafen dort Urlauber aus allen Ecken Polens und hielten Abhandlungen über die Problematik der westlichen Gebiete. […] Was mich anbetrifft, so begann ich im Verlag „Odra“ in Kattowitz Berichte aus Niederschlesien, Gedichte und Vorträge zu publizieren. Dabei machte ich auch bei Aktionen mit, die von der Verwaltungsabteilung der polnischen Literaten aus Jelenia Gòra vorbereitet wurden.“ Im Rahmen dieser Tätigkeiten nahm Koprowski im Januar 1949 am Treffen der Schriftsteller in Stettin teil, bei dem Stefan Żółkiewski und Włodzimierz Sokorski ihre bahnbrechenden Referate hielten.

Parallel zu seiner literarischen Tätigkeit übernahm Koprowski für drei Monate die Stelle eines Inspektors in der Kreisvereinigung der Gemeindegenossenschaften in Jelenia Góra. Seine Hauptaufgabe war die Kontrolle der genossenschaftlichen Geschäfte. Koprowskis Ehefrau nahm die Stelle einer Sekretärin in einer Motorenfabrik an. Dank dieser Tätigkeit konnte Koprowski sich voll und ganz seiner journalistischen Arbeit widmen: Er veröffentlichte Artikel in der Wochenzeitschrift „Świat i Polska“ (Die Welt und Polen), schrieb Theaterkritiken für die Arbeiterzeitung und rezensierte Bücher. In dieser Zeit schrieb er auch ein Buch mit Erinnerungen an seinen Vater, das bei einem Wettbewerb mit dem Dritten Preis ausgezeichnet wurde.

Am 8. März 1950 kam sein dritter Sohn, Szymon Paweł, zur Welt und im August zog Koprowski mit seiner Familie nach Łódź um. Über sein literarisches Wirken in Jelenia Góra resümierte er folgendermaßen: „ So viel ehrliche Freude und Hoffnung verband sich mit diesen gewonnenen Gebieten, so viele Zukunftspläne und welch großartige Perspektiven hatten wir für diesen westlichsten Zipfel Niederschlesiens! Heute, zehn Jahre später, rühren mich Gedanken an diese Augenblicke. Wir waren so naiv und kindisch, betrachteten die Zukunft mit der für Poeten typischen Vernachlässigung der Realitäten, bestärkt und begeistert durch die Schönheit der Landschaft, der Wege und der Ortschaften. Und eben das wird am meisten fehlen: der Glaube und die Träume, die wie Schnee in der Sonne dahin schmolzen, von denen nur ein Hauch in unseren Gedichten, Artikeln und Erzählungen blieb.“

In Łódź übernahm Koprowski im Haus der Literaten in der Bandurskistr. 8 die Wohnung von Artur Sandauer. Er war Mitarbeiter der örtlichen Zeitungsredaktionen (Dziennik Łódzki, Łódź Literacka, Kronika) und überregionaler Zeitungen wie z. B. „Poezja“, „Życie Literackie“. Ab dem 1. Juli 1953 übernahm er die Stellung des Leiters der Literaturabteilung im Neuen Theater, die er elf Jahre innehatte. In den Jahren 1962 bis 1965 war er Abteilungsleiter der polnischen Literatenvereinigung in Łódź. 1964 wurde er ebenfalls Mitglied des PEN-Clubs. 1971 offerierte ihm der Chefredakteur der Monatszeitschrift „Literatura na Świecie“ die Ressortleitung für deutschsprachige Literatur, die er gerne übernahm.

Im November 1972 zog Koprowski aufgrund der wachsenden Verpflichtungen in der Hauptabteilung der polnischen Literatenvereinigung nach Warschau in die Szwoleżerów-Siedlung. Dort übernahm er die Stelle des stellvertretenden Chefredakteurs der Wochenzeitschrift „Literatura“.

1977 erlebten die Koprowskis eine familiäre Tragödie: Der älteste Sohn Jacek erkrankte an Krebs und starb an den Folgen der Krankheit. Am 12. Juli 1978 wurde er auf dem Zarzewski-Friedhof beigesetzt. Koprowski arbeitete bis 1986 und ging im gleichen Jahr in Rente. Danach war er weiterhin Mitarbeiter der Zeitschrift „Kultura“, wo er eine eigene Kolumne hatte. Ferner bereiste er West- und Mitteleuropa, den Nahen Osten und die Mongolei. Er starb am 5. September 2004 nach einer langen und schweren Krankheit in Warschau.

Für seine literarische Arbeit erhielt Koprowski eine Reihe von Auszeichnungen.

Weitere Hinweise und Bibliographie: http://jbc.jelenia-gora.pl/Content/984/koprowski_jan.html

Veröffentlichungen u.a.:

 

Karl-Heinz Kramer (*10. November 1924 – † 27. November 2006)

Karl-Heinz Kramer war Autor, Filmproduzent und Kameramann. Über seine Arbeit in China gab er heraus:

Ein Leben für den Film: Karl-Heinz Kramer (Ein Porträt von Eva Masthoff)

Eine ausführliche Biographie siehe unter „Filmemacher“

 

Norbert Kühne (Ossip Ottersleben)

Norbert Kühne wurde  am 23. Juni 1941  Groß Ottersleben bei Magdeburg geboren. Seine Kindheit und Jugend verlebte er in Radheim bei Darmstadt, später in Schlossborn  im Taunus. Im nahegelegenen  Königstein machte er sein Abitur um danach katholische Theologie, Philosophie, Psychologie und Orientalistik in Frankfurt, Mainz und Würzburg zu studieren. 1969 schloss er in Würzburg das Studium mit dem Diplom in Psychologie ab.

Zunächst arbeitete er für etwa drei Jahre in der Erwachsenenbildung, um dann an das spätere Hans-Böckler-Berufskolleg Marl/Haltern zu wechseln. Dort unterrichtete er von 1973 bis 2003 die Schüler in den Fächern Psychologie und Pädagogik bzw. Erziehungswissenschaften. Auf Grund seiner Fähigkeiten wurde er zum Abteilungsleiter der sozialpädagogischen Abteilung bestellt.

Norbert Kühne wirkte auch in den Lehrplankommissionen des Kultusministers in Nordrhein-Westfalen in den Bereichen Pädagogik und Erziehungswissenschaften mit. In den letzten Jahren seiner Tätigkeit baute er die Beratungsstelle zur Schullaufbahnberatung des Berufskollegs Marl/Haltern auf.

Norbert Kühne gilt als einer der fruchtbarsten Autoren der Region. Im Laufe seines Lebens veröffentlichte er eine Vielzahl von Gedichten und Kurzprosa, anfangs vor allem in  Zeitschriften der alternativen Szene, aber auch für sozialwissenschaftliche Zeitschriften wie Päd Extra (Frankfurt), Psychologie Heute (Weinheim) usw..

Für seinen Roman „Der Mord am Bürgermeister“ (Literarischer Verlag H. Braun, Leverkusen, 1977) erhielt er den Literaturpreis von St. Pölten (Österreich). Auch in der Kinderbuch-Reihe des Rowohlt-Verlags (Rotfuchs) erschienen von ihm mehrere literarische Texte. In den 70er und 80er Jahren des 20. Jh. Jahrhunderts machte er mit literarische Aktionen auf sich aufmerksam die er u. a. mit Werner Streletz in der Region Recklinghausen-Münster durchführte.

Der bedeutende Lyriker Karl Krolow nannte seine Gedichte „Glaslandschaften poetischer Romanität“ und weist damit auf die poetische Orientierung des Autors hin.

Zusammen mit Professor Sho Hayashi von der Universität Fukui publizierte Norbert Kühne in Japan vier Bücher für Germanistik-Studenten und Studierende, die Deutsch als Fremdsprache gewählt hatten. Gemeinsam mit Prof. Hayashi und  Paulus Kaufmann übersetzte er das Hauptwerk des bekannten Völkerkundlers Tanigawa Keni`chi : Über das Jenseits - Wohin die Seele der Japaner strebt, ins Deutsche:

In den letzten Jahren veröffentlichte Norbert Kühne vor allem Sachbücher und Lehrbücher zur Sprachpsychologie, Psychologie, Sozialpädagogik und Pädagogik. Er schreibt regelmäßig für die Zeitschrift "klein&groß" (Cornelsen, München).

Von September 1988 bis Juli 1990 war Kühne Sprecher des Bezirks Dortmund des Verbandes deutscher Schriftsteller (VS) und organisierte in dieser Zeit den Kulturaustausch mit dem Schriftstellerverband in Krakow (Polen).

Norbert Kühne ist Mitglied der Autorengruppe TRAM in Recklinghausen, sowie Gründungs- und Vorstandsmitglied des Vereins für Kultur und Lebenshilfe e. V. (Bitterfeld). Von 1980-1986 wohnte Norbert Kühne in Haltern am See. In dieser Zeit entstand u. a. sein Beitrag „Mein Sonntag in Haltern“ für das Sonntagsmagazin des WDR.

Darüber hinaus bemühte er sich seinerzeit sehr intensiv darum die literarische Szene des Ortes und der Region zu beleben. Das „Literatur aus der Nähe Konzept“ der Stadtbücherei Haltern am See beruht eigentlich auf seinen, von ihm damals ausformulierten Ansätzen einer lebendigen Kulturszene.

Der Autor und Publizist lebt heute in Marl.

 

 

Bernd Lamm

 

Bernd Lamm wurde am 20. 3.1943 in Haltern am See geboren, wo er immer noch lebt. Er ist verheiratet und hat einen Sohn. Seit seiner Jugend beschäftigt er sich mit der Photographie. Durch den Halterner Naturphotographen und ehemaligen Vorsitzenden des Halterner Photoclubs Fred Rehm fand er den Weg zur Naturphotographie. Er ist seit 20 Jahren Mitglied der Gesellschaft Deutscher Tierphotografen (GDT). Bernd Lamms einfühlsame und ausdrucksstarken Bilder bringen dem Betrachter die Natur und die Schönheit der Welt in all ihren Facetten nahe. Seine Photoexpeditionen führten ihn in die verschiedensten Länder der Erde, darunter  Alaska, Texas, Montana, Wyoming, New Mexiko, Schweden, Holland, Kasachstan, Polen und Bulgarien.

 

 

Trotz der vielen Auslandsreisen galt ihm lange Zeit die deutsche Grenzregion zu Polen als bevorzugtes Photogebiet, wo er fast zehn Jahre lang, den europäischen Seeadler beobachtet und photografiert hat. Im Moment steht die heimische Sumpfohreule im Focus seines Interesses, die er vor allem auf der Insel Langeoog beobachtet.

Bernd Lamms Bilder erschienen in zahlreichen Büchern, Zeitschriften und Kalendern. 2005 brachte er zusammen mit Elli H. Radinger im Tecklenborgverlag ein Buch über die Dülmener Wildpferde heraus, das, zumindest was die photographischen Illustrationen angeht, als das vielleicht anspruchvollste gelten darf, das in den letzten Jahren erschienen ist

Bernd Lamm wird durch verschiedene Fotoagenturen vertreten, darunter die Okapia KG Michael Grzimek & Co, die 1954 von Michael und Bernhard Grzimek in Frankfurt am Main gegründet wurde, und die Agentur blickwinkel.

Veröffentlichungen:

 

Alexander Lebenstein (* 3. November 1927 in Haltern/Westf. - † 28. Januar 2010 in Virginia, USA)

 

Alexander Lebenstein in der Realschulke in Haltern am See

 

 

Alexander Lebenstein wurde am 3. November 1927 in Haltern als viertes Kind und einziger Sohn des Metzgers Nathan Lebenstein (geb. in Haltern am 21. 4. 1880) und seiner Frau  Lotte geb. Josefs (geb. am 18. 9. 1884 in Jever) geboren. Bis zur Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahre 1933 lebte die Familie unbehelligt und bescheiden in ihrem Haus Disselhof 36.

 

 

Das zuvor ausgeglichene Verhältnis der Einwohner untereinander veränderte sich nach 1933 durch die politische Hetzpropaganda der Nationalsozialisten deutlich. So soll 1935 auch in Haltern erstmals ein Schild mit der Aufschrift: „Juden unerwünscht“ aufgetaucht sein. Am 9. November 1938 waren die Menschen bereits so sehr von der staatlichen Propaganda beeinflusst, das in der so genannten Reichskristallnacht (Reichspogromnacht) dann auch in Haltern die Ereignisse eskalierten. Zwar blieb es in der Nacht, als bereits in anderen Städten die Synagogen brannten, in Haltern alles ruhig, doch am Vormittag des 10. November brach sich der staatlich verordnete Judenhass auch in Haltern seine Bahn. Beginnend in der Rekumer Straße und Merschstraße plünderte der aufgehetzte Mob die Wohnungen ihrer jüdischen Mitbürger, verbrannten deren auf die Straße geworfenen Möbel und demolierten die Synagoge. Kurz nach Mittag erreichten die großteils uniformierten SA-Männer in Begleitung der Hitlerjugend das Haus Nathan Lebensteins. Auch hier wurde die Familie bedroht, die Menge drang in das Haus ein, die Möbel wurden auf die Straße geworfen und angezündet.

In Todesangst konnte die Familie gerade noch flüchten, fand aber dank der Halterner Bürgerin Aenne Sondermann-Plum zunächst Unterschlupf in deren Haus. Nach dem sich die Lage wieder beruhigt hatte, wurden sämtliche noch in Haltern lebenden jüdischen Bürger im Haus Münsterstr. 28 untergebracht und nach und nach deren Besitzungen enteignet. Dennoch wurden die inzwischen fast mittellos dastehenden Menschen weiterhin von staatlichen Stellen drangsaliert. 1942 erfolgte die Deportation der Familie nach Riga. Lediglich Alexander überlebte den Holocaust und kehrte nach Kriegsende nach Haltern zurück.

Da er schnell merkte, hier nicht mehr willkommen zu sein, entschloss sich Alexander Lebenstein 1947 dazu, in die USA zu seiner bereits 1939 emigrierten Schwester Alice (geb. 16. 7. 1920)  nach Richmond (Virginia) auszuwandern. Später baute er sich in New York eine neue Existenz auf.

Bis zur Gebietsreform von 1975 hatte es in Haltern nicht einmal den Versuch einer Geschichtsaufarbeitung  gegeben. Erst Ende der 70er Jahre holte den Rat der Stadt das Thema im Zuge der Diskussion um die Anbringung einer Gedenktafel am Halterner Rathaus ein. 1980 folgte der Beschluss sich zukünftig an der „Woche der Brüderlichkeit“ zu beteiligen.

Da allerdings auch öffentlich immer wieder der Versuch unternommen wurde, die Ereignisse der NS-Zeit zu verharmlosen, wurde der 1899 gegründete Verein für Altertumskunde und Heimatpflege, der ab 1935 selbst unter dem Naziterror zu leiden gehabt hatte, gebeten, die in Haltern und vor allen Dingen in Münster vorhandenen Quellen zu sichten und zusammenzustellen. In Absprache mit der Stadtverwaltung wurde das Vereinsmitglied Hans Günther Schneider beauftragt, zunächst die Geschichte der jüdischen Gemeinde in den 30er und 40er Jahren in Haltern zu recherchieren. 1981 legte Schneider einen knapp 40seitige Abstrakt vor, der in der Hausdruckerei der Stadtverwaltung vervielfältigt und sämtlichen Ratsmitgliedern zur Verfügung gestellt wurde. Auf Grund dieses „Abstrakts“, wurde Schneider gebeten, seine Arbeit auszuweiten und als Buch herauszubringen. Es erschien 1982 unter dem Titel : „Die Geschichte der Juden in Haltern“, und darf als eine der ersten lokalen Veröffentlichungen zu diesem Thema gelten, die ein westfälischer Geschichtsverein herausgebracht hat.

Schneiders Buch konnte in der Folge genau jene wohltunende Wirkung in der Auseinandersetzung mit der eigenen lokalen Geschichte des „Dritten Reiches“ erzeugen, die sich Stadtverwaltung und Verein erhofft hatten. In der Folge entstanden vor allem eine Vielzahl von Schulprojekten und es erschienen weitere kleinere und größere Veröffentlichungen die Schneiders Arbeit ergänzten und fortführten. 

Eines dieser Schulprojekte animierte 1994 zwei Schülerinnen der Halterner Realschule dazu, sich mit Alexander Lebenstein (dem inzwischen einzigen Überlebenden des Holocausts) in Verbindung zu setzen. Aus diesem ersten Kontakt entstand ein Briefwechsel, an dessen Ende sich Alexander Lebenstein nach anfänglich strikter Ablehnung dazu entschloss, die Einladung seiner ehemalige Heimatgemeinde anzunehmen und doch noch einmal nach Deutschland zu reisen. Die jungen Menschen eroberten sehr schnell sein Herz und veränderten nachhaltig sein Leben. Erstmals begann er öffentlich - in Kirchen, Schulen, Bibliotheken und im Viginia Holocaust Museum über sein Leben und seine schrecklichen Erlebnisse zu sprechen.

Es folgten vier weitere Besuche, und zwischen dem inzwischen „lebensweisen“ Alexander Lebenstein und den jungen Menschen entwickelte sich ein ganz außergewöhnliches und tiefes Verständnis füreinander, was ihn dazu veranlasste, ein ganz persönliches Versöhnungswerk, den  "Alexander Lebenstein Fund für Toleranz und Menschenrechte“ ins Leben zu rufen.

Alle, die ihn kennen lernen durften, beeindruckte die Art und Weise, wie der „alte Herr“ seine eigenen Vorbehalte überwand und mit den Halterner Jugendlichen an einer Zukunft ohne Rassenhass arbeitete. Von dieser Haltung tief beeindruckt, regte der jetzige Bürgermeister Bodo Klimpel am Holocaustgedenktag 2008 dazu an, doch Alexander Lebenstein auf Grund seiner persönlichen Verdienste und seines Versöhnungswillens die Ehrenbürgerwürde der Stadt Haltern anzutragen. Nach dem eigentlichen Festakt am 5. Juni 2008 erfolgte in diesem Zusammenhang die Umbenennung der städtischen Realschule in „Alexander-Lebenstein-Realschule der Stadt Haltern am See“.

Im selben Jahr veröffentlichte Alexander Lebenstein mit Hilfe des Journalisten Don Levin seine Lebenserinnerungen unter dem Titel „The Gazebo“ (Die Gartenlaube). Gut eineinhalb Jahre später, am 28. Januar 2010, verstarb der bedeutende Versöhner im Alter von 82 Jahren. Der Halterner Realschule vermachte er 30.000 US-Dollar aus seinem Vermögen.

Seine englischsprachige Biographie kann auf der Web-Seite www.thegazebobook.com gelesen werden.

 

Veröffentlichungen:

Weitere Veröffentlichungen zu diesem Thema:

 

Josef Lehmkuhl

Blick in die Kinderbücherei

 

Josef Lehmkuhl ist in Duisburg aufgewachsen. Nach seinem Chemiestudium war er in führenden Positionen beruflich in Köln, Frankfurt und Lünen tätig, hauptsächlich im Bereich Umweltschutz, u.a. bei der Firma REMONDIS. Er hat Verfahren entwickelt, Patente erworben, Firmen gegründet sowie Chemie-Anlagen geplant und gebaut.

Seit 1999 wohnt er in Haltern am See. Seit seiner Jugendzeit interessiert er sich für Kunst und Kultur und ist seit 2005 als Autor, Künstler und als Kultur-Förderer aktiv. In Haltern am See organisiert er seit 2008 gemeinsam mit der Stadtagentur "KlassikTouren" in nahegelegene Konzert- und Opernhäuser und gibt dazu Einführungsvorträge. Im Förderverein der Stadtbücherei Haltern ist er Vorstandsmitglied, organisiert die jährliche Kulturreise und hält jährlich eine Musiklesung. Seine Sachbücher beleuchten insbesondere das kulturelle Erbe unserer Zeit, bisher sind folgende Buchtitel erschienen:

 

 

Ludwig Licht

Rita Harder Ludwig Licht wurde in Herten geboren. Sein Abitur machte er in Marl. Seit ist 1974 ist er mit eigenen Jazz-Formationen unterwegs. Im Jahre 1977 wurde er als hauptamtlicher Musiklehrer an der Musikschule Haltern am See angestellt, wo er heute noch wirkt. 1981 beteiligte er sich erfolgreich beim Kompositionswettbewerb „Neue Musik für Kinder und Jugendliche“; er war 1986 mehrfach im Hörfunk des WDR zu Gast.

1984 reichte er als Beitrag zum 4. Osnabrücker Experimental-Film-Workshop einen eigenen Film ein, der in Ausschnitten im III. Programm des WDR zu sehen war.

Seit 1970 betätigt sich Ludwig Licht auch als Lyriker und Verfasser von Aphorismen und „Graphorismen“. 1981 erste Veröffentlichungen seiner „Graphorismen“ im Marler Li-La-Lesebuch und in der von der Stadtbücherei herausgegebenen Heftreihe Literatour aus der Nähe. (Heft 1.)

Ludwig Licht lebt heute auf dem Künstlerhof Lavesum.

 

 

Max Lincke (*3. Januar 1877 in Lindau (Anhalt/heute Stadtteil von Zerbst), +30. Juni 1950 Haltern)

Der bedeutende Ökologe, Forstwirt und Verwaltungsfachmann Heinrich Paul Carl Max Lincke wurde am 3. Januar 1877 in Lindau (Anhalt/heute Stadtteil von Zerbst) als Sohn des Apothekers Alexander Lincke und dessen Ehefrau Antonia (Toni) Lincke geb. Hoffmann geboren. Später verzog die Familie wahrscheinlich nach Höxter. Jedenfalls legte Max Lincke dort seine Reifeprüfung am König-Wilhelm-Gymnasium ab. Während eines Praktikums in der nahen Fürstlich Corvey´schen Oberförsterei entdeckte er seine Leidenschaft für die Forstwirtschaft. Es folgte ein einjähriger Wehrdienst, den er in Berlin-Lichterfelde bei den Gardeschützen ableistete.

Danach nahm er ein Studium der Forstwissenschaft in dem unweit Berlins gelegenen Eberswalde/Brandenburg auf. Bereits während seines Studiums knüpfte er Verbindungen zur Herzoglich Arenberg´schen Hof- und Rentkammer und dem späteren Hofkammerpräsidenten und Oberforstmeister Franz Ewers, dem er bei der Forsteinrichtung als Vermesser assistierte. Nach seinem Abschluss in Eberswalde folgte noch ein Studium der Rechts- und Staatswissenschaften an der Universität Münster und ein Studium der Geodäsie an der Technischen Universität in Berlin.

Im Jahre 1901 wurde er von der Herzoglich Arenberg´schen Hofkammer als Förster eingestellt. Nach eigener Aussage trat Lincke dann 1902 in die Verantwortung für die Recklinghäuser Oberförsterei ein, die in Haltern angesiedelt und noch bis 1903 von seinem Vorgänger, Oberförster Herbert Unfried, geleitet wurde. Nach dem Ausscheiden Unfrieds stellte die Arenbergische Verwaltung Lincke mit knapp 26 Jahren als Oberförster auf Lebenszeit ein. Lincke übernahm damit einen der größten Waldbetriebe Westfalens. Bis zu diesem Zeitpunkt betrug die Gesamtfläche der Wälder, die von der Oberförsterei Haltern aus betreut wurde, 4.649 ha.

Da es dem Herzog von Arenberg im Jahre von Linckes Dienstantritt jedoch gelang, das sich vormals im Besitz des unverheiratet gebliebenen Grafen Nicolaus von Esterhazy befundende Schloss Nordkirchen von dessen Erben mit allen Liegenschaften und den dazugehörigen Wäldern in Davensberg zu erwerben, kamen noch einmal 806 ha hinzu. Durch weitere Zukäufe wuchs die Fläche sogar auf insgesamt 1.500 ha an, so dass Max Lincke nunmehr insgesamt 6.150 ha oder rd. 61 Quadratkilometer Wald mit Hilfe von 8 Revierförstern, die ihm unterstanden, zu bewirtschaften hatte.

Nie sind in der Stadt Haltern am See die Gerüchte verstummt, dass er in so jungen Jahren eine solch verantwortungsvolle Position nur deshalb erreichen konnte, weil er sich dazu bereit erklärt hatte, einen Fehltritt des Sohnes der Familie Arenberg zu vertuschen. Er soll dessen schwangere Geliebte geehelicht und damit der herzoglichen Familie einen Skandal erspart haben. Ob diese Gerüchte der Wahrheit entsprechen, darf jedoch in Frage gestellt werden. Tatsache ist, dass er am 3. November 1903 an seinem ehemaligen Studienort Eberswalde die dort wohnhafte Irmgard Eva Helene Neumann heiratete. Sie war die älteste Tochter des bereits 1898 verstorbenen protestantischen Pfarrers Max Traugott Robert  Neumann (30.7.1854 - 20.2.1898), der bis zu seinem frühen Tode am Altar der dortigen Maria Magdalenen Kirche diente. Verheiratet war Max Neumann mit Agnes Caroline Sophie Luise Schmidt (10.12.1856 - 7.1.1932). Das Ehepaar hatte sechs Kinder: Irmgard, Werner, Erika, Robert, Elfriede und Ruth. Eine irgendwie geartete Verbindung zu der Familie Arenberg würde sich nur dann belegen lassen, wenn auch ein Sohn der Familie Arenberg zu gleicher Zeit in Eberswalde Forstwirtschaft studiert hätte.

 

Die Familien Lincke und Neumann im Jahre 1914 in Eberswalde.

Stehend von links: Ruth Neumann, später Rockicki, Max Lincke, Robert Neumann (Forstmeister)

Sitzend von links Irmgard verh. Lincke, Kinder, Mutter Agnes Neumann, Elfriede, später Rosenthal.

 

Sollten die Gerüchte jedoch auf Wahrheit beruhen, wird dadurch sein späterer Ruf als „Schwerenöter“ und „Herzensbrecher“ verständlicher. Die in seinen ausgedehnten Wäldern gelegenen Forst- und Jagdhütten soll er nicht nur für dienstliche Zwecke, sondern auch als versteckte „Liebeslauben“ genutzt haben.

Als Max Lincke am 30. Juni 1950 verstarb, konnte er auf ein außergewöhnlich erfolgreiches Lebenswerk zurückblicken. In den mehr als vier Jahrzehnten, in denen er die Verantwortung für die Wälder der Haard trug, war es ihm gelungen, einen ausschließlich für die Bedürfnisse des Bergbaus zugeschnittenen Wirtschaftsforst, der von Monokultur und Krankheiten geprägt war, in einen üppig gedeihenden Mischwald zu verwandeln.

Als Autor veröffentlichte er im gleichen Zeitraum insgesamt zehn Bücher sowie zahlreiche kleinere und größere Aufsätze. Sein erstes Werk: „Ausbildung und Prüfung von Privatforstbeamten“ erschien 1906, sein zweites Buch „Die Erzielung günstiger Holzpreise im Walde“ im Jahre 1908.

In seiner neuen Heimatstadt fasste er schnell Fuß, indem er bereits 1904 dem Verein für Altertumskunde und Heimatpflege beitrat und dem er später über viele Jahre hindurch als Vorstandsmitglied gedient hat. Als Landwehrreserveoffizier gehörte er selbstverständlich auch dem Halterner Kriegerverein an, den er von 1907 bis 1909 als Vorsitzender führte. Die Verknüpfung dieser beiden Interessen führte vermutlich im Jahre 1914 zur Errichtung eines Kriegerehrenmales, das in seiner Ausführung nicht von ungefähr an eine verkleinerte Ausgabe eines „Hermanndenkmales“ erinnerte.

Vorausgegangen war das Jahr 1909, das damals ganz im Zeichen der 1900-Jahrfeier der „Hermannschlacht“ stand. Natürlich inspirierte dieses Ereignis auch den damals noch jungen Halterner Altertumsverein. Zur Jahreshauptversammlung fasste das Vereinsmitglied Pfarrer Tellen aus Buldern die damaligen Forschungsergebnisse über den Verlauf der Schlacht in einem Vortrag zusammen. Für einen sommerlichen „Festkommers“ mit Damen dichtete unter dem Pseudonym Frida Baum der als „Dichter“ dilettierende Bäckermeister Gottfried Böhmer  eine Halterner Römer-Hymne, die auf der bekannten Melodie „Als die Römer frech geworden“ gesungen werden konnte. Und selbstverständlich reiste auch eine Delegation des Altertumsvereins zu den Hauptfeierlichkeiten, die damals vom 13. bis zum 15. August in Detmold stattfanden. Von der dortigen Veranstaltung beeindruckt, schrieb Lincke auf einer bis heute erhaltenen Postkarte an seine Ehefrau die Zeilen: „…und es ist schade, dass der „Hermann“ nicht in „Haltern-Aliso“ steht...“ . Bereits zuvor hatte er in den zwei Jahren seiner Zeit als Vorsitzender (1907-1909) die Mitglieder seines Kriegervereins dafür gewinnen können, sich für die Errichtung eines Kriegerehrenmales stark zu machen. Um die dafür benötigten Geldmittel zu beschaffen, veranstaltet er u. a. „Vaterländische Festspiele“, die allein 800 Mark einbrachten. Andere Vereine und auch die Stadt Haltern zogen nach, so dass Ende 1913 eine Summe von rund 7000.- Mark für das Denkmal zur Verfügung standen, das im darauf folgenden Jahr aufgestellt werden sollte. (Zum Vergleich: Die reinen Baukosten des 1907 errichteten Römermuseums betrugen 18.000.- Mark.)

Max Lincke stand dem Denkmalkomitee vor, das letztlich die Entscheidung über mehrere Entwürfe zu fällen hatte. Natürlich konnte man nicht eine Hermann-Figur ausschreiben, ohne sich lächerlich zu machen, aber die Verantwortlichen schienen ihre Intensionen durchaus klar verfolgt zu haben. Auch drei Halterner Firmen hatten Entwürfe eingereicht, darunter der zu seiner Zeit hochgeschätzte Bildhauer Bernhard Wirtz, der aber als Entwurf einen sterbenden Krieger, dem eine Friedensgöttin den Lorbeerkranz aufsetzt, einreichte. Sein Entwurf fiel deshalb durch, wie auch alle  anderen aus Haltern stammenden Entwürfe. Trotz zahlreicher Proteste, auch aus den Reihen des Magistrats, entschied sich das Komitee für den Entwurf des jüdischen Düsseldorfer Künstlers Dietrich Meinardus, der in den Mittelpunkt seines Denkmals eine an den Römerbezwinger erinnernde Germanenfigur stellte. Damit der Bezug aber auch jedem klar wurde, wurden noch drei Reliefs angebracht, von denen das erste die Hermannschlacht im Jahre 9 n. Ch. darstellte.

Natürlich lässt sich letztlich nicht beweisen, ob Linckes damaliger Besuch in Detmold wirklich den Ausschlag gab, seiner Heimatstadt Haltern einen „kleinen“ Hermann zu schenken, ganz sicher aber spielte Linckes Zugehörigkeit zum Altertumsverein und die damals in Haltern grassierende „Aliso-Euphorie“ eine gewichtige Rolle bei der Entscheidung. Die Einweihung des Denkmals jedenfalls fand im Rahmen eines Kreiskriegerverbandsfestes vom 18.-20. Juli 1914, genau zwei Wochen vor Ausbruch des ersten Weltkrieges, statt. Max Lincke hielt das Schlusswort. In ihm führte er aus, dass dieses Denkmal vor allem der heranwachsenden Jugend als ein Ansporn für Mut, Tapferkeit und Vaterlandsliebe dienen solle. Dass zwei Wochen  später der Erste Weltkrieg ausbrechen sollte und ein Großteil der dort angesprochenen Jugend vier Jahre später auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkrieges verblutet war, daran glaubte zu diesem Zeitpunkt in Haltern noch niemand.

Ob von der Euphorie des Kriegsausbruchs angesteckt, oder allein aus Pflichtgefühl wissen wir nicht. Aber nur wenige Wochen später reihte sich auch Max Lincke als Freiwilliger in die Reihen des Westfälischen Jäger-Bataillons Nr. 7 in Bückeburg (Bückeburger Jäger) ein, das dem VII. Armeekorps in Münster unterstand. Mit seiner Truppe kämpfte er sich durch Belgien nach Frankreich vor, bis er im September 1914 in die Kämpfe bei Chivy verwickelt wurde. Von Anfang an hatte er mit auftretenden Schmerzen und Schwindelanfällen zu kämpfen, die ihn zu einem Arztbesuch zwangen. Die Untersuchung des damals 37-jährigen ergab eine sofortige Wehruntauglichkeit, und er wurde nach Hause geschickt. In die Kaserne zurückgekehrt, schrieb er bis zu seiner endgültigen Entlassung für die Schaumburg-Lippische Landeszeitung seine Fronterlebnisse nieder, die zunächst innerhalb einer Serie (vom 15.07.-15.09.1916) und dann als Sonderdruck in Buchform unter dem Titel: „Mit den 7. Reserve-Jägern nach Belgien und Frankreich. Aus dem Kriegstagebuch eines Landwehroffiziers“ im dortigen Grimme-Verlag veröffentlicht wurden.

Der Ausgang des Ersten Weltkrieges und die nachfolgende Revolutionszeit erschütterten das bis dahin festgefügte Weltbild eines Mannes, der seine Sozialisation vor allem im zweiten Kaiserreich erfahren hatte, zutiefst. Mehr noch als zuvor wandte er sich wohl deshalb seinen forstwissenschaftlichen Studien zu. Auf Wunsch des in Neudamm/Neumark (Westpommern), ansässigen Neumann-Verlages,  dem damals führenden Unternehmen auf dem Gebiet der Forstwissenschaft,  Jagd,  Fischerei  und  Naturkunde, überarbeitete er als erstes ein Standardwerk der damaligen Forstwirtschaft, das den Titel  „Das Wildgatter“ trug und 1890 in erster und 1898 in zweiter Auflage von dem Forstwirt Hubert Schumacher herausgebracht worden war. 1921 erschien die von Lincke überarbeitete 3. Auflage. Im selben Jahr veröffentlichte er ein zweites Werk, das sich mit dem Thema Grubenholz für den Bergbau auseinandersetzte. Es trug den Titel: „Das Grubenholz von der Erziehung bis zum Verbrauch. Ein Handbuch für Forstwirte, Waldbesitzer, Bergbeamte u. Holzhändler“. Vermutlich kamen ihm bei den Vorarbeiten zu diesem Manuskript die ersten Zweifel, ob die bis dahin übliche Art der Forstbewirtschaftung auf Dauer nicht zur ökologischen Zerstörung des Waldes führen würde. 1922 folgte ein Buch über „Hochsitze und Jagdschirme“ und 1927 eine heute nur noch bibliographisch nachzuweisende Schrift über die „Waldbrandmelde-einrichtung in der Herzoglich Arenberg´schen Oberförsterei Haltern“.

1929 wurden die Wälder der Haard an die Gewerkschaft „Morgenglück“ verkauft und in die unter der Leitung Linckes gegründete „Flaesheimer Forstbetriebs- und Sandverwertungsgesellschaft“ überführt. Diese Maßnahme führte dazu, dass sämtliche Reviere neu abgesteckt werden mussten, da die außerhalb der Haard liegenden Wälder des Herzoglichen Besitzes nicht in die neue Aktiengesellschaft einflossen. Allerdings wurden dafür die bisherigen Waldungen aus dem Besitz der Morgenglück AG in seine Verwaltung überführt, so dass das Forstamt Haltern nunmehr 5.450 ha Wald bewirtschaftete. 1932 wurde eine Forstbewirtschaftungsgemeinschaft gebildet, die sich aus der Gewerkschaft Morgenglück, der Arenberg Bergbau AG, der Harpener Bergbau AG, der Bergwerksgesellschaft Hibernia und der Gelsenberg AG zusammensetzte.

Lincke wurde nun von der Gewerkschaft Morgenglück übernommen und zum Forstmeister ernannt. Allerdings verkleinerte sich sein Forstbezirk dadurch auf knapp 4.000 ha Fläche, die sich von nun an aus sechs Revierförstereien zusammensetzte. Diese Einteilung blieb auch nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten bestehen.

Als Vorstandsmitglied des Altertumsvereins geriet er in dessen Auseinandersetzungen mit der NS-Partei, die letztlich 1939 zur Übergabe des Halterner Museums an die Stadt Haltern führten. Linckes Unterschrift steht neben der des greisen Vereinsgründers Alexander Conrads auf dem Übergabevertrag.

In der Politik scheint Lincke keine Rolle gespielt zu haben. Ihn beschäftigte vor allem das große Thema seines Lebens, der ökologische Umbau der reinen Nadelholzbestände Nordwestdeutschlands in einen zumindest annähernd naturnahen Mischwald. Wie bereits erwähnt, waren ihm vermutlich schon Anfang der 20er Jahre Zweifel an den damaligen Grundsätzen der Forstwirtschaft gekommen. Um den ungeheuren Bedarf an Stempelholz für den Bergbau zu decken, waren die Forstwirte damals dazu übergegangen, riesige Flächen mit reinen Nadelholzbeständen aufzuforsten. Die Folge waren kranke wildtierlose Wälder, die darüber hinaus auch noch überaus anfällig für die von der Industrie erzeugten Rauchgase waren, die damals in gewaltigen Mengen ausgestoßen wurden.

Es war ein eher unerfreuliches Ereignis, das es ihm ermöglichte, einen großflächigen Versuch in einer anderen Richtung zu unternehmen. Im August 1923 hatten während der Ruhrbesetzung französische und belgische Besatzungssoldaten bei Artillerieschussübungen große Teile des Baumbestandes der Haard vernichtet oder schwer beschädigt. Lincke ließ die zerschossenen Bäume entfernen und forstete die Lücken unter einem Schirmbestand von Nadelholzbäumen mit Laubhölzern wieder auf. Eine Methode, die er später mehrfach propagierte. Er untersuchte die Beschaffenheit der Böden in Laub-, Misch- und Nadelwäldern, sowie die Wachstumsfähigkeiten einzelner Baumarten. Auch der Fauna und ihren Bedürfnissen widmete er sich ausführlich.

Dabei war ihm immer bewusst, dass die Wälder der Neuzeit ein Produkt aus Menschenhand waren, die sich deutlich von den ursprünglichen Urwäldern unterschieden. Jahre hindurch untersuchte er die von Menschenhand verursachten Eingriffe in den Wald und die damit verbundenen ökologischen Folgen in allen Epochen der Geschichte. Die Ergebnisse seiner Untersuchungen ließen in ihm die Überzeugung wachsen, dass es dringend angeraten sei, die Monokulturen durch Mischwälder zu ersetzen.

Dabei blieb ihm aber immer bewusst, dass insbesondere privat bewirtschaftete Wälder letztlich einen Nutzen für ihre Besitzer abwerfen müssen. Wohl auch deshalb propagierte Lincke den Anbau nichtheimischer Baumarten. Zu diesen zählte vor allem die amerikanische Roteiche, die sich im Gegensatz zu einheimischen Eichenarten auch noch als besonders rauchgasresistent erwiesen hatte, darüber hinaus aber auch noch andere Vorteile besaß. Sie war schnellwüchsiger als einheimische Arten und gab sich vor allem mit nährstoffarmen Sandböden zufrieden, wie sie in der Haard vorwiegend vorkommen. Auch gegen den Befall von Mehltau und Eichenwickler schien sie resistent zu sein. Krankheiten, die damals Nachzuchten der deutschen Eiche in Nordwestdeutschland so gut wie unmöglich machten.

Soweit es ihm möglich war, untersuchte er natürlich auch die langfristigen Aspekte einer Anpflanzung durch Roteichen. Doch auch vor diesem Hintergrund schien sich der Baum bewährt zu haben. Seiner Kenntnis nach waren die ersten amerikanischen Roteichen kurz nach 1800 in Deutschland ausgepflanzt worden und hatten sich seit dieser Zeit ganz offensichtlich gut entwickelt. Natürlich war das vor dem Hintergrund der Lebensdauer einer Eiche, die rund 400 Jahre beträgt, ein nur relativ kurzer Zeitraum, doch die Vorteile schienen so offensichtlich, dass sich Lincke entschloss, die Haard großflächig mit amerikanischen Roteichen aufzuforsten, die heute eine Fläche von insgesamt ca. 600 ha einnehmen. Erst lange Jahre nach dem Tode Linckes stellte sich heraus, dass Roteichen, besonders wenn sie großflächig angebaut werden, für einen Pilz namens Zimtscheibe (Pezicula cinnamonea) anfällig sind. Ein Umstand, den Lincke damals nicht einmal annähernd erahnen konnte.

Seine von ihm zusammengetragenen Erkenntnisse wollte er anlässlich seines 40jährigen Dienstjubiläums im Jahre 1942 veröffentlichen. Doch der Krieg und die damit einhergehende Papierknappheit verhinderten das. Deshalb erschien1943 nur ein kleineres Werk über die Naturbeschreibung, Jagd, Fang, Abwehr und Verwertung des Wildkaninchens. Doch bereits ein Jahr nach Kriegsende wurde mit Erlaubnis der Besatzungsbehörden im M&H. Schaper Verlag Hannover sein „Forstwissenschaftliches Testament“ mit dem eher trockenen Titel: „Die Umwandlung der reinen Nadelholzbestände Nordwestdeutschlands in Mischwald“ veröffentlicht.

Heute wird Lincke insbesondere wegen der Pilzanfälligkeit der Roteiche und sein Eintreten für einen angemessenen Wildtierbestand von jungen Forstleuten eher kritisch betrachtet. Doch Linckes Leistung auf diese beiden Punkte zu reduzieren, hieße zu verkennen, dass es ihm nicht nur um diesen Baum, sondern vor allem um einen ganzheitlichen Ansatz bei der Betrachtung des Lebensraumes Wald gegangen war. In den Wäldern Nordwestdeutschlands sah er eben nicht nur Wirtschaftsforste, die ausschließlich dazu ausersehen waren, für den Bergbau Stempel- und Nutzholz zu produzieren, sondern vor allem einen in Jahrhunderten durch Menschen geschaffen ökologischen Lebensraum, der auch unter wirtschaftlichen Bedingungen zum Nutzen von Mensch und Tier im Gleichgewicht gehalten werden muss.

Der damals als revolutionär empfundene Ansatz führte in seinen ihm noch verbleibenden vier Lebensjahren dazu, dass die Haard zu einer Art Pilgerstätte für Forstleute aus aller Welt wurde. Unermüdlich führte Lincke Einzelbesucher und Gruppen durch die von ihm seit mehr als vier Jahrzehnten betreuten Wälder. Für sich selbst hatte er sich vorgenommen, bis zu seinem 75. Lebensjahr im Dienst zu bleiben. Doch in der Nacht zum 30. Juni 1950 erlag Max Lincke im 72igsten Lebensjahr völlig unerwartet einem Hirnschlag.

Auf Grund seiner unbestreitbaren Verdienste erteilte der Regierungspräsident in Münster die Ausnahmegenehmigung, Max Lincke außerhalb eines Friedhofes, auf dem Gipfel des Halterner Dachsberges im Stadtteil Flaesheim, zu begraben. An gleicher Stelle hatte er 1934, wie es damals noch nicht unüblich war, gemeinsam mit seinem Freund und dem Begründer des Halterner Altertumsvereins, Alexander Conrads, und anderen Kameraden ein bronzezeitliches Hügelgrab ausgegraben.

Die Beerdigung erfolgte unter großer Anteilnahme der Bevölkerung. Von Haltern aus wurde sein Sarg auf einer Lafette bis auf den Gipfel des Dachsberges im Halterner Stadtteil Flaesheim gezogen, wo der Sarg dann in die Erde versenkt wurde. Im Anschluss an die Beerdigung gab es in allen Flaesheimer Gaststätten „Freibier“, was vor allem seine Waldarbeiter so sehr zu schätzen wussten, dass sie die Rückfahrt nach Haltern, auf der Lafette liegend, antreten mussten.

Heute erinnern nur noch seine Grablege „Linckes Ruh“ und seine Bücher an den großen Forstmann.

 

 

Veröffentlichungen:

  • Lincke, Max: Ausbildung und Prüfung von Privatforstbeamten in Deutschland : nebst Erörterungen über Anstellung, Besoldung, Stellenwechsel u. -vermittlung ; ein Wegweiser bei der Berufswahl, ein Ratgeber während der Ausbildung / von Max Lincke.- Neudamm: Neumann 1906 ;
  • Lincke, Max: Die Erzielung günstiger Holzpreise im Walde.- Neudamm : Neumann 1908; [Lincke, Max]: Mit den 7. Reserve-Jägern nach Belgien und Frankreich: Aus dem Kriegstagebuch eines Landwehroffiziers / Sonderabdruck  der Schaumburg-Lippischen Landeszeitung . - Bückeburg: Grimme, 1916;
  • Lincke, Max ; Schumacher, Hubert: Das Wild- und Kulturgatter : seine Anlage im Allgemeinen, sowie Darstellung der gebräuchlichsten Bauarten, Tore, Einsprünge und Einläufe nebst rechtlichen Erörterungen. 3. Aufl. von Schumacher 'Das Wildgatter'.. - Neudamm : Neumann, 1921;
  • Lincke, Max: Das Grubenholz von der Erziehung bis zum Verbrauch : ein Handbuch f. Forstwirte, Waldbesitzer, Bergbeamte u. Holzhändler .- Berlin : Parey, 1921;
  • Lincke, Max: Hochsitze und Jagdschirme : Anleitung zum Bau u. Aufstellen von Hochsitzen u. Jagdschirmen nebst rechtl. Erörterungen / - Neudamm : Neumann, 1922;
  • Lincke, Max: Schriftverkehr sowie Buch- und Rechnungsführung des Kreisjägermeisters ; Kurzgefasste Anleitung mit 75 ausgefüllten Vordruckmustern in wirklicher Größe nebst Anhang. Neudamm [u.a.] : Neumann, 1936 [Loseblattausgabe.];
  • Lincke, Max: Der Wildschaden in Wald und Feld und die Mittel zu seiner Verminderung .- Neudamm [u.a.] : Neumann, 1938 ;
  • Lincke, Max: Das Wildkaninchen: Naturbeschreibung, Jagd, Fang, Abwehr u. Verwertung, sowie die als Jagdhilfe verwendeten Tiere / Max Lincke Neudamm [u.a.] : Neumann, 1943

Über Max Lincke:

  • Marwitz, Rudolf: Die Geschichte des Halterner Kriegerehrenmales von 1914 in Halterner Jahrbuch 2002 S. 71 ff.
  • Schaefer, Philipp: Forstmeister Max Lincke. Ein Leben für den deutschen Wald. In: Vestischer Kalender 1951 S. 56 ff.
  • Oelmann, Bruno: Meine allerschönste Wanderfahrt. Die Geschichte des Haardwaldes. Recklinghausen : Winckelmann 2000 S. 113 ff.

 

Franz Luermann

Franz Luermann veröffentlichte mehrere Artikel in den Beiträgen zur Geschichte der Stadt Haltern (Herausgeber Verein für Altertumskunde und Heimatpflege Haltern e.V.).

Veröffentlichungen:

 

Werner Luthe (* 1846 - † nach 1884)

Werner Luthe wurde am 19. Februar 1846 in Haltern als Sohn des dortigen Posthalters geboren. Von 1859 bis 1863 besuchte er das Gymnasium Paulinum in Münster. Nach dem Abitur ging er nach München um dort das Studium der Philosophie, Philologie und Geschichte aufzunehmen. Nach zwei Semestern wechselte er nach Bonn, das er ein Semester später aber schon wieder in Richtung Berlin verließ. Nachdem er dort drei Semester verbracht hatte kehrte er nach Münster zurück wo er am 31. Juli 1867 zum Dr. der Philosophie promoviert wurde.

Nach bestandenem Examen erhielt er Ostern 1869 eine Anstellung als Probekandidat an der Realschule zu Münster. Im Herbst des Jahres verließ er Münster um an die Realschule nach Lippstadt zu wechseln wo sein Probejahr beendete. Angestellt als wissenschaftlicher Lehrer verblieb er dort noch ein halbes Jahr um zu Michaelis zunächst noch einmal aus dem Schuldienst auszuscheiden und eigene Studien zu vollenden. Im Jahre 1874 erhielt er eine Anstellung als ordentlicher Lehrer an der Realschule Ruhrort.

Er verstarb vermutlich nach 1884.

 

Veröffentlichungen (für zwei Bücher ist ein Download von Google Books möglich):

 

Rudolph Marwitz

 

Die Familie Marwitz stammt aus Brandenburg und ist seit dem 18. Jarhundert in Haltern i. Westf. ansässig. Rudolph Marwitz beschäftigt sich intensiv mit der Halterner Lokalgeschichte. Er veröffentlichte zahlreiche Artikel zur Halterner Geschichte im Halterner Jahrbuch und in der Halterner Zeitung. Eigenständige Beiträge veröffentlichte er in der Reihe der Heimatfreunde Haltern.

 

 

 

Als Beitrag zur Geschichte der Stadt Haltern (Reihe des Vereins für Altertumskunde und Heimatpflege Haltern e.V.) veröffentlichte er:

 

 

Eva Masthoff 

  Hand in Hand mit Varus, Foto: Michael Döring

Eva Masthoff wurde In Kiel geboren und ist in Essen aufgewachsen. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Auslandskorrespondentin und lebt seit 1992 in Haltern. Hier war sie langjährige freie Mitarbeiterin der Ruhr Nachrichten (Haltern) und der WAZ. Bisher veröffentlichte sie zahlreiche Beiträge in Zeitungen, Magazinen und Fachzeitschriften in Deutschland, Europa, USA und Hong Kong. (Foto: Michael Döring)

Deutschsprachige Aufsätze und Artikel veröffentlichte Eva Masthoff in: „BM - Innenbau, Möbelfertigung, Bauelemente“, „Dolls Puppen”, „Geliebte Katze“, "Jüdische Allgemeine", "Das Ostpreussenblatt", „Praxis Magazin“, „Puppen International“, „ Puppen & Spielzeug“ (ab 2010 vereinigt mit „Dolls Puppen”) „Teddys kreativ”, "Westfalenspiegel" und „Westfalium“. Ihre englischsprachigen Artikel erschienen bisher in: „Artists and Illustrators Magazine” (UK ), „Cat World” (UK), "DOLL magazine" (UK), „Period Homes” (UK), „Pet Dogs” (UK), „Practical Woodworking” (UK), „Status“ (UK), "Teddy Bear Times" (UK), „The Peak” (Hong Kong), „Traditional Woodworking” (UK), “Woodworker” (UK) und “Woodcarving” (UK).

Anlässlich der Candide-Ausstellung in Haltern im Jahre 2010 entstanden für den Katalog die Beiträge „La Chambre de Voltaire à Ferney“, "Ein Exlibris zum Thema Candide“ und „Der Parfümeur von Schwetzingen“. Ein weiterer Aufsatz zum Thema Candide erscheint im Vestischen Kalender 2011.

Sie ist freie Mitarbeiterin des Internet-Magazins www.Frankfurt-Live.com und der Zeitschriften „Dolls Puppen“ und „Teddys kreativ“.

Buchbeiträge:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Katzen sind außergewöhnliche (Haus-)Tiere und unterscheiden sich von allen anderen. Katzen sind falsch [ ]. Sie haben etwas Verschlagenes, Hinterhältiges (aus Anton Vogel: Mariettas Auftritt), denken nicht wenige Menschen und meiden sie, oftmals aus Angst vor dem Mysteriösen, das die Katze umgibt. Für andere wiederum sind die Tiere eine Quelle des Trostes: Es gab schwierige Zeiten, in denen ich nur im Bett liegen konnte und weinte, wenn ich mich an Francesca erinnerte. Und immer war die Katze da und legte sich ganz eng an mich und tröstete mich mit ihrem Schnurren. Mit ihr war ich nicht allein.(aus Janosch Kohler, Gattare). Fest steht: Katzen sind nicht nur außerordentlich eigensinnig, sondern ebenfalls außerordentlich intelligente und sensible Wesen.
Der Band Gatti – Katz’n enthält sehr verschiedene Beiträge von sehr unterschiedlichen Autoren, die offenkundig eines gemein haben: sie mögen Katzen. Berührende, lehrreiche und humorvolle Geschichten erweitern unseren Blickwinkel auf das doch recht filigrane Geschöpf Katze. Selbst die größten Zweifler werden am Ende nicht anders können, als diesem wundervollen Tier positiv entgegenzutreten. Denn wer einmal das Vertrauen einer Katze gewonnen hat und sich von ihrem Schnurren umgarnen lässt, darf sich glücklich schätzen. Schließlich ist und bleibt auch die Hauskatze ein kleines Raubtier.

Mit ausgesuchten Beiträgen von
Ingrid Baumgart-Fütterer, Klaus-Werner (Nico) Böddeker , Jane Do, Andrea Fürstenberg, Andrea Gerecke, Petra Kania, Andreas Koch, Janosch Kohler, Tanja Koller, Miku Sophie Kühmel, Bernhard Lermann, Eva Masthoff, Dr. Horstfried Masthoff, Wolfgang Rinn, Marcus Schauta, Tobias Schmitt, Rebecca Schuster, Anton Vogel, Peter Paul Wiplinger, Elvira Wischniewski, Susanne Zeztl.
© chiliverlag 2016

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Broschüren:

Online-Texte:

 

 

Silke Meyer-Kahsnitz

wurde am 1. Mai 1955 in Braunschweig geboren. Von 1974 bis 1979 studierte sie  Gartenbauwissenschaften in Hannover. Anschließend arbeitete sie an der Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft auf dem Gebiet "Bekämpfung von Pflanzenviren" in Entwicklungsländern. Während dieser Zeit Kurzeinsätze in Nicaragua und Nigeria. Anschließend Promotion über "Steinobstviren".

Von 1985 bis 1990 leitete sie das Viruslabor im Rahmen der Abteilung Pflanzenschutz am Institut für angewandte Botanik der Universität Hamburg. Seit 1990 ist sie als freie Fachjournalistin tätig. Eine große Zahl von Fachveröffentlichungen machten die Autorin einem breiten Fachpublikum bekannt. Seit einigen Jahren arbeitet sie auch als Buchgestalterin.

Veröffentlichungen:

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Josef Muhle

Der Gründungsdirektor des Halterner Gymnasiums, Josef Muhle wurde 1913 in Seppenrade geboren. Vier Jahrzehnte hindurch, hat er als Lehrer am Halterner Gymnasium gewirkt, 23 Jahre davon als Schulleiter. Er galt als eine markante, farbige Lehrer­persönlichkeit, die die Schüler durch ori­ginelle Lehrmethoden und saftige Sprü­che ebenso zu erheitern, wie nachdrück­lich anzuspornen wusste. In jedem Fall war er ein Pädagoge vom klassischen Typ des wissenschaftlichen Lehrers, der selbst wissenschaftlich tätig war und das Gymnasium konsequent als eine auf die Wis­senschaften hin ausgerichtete Bildungs­einrichtung verstand. 1955 wurde er zum Schulleiter berufen. 1957 übertrug ihm die Stadt Haltern die Aufgabe das bisherige Progymnasium zu einem Vollgymnasium auszubauen. Als er es 1962 geschafft hatte, besuchten 275 Schüler das neue Gymnasium, als Josef Muhle 1978 in den Ruhestand ging, hat­te die Schülerzahl bereits die Tausendergrenze überschritten.

Die 8 ½ Jahre die ihm noch im Ruhestand vergönnt waren, nutzte er, um die verstreuten Quellen der Halterner Schulgeschichte zusammenzutragen. In mehreren Aufsätzen und einem leider erst posthum erschienen Buch gelang es ihm in die Geschichte der Halterner Schulen aufzuhellen und die Grundlagen für weitere Forschungen der geistigen Geschichte einer westfälischen Kleinstadt zu legen.

Bis an sein Lebensende hat ihn die wissenschaftliche Arbeit in Atem gehalten und ihm Erfüllung gegeben.

Er starb am 2. Februar 1987.

Veröffentlichungen:

 

 

Franz-Josef Neuhaus

Franz Josef Neuhaus wurde 1954 in Haltern am See geboren, wo er heute noch lebt. Er ist verheiratet und hat drei Kinder. Einer zunächst kaufmännischen Ausbildung und nachfolgenden Praxisjahren folgte ein Ingenieurstudium an der Universität Essen.

Seit 1980 ist Franz Josef Neuhaus in der Straßenbauverwaltung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe tätig. (seit 2000 beim Landesbetrieb Strassen NRW, zunächst als Abteilungsleiter für Personal in der Regionalniederlassung Münsterland, seit 1997 Abteilungsleiter für Betrieb und Verkehr der Regionalniederlassung Ruhrgebiet in Bochum)

Seinen Weg zum Pferd fand er zunächst als Reiter, später auch als Züchter. Im Jahre 2005 wurde er zum Vorsitzenden des Westfälischen Pferdestammbuches im Kreis Recklinghausen sowie der kreisfreien Städte Bottrop und Gelsenkirchen gewählt.

Er ist der Organisator des sog. Halterner Züchterforums, eine Vortrags- und Informationsveranstaltung von überregionaler Bedeutung zu Fragen der Pferdezucht und des Pferdesports. Seit zwei Jahrzehnten ist er Mitorganisator der Halterner Stutenschau.

Als Autor hat er zahlreiche Beiträge in Fachzeitschriften wie „St. Georg“, „Trakehner Hefte“, „Pferde – Zucht und Haltung“ und „Landwirtschaftlichem Wochenblatt“ veröffentlicht. Darüber hinaus war er an mehreren Buchveröffentlichungen beteiligt. Als herausragend darf sein 2007 erschienenes Buch: „Zuchtschätze – bedeutende Stutenfamilien in Westfalen“ gelten, das als Grundlagenwerk die Bedeutung der Stutenfamilien in der Pferdezucht herausstellt.

(Info zum neuen Buch)

Veröffentlichungen:

 

Georg Nockemann

Der in Aachen geborene und in Mühlheim/Ruhr aufgewachsene Georg Nockemann kam 1977 nach Haltern. Von 1977 bis 1987 war er Vorsitzender des Halterner Heimatvereins. In der Stadtverwaltung bekleidete er als Angestellter im Laufe seiner Dienstzeit mehrere Funktionen, zuletzt als Sachbearbeiter für Kultur- und Partnerschaftsangelegenheiten im Büro des Bürgermeisters. Er lebt heute als Rentner in Dülmen.

Veröffentlichungen:

 

Bruno Oelmann

Veröffentlichungen:

 

Clemens August von Olfers (* 1787 - † 1861)

Der Lebensweg Clemens August von Olfers ist nur sehr kurz mit der Stadt Haltern verbunden. Er wurde am 25. Juli 1787 in Münster geboren. Im Jahre 1816 wurde er als erster Assessor an das Stadt- und Landgericht Haltern versetzt, wo er allerdings nur ein knappes Jahr verblieb. Zuvor hatte er Jura in Heidelberg studiert und war im Jahre 1809 als Auskultator (Gerichtsreferendar) in Großherzoglich Bergische Dienste getreten. 1812 trat er als Advokat beim Kaiserlich Französischen Obertribunal ein und erhielt 1813 die Ernennung zum membre du comitè consultatif. Nach dem Sieg der Alliierten über Napoleon wurde er 1814 Mitglied des Preußischen Apell-Senat, und 1815 Justitiar bei der Königlichen Regierungskommission zu Münster, die ihn zunächst nach Haltern entsandte.

Doch bereits 1817 kehrte er als Assessor an das Oberlandesgericht Münster, in seine Heimatstadt, zurück. 1822 wurde er zum Oberlandesgerichtsrat und Mitglied des Revisionskomitees ernannt, 1843 erfolgte die Berufung zum Vizepräsidenten des Oberlandesgerichts und im Jahre 1858 zum Geheimen Oberjustizrat. Anlässlich seines 50jährigen Dienstjubiläums wurde ihm unter anderem das Komthurkreuz des königl. Hohenzollern`schen Hausordens überreicht. Die philosophische Fakultät der Universität Münster verlieh ihm aus diesem Anlass die Ehrendoktorwürde, was er nicht zuletzt auch seiner Tätigkeit als tätiges Mitglied im Verein für Geschichte und Altertumskunde in Westfalen verdankte. Er starb am 5. Juli 1861.

Sein Bruder  Ignaz von Olfers (1793- 1872) gehörte zu den engsten Vertrauten König Friedrich Wilhelms IV. In dessen Auftrag legte er als Generaldirektor der Königlichen Museen in Berlin zusammen mit dem Architekten Friedrich August Stüler den Grundstein zu der heute weltberühmten Museumsinsel.

 

Veröffentlichungen:

 

 

Hildegard Pelz

Die Autorin lebt in Haltern am See.

Veröffentlichungen:

 

Heinz Prohl

Heinrich (Heinz) Walter Prohl wurde am 22. Oktober 1928 als Sohn eines aus Westpreußen nach Haltern versetzten Eisenbahners, der es bis zum Lokführer brachte, in der Nähe der ehemaligen Freiheiter Mühle in Haltern-Lippramsdorf geboren.

1936 zog die Familie mit ihren beiden Söhnen nach Haltern. Seine Schullaufbahn wurde durch den Krieg unterbrochen, da er, wie auch die meisten seiner Schulkameraden, ab seinem 16. Lebensjahr als Feuerwehrmann und Flakhelfer eingesetzt wurde. Da nach Kriegsende kein Schulgebäude mehr intakt war, wurde er zunächst mit anderen in der Wohnung des Lehrers Willi Krahl unterrichtet, so dass er später sein Abitur in Dülmen ablegen konnte. Danach ging Heinz Pohl nach Darmstadt, wo er ein Studium als Wirtschaftsingenieur absolvierte. Zunächst arbeitete er in Düsseldorf, wechselte aber dann zur Ruhrgas AG nach Essen, wo er bis zum Eintritt in sein Rentenalter verblieb.

Zeit seines Lebens blieb er seiner Heimatstadt Haltern sehr eng verbunden, niemals reizte es ihn, von hier wegzuziehen. So ist es kaum verwunderlich, dass seine Frau Else, mit der er fünf Kinder bekam, ebenfalls aus Haltern am See stammt. Die innige Verbundenheit zu seiner Heimatstadt führte ihn Anfang der 70er Jahre in die Politik, wo er sich für die CDU engagierte. Das große Thema jener Zeit war die anstehende Gebietsreform, die 1975 in Kraft trat. Ihm war es bei diesem Vorgang wichtig, dass die Stadt Haltern gestärkt aus diesem Prozess hervorgehen sollte und nicht etwa, wie von einigen Politikern der Nachbarstadt Marl gewünscht, in dieser Nachbargemeinde aufgehen sollte.

Als es dann nach Abschluss des Prozesses galt, das um ein vielfach größer gewordene Gemeinwesen in seinen Strukturen zukunftsfähig auszurichten, gehörte er zu einer kleinen Gruppe, die bereits damals die Möglichkeiten erkannten, die sich aus dem Besitz eigener Stadtwerke ergaben. Bis zu seinem Tode galt insbesondere dieser Einrichtung sein Augenmerk und er setzte er sich nachhaltig dafür ein, diese kommunale Versorgungseinrichtung zu einem gewinnträchtigen Unternehmen, zum Nutzen für das Gemeinwohl der Stadt Haltern, auszubauen.

Seine andere Liebe galt dem 1899 gegründeten Verein für Altertumskunde und Heimatpflege Haltern e. V. Bereits 1977 gehörte er zu jenen, die den Verein aus seinem damaligen „Dornröschenschlaf“ wiedererwecken wollten. 1981 trat er in den geschäftsführenden Vorstand ein. 1987 musste er, eigentlich gegen seinen Willen, den Vorsitz selber übernehmen, nachdem sein Vorgänger durch seinen Führungsstil den ehrwürdigen Verein in die schwerste Krise seiner Existenz nach dem Zweiten Weltkrieg geführt hatte.

Gemeinsam mit dem Landschaftsverbandsabgeordneten Paul Chruscz, dem Kreistagsabgeordneten Gerd Itjeshorst, den „Ratsherren“ Gerd Böhmer, Fritz Schlüter, Paul Jansen u. v. a. m. organisierte er die notwendigen Mehrheiten im Halterner Stadtrat und in der Landschaftsverbandsversammlung, um anstelle des 1945 im Hagel der Bomben untergegangene Römermuseums einen Neubau an der Weseler Str . zu erreichen.

Als der Neubau am 25. November 1993 eingeweiht werden konnte, gründete er gemeinsam mit 10 Personen den heutigen Förderverein für das Römermuseum (Freunde des Römermuseums Haltern am See), dessen Vorsitz zunächst der Direktor des Halterner Gymnasiums Dr. Gerd Schmitt übernahm. Allen Gründungsmitgliedern war die Verknüpfung des Fördervereins mit dem Altertumsverein sehr wichtig, damit es auch in Zukunft nicht zu einer möglicherweise für alle Beteiligten schädlichen Konkurrenzsituation zwischen den beiden Vorständen kommen könnte.

Aus diesem Grunde wurde die Satzung des neuen Vereins so angelegt, dass der jeweilige Vorsitzende des Vereins für Altertumskunde und Heimatpflege Haltern e. V. stets der Stellvertreter des/der jeweiligen Vorsitzende(n) des Fördervereins bleiben sollte. Auf Vorschlag Heinz Prohls stattete der Altertumsverein seine „Tochter“ mit einem Startkapital von DM 50.000.- aus. Auch in den Folgejahren flossen immer wieder Gelder aus der Kasse des Altertumsvereins in Projekte des Museums.

Als Autor und Herausgeber betätigte sich Heinz Prohl als Vorsitzender des Altertumsvereins nur bedingt. Er wollte sich nicht dem Vorwurf der „Aneignung der Arbeit Anderer“ aussetzen, was in der Ägide seines Vorgängers zu einer extremen Belastung für den Verein geführt hatte. Er verzichtete bewusst darauf, als Herausgeber der vom Altertumsverein herausgegebenen Buchreihe „Beiträge zur Geschichte der Stadt Haltern“ genannt zu werden, obwohl er es immer war, der im Hintergrund für die Finanzierung und Umsetzung aller Buchprojekte des Altertumsvereins sorgte.

Im Alter von 78 Jahren verstarb Heinz Prohl am 26. Oktober 2006.

Veröffentlichungen:

 

 

Ferdinand von Raesfeld

Der weit über die deutschen Grenzen hinaus bekannte Forst- und Jagdwissenschaftler wurde am 29. November 18 55 in Dorsten als Sohn des dort ansässigen Arztes Dr. Albert von Raesfeld geboren. Die Schwester seines Vaters, Clementine von Raesfeld, war mit dem Halterner Bürgermeister Friedrich Albert Peus verheiratet. Nach Besuch des Dorstener Progymnasiums wechselte der Knabe auf das Gymnasium nach Coesfeld, wo er 1874 das Abitur machte. Es folgte ein Studium an der Forstakademie Ebertswalde. 1882/1883 konnte er an der Wolga im südöstlichen Russland erstmals selbstständig eine Forstverwaltung übernehmen. Die hier gemachten Erfahrungen kamen ihm bei seiner Rückkehr nach Deutschland zugute. Zunächst arbeitete er als Forstassessor in Bischofswalde (Kreis Magdeburg) und dann in Meisenheim bei Koblenz. 1887 wurde v. Raesfeld zum Oberförster ernannt und im Jahre 1890  übernahm er die Leitung des Forstamtes Born auf dem Darß.

Dank seiner bereits gemachten Erfahrungen erkannte er sofort die forstlichen und jagdlichen Möglichkeiten des damals heruntergekommenen Waldbezirks. Trotz großer Widerstände gelang es ihm mit Hilfe seines überragenden Fachwissens und seines unermüdlichen Arbeitseinsatzes, innerhalb von zwei Jahrzehnten daraus ein Musterrevier zu schaffen.

1913 ließ er sich im Alter von 58 Jahren vorzeitig pensionieren, um fortan als freier Autor zu leben. Er bereiste Italien, Frankreich und die Schweiz, um dort vor allem die jagdlichen Methoden und deren Einfluss auf die jeweilige Ökologie des Waldes zu studieren.

In unzähligen Vortragsreisen und Aufsätzen propagierte er eine Veränderung des Jagdverhaltens und für ein Gleichgewicht zwischen Forst- und Jagdwirtschaft. Dem Jäger wies er die Rolle des Hegers zu, dessen Aufgabe es vor allem sein sollte, die Wildbestände gesund zu halten. Aus diesem Grund sollten diese zukünftig vor allem die Rolle der in unseren Wäldern nicht mehr vorhandenen Raubtiere übernehmen, die eher kranke und alte als junge und gesunde Tiere zur Strecke bringen.

Ab 1899 erschienen seine inzwischen in unzähligen Auflagen verbreiteten (und von anderen Bearbeitern fortgeführte) Klassiker: „Das Rotwild“, dem 1914 „Das Deutsche Waidwerk – Ein Lehr- und Handbuch für die Jagd“, 1916 „Das Rehwild. Naturbeschreibung, Hege und Jagd“, 1920 „Die Hege auf der freien Wildbahn. Ein „Lehr- und Handbuch für Jäger und Jagdbesitzer“ und „ Das Rotwild“, folgten.

Daneben verfasste er eine Reihe von Romanen und Erzählungen, die z. T. im Vest Recklinghausen und im südlichen Münsterland angesiedelt sind. Seine Lebenserinnerungen erschienen 1920  unter dem Titel: „Aus jungen Tagen. Erinnerungen an Heimat und Jugend“ im Neumann-Verlag Neudamm. In diesem Buch beschreibt er auch seine als Kind gemachten Ferienerlebnisse in Haltern. Auch in vielen seiner zahlreichen Aufsätze in Forst- und Heimatzeitschriften  finden sich immer wieder kleinere und größere Passagen, welche die Stadt Haltern betreffen.

Ferdinand von Raesfeld starb am 6. Mai 1828 in Marquardstein / Oberbayern. Auf dem Darß wurde ihm ein Ehrengrab errichtet. Das 1935 erlassene deutsche Reichsjagdgesetz, das sich vor allem als Naturschutzgesetz verstand, basiert auf seinen Erkenntnissen.

 

Bernd Regenberg

Geboren 1943 in Elbing/Ostpreußen, aufgewachsen in Münster, verheiratet seit 1973, lebt seit 1976 in Haltern, zunächst in der Adalbert-Stifter-Str., jetzt in Sythen-Lehmbraken. Als Lehrer für Geographie und Englisch unterrichtete er an der Gesamtschule in Marl. Seit 2008 ist er im Ruhestand. Er dürfte einer der erfolgreichsten Sachbuchautoren in Haltern am See sein.

Erste Bücher waren 1984 kleine Bildbände über Feuerwehrfahrzeuge und Omnibusse. In den achtziger Jahren setzte auch in Deutschland der Trend ein, historische Lastwagen zu bewahren und zu restaurieren und damit auch das Interesse für die Nutzfahrzeuggeschichte. Es gab jedoch zu diesem Zeitpunkt kein umfassendes Nachschlagewerk zur Identifikation der Modellreihen. Nach intensiven Recherchen und Aufbau eines umfangreichen eigenen Archivs brachte Bernd Regenberg eine Reihe von Büchern mit Daten und zeitgenössischen Fotos heraus, die von der Leserschaft so positiv aufgenommen wurden, dass mehrere Auflagen notwendig wurden. Er begann mit drei Bänden unter dem Titel „Die deutschen Lastwagen der Wirtschaftswunderzeit“ und zwei weiteren Bänden über „Die deutschen Lastwagen der sechziger Jahre“. Es folgten in der Reihe „Das Lastwagen-Album“ Einzelbände über die einzelnen Hersteller und deren Produkte, jeweils von der Firmengründung bis heute bzw. bis zur Einstellung der Produktion. Seit 1997 gibt Bernd Regenberg jährlich ein „Jahrbuch Lastwagen“ heraus, in dem in Einzelartikeln verschiedene Aspekte des Themenkreises (Speditionen, Brauereifuhrparks oder Aufbauhersteller) beleuchtet werden, jeweils mit historischem Schwerpunkt.

Alle Bücher von Bernd Regenberg erschienen im Podszun-Verlag, Brilon.

Veröffentlichungen:

 

Herbert Ring

Der Lehrer, Autor, Lektor, Heraus- und Ideengeber für viele Buchprojekte Herbert Ring erblickte am 17. August 1924 als Sohn eines Lehrers in Sobrusan (Dux)/ Sudetenland das Licht der Welt. Nach dem Krieg verschlug es ihn zunächst nach Magdeburg. 1949 siedelte er in die Bundesrepublik über. Es folgte ein Lehrerstudium in Paderborn. Nach Stationen in Duisburg und Deuten wurde er 1955 an die damalige dreiklassige Volksschule in Haltern-Lavesum versetzt, wo er bis 1986 zunächst als Volks-, und nach der Auflösung dieser Schulform, als Grundschullehrer wirkte.

Nachdem kurz vor Weihnachten 1964 das Zweite Vatikanische Konzil beschlossen hatte, dass zukünftig alle Messen in den jeweiligen Landssprachen zu zelebrieren seien, entwickelter Herbert Ring die Idee, bis zur Fastenzeit 1965 die erste deutsche Kindermesse herauszubringen. Im Januar 1965 nahm er deshalb Kontakt zu dem Benediktinerpater Basilius Senger aus Gerleve und dem Halterner Musiker Josef Strickling auf.

Gemeinsam stellten die drei Autoren das Projekt dem Laumann-Verlag in Dülmen vor, der sofort bereit war, Partituren und Singblatt herauszubringen. Der damalige Münsterische Bischof Josef Höffner (später Erzbischof von Köln) erteilte dem Projekt im Januar 1965 die kirchliche Druckerlaubnis. Im April 1965 erschien das Heft, dem im Herbst eine Schallplatte folgte.

Von da an war Herbert Ring über ein viertel Jahrhundert im Dienste des Dülmener Verlages tätig. Mehr als 30 schulmusikalische Publikationen für Musik- und Grundschulen, die weite Verbreitung fanden, entstammten seiner Feder oder gingen auf seinen Ideenreichtum zurück. Von 1990 bis 1995 übernahm er „für Lieder und Spiel in Kindergarten und Grundschule“ ein Außenlektorat im Herderverlag.

Zum 700jährigen Stadtjubiläum verfasste Herbert Ring ein Liederbuch mit Halterner Heimatliedern unter dem Titel: „Haltern meine Heimat“ , das von der Halterner Graphikerin Gertrud Schrör illustriert und von der Stadtbücherei Haltern am See herausgebracht wurde. Es folgte eine Musikkassette unter dem gleichen Titel.

Für das Halterner Jahrbuch schrieb er von 1985 an zahlreiche Artikel mit dem Schwerpunkt Haltern-Lavesum und übernahm das Lektorat. 1982 trat er darüber hinaus dem Redaktionsteam der „Sudetendeutschen Zeitung / Heimatruf“ bei. Seit dem gestaltet Herbert Ring für das wöchentlich erscheinende Blatt die Kulturseite, in deren Mittelpunkt nicht nur die Erinnerung an die „verlorene Heimat“, sondern vor allem der Versöhnungsgedanke zwischen Deutschen und Tschechen steht.

Herbert Ring lebt in Haltern-Lavesum.

Veröffentlichungen:

 

Clauß Peter Sajak

 

Prof. Dr. Clauß Peter Sajak, geb. 1967, ist Professor für Religionspädagogik an der Kath.-Theol. Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich intensiv mit der Praxis des interreligiösen Lernens. Er lebt seit 2009 in Haltern am See.

 

 

 

Veröffentlichungen:

 

Stephan Sandkühler (* 24. März 1970 in Haltern am See)

Wurde am 24. März 1970 in der Stadt Haltern am See geboren. Er ist ein deutscher Kinderbuchautor. Nachdem er nach der 10. Klasse das Gymnasium verlassen hatte, begann er eine Ausbildung zum Maschinenschlosser, besuchte anschließend die Abendschule und arbeitet seit 1998 im Engineering eines großen Chemieunternehmens. Im Jahr 2004 erschien im Iris Kater Verlag Stephan Sandkühlers erstes Kinderbuch „Die Wundersternenleuchttapete“. Mit dem Musiker und Komponisten Stefan Cordes inszenierte er 2006/2007 das Musical mit Kindern und für Kinder „Lenni und das Geheimnis eines Sommers“. (Quelle: Wikipedia)

Veröffentlichungen:

 

Gerhard Schäfer (* 1933 - † 2011)

Gerhard Schaefer wurde am 2. Februar 1933 als Sohn des Lehrers, Journalisten und Lokalhistorikers Philipp Schaefer geboren. Da die damaligen Lehrergehälter gerade ausreichten um die Familien zu ernähren, wuchs der begabte junge Mann in eher bescheidenen Verhältnissen auf. Er ging in die Pharmaindustrie, wo er alsbald eine beachtenswerte Karriere machte, die ihm später erlaubte, sich seiner großen Lebensleidenschaft, der Jagd zu widmen. Bundesweit galt er als ausgewiesener Fachmann für Jagd, Hege und Naturschutz. Das hinderte ihn nicht daran, sich auch in seiner Heimatstadt Haltern am See zu engagieren. So leitete er von 1982 bis 1998 den Halterner Hegering, wirkte im Forstausschuss des Rates der Stadt Haltern am See mit und gehörte auf Kreisebene über viele Jahre hinweg dem Landschaftsbeirat an.
Einen internationalen Namen machte sich Gerd Schaefer im Jagdhundewe­sen. Unter anderem war er seit 1970 Verbandsrichter im Jagdgebrauchshunde­verband. Seit 1993 bis zu seinem Tod leitete er den Deutsch-Kurzhaar-Klub in Westfalen. Durch die Zucht und Ausbildung hochwerti­ger Hunde dieser Rasse wurden Zuchtrüden und Welpen seines Zwingers „vom Niemen" europaweit und auch in den USA und Kanada verbreitet. Schae­fer gründete auch den Deutsch-Kurzhaar-Klub in Kanada.Zum 75 jährigen Be­stehen des Hegerings initi­ierte er die Aufstellung des Hermann-Löns-Steines in der Westruper Heide.

Neben seinen Aktivitäten als Jäger und Naturschützer fühlte sich Gerd Schaefer immer auch dem Erbe seines Vaters verpflichtet. Wie er gehörte er dem Verein für Alter­tumskunde und Heimat­pflege an, in dem er sich bis zu seinem Tode engagierte.

Und wie sein Vater mit der Gabe ausgestattet, Texte anschaulich verfassen zu können, veröffentlichte er zahlreiche Aufsätze in Fachzeitschriften für Jäger. 1988 gab er die Festschrift zum 60jährigen Bestehen des Halterner Hegerings heraus. 1995 brachte er auf Wunsch der Halterner Druckerei Zellerhoff unter dem Titel: „Haltern 1939 – 1948“ anlässlich der Kapitulation Deutschlands vor 50 Jahren eine überarbeite Schrift seines Vaters heraus, in der er sich jedoch vom „Schreibstil“ seines Vaters, der in einer ganz anderen Epoche sozialisiert worden war, im Vorwort distanzierte und einschränkend feststellte:

"Die Schilderungen (meines Vaters) beruhen nicht nur auf eigenen Erlebnissen, sondern geben auch die Eindrücke vieler damaliger Mitbürger wieder, die die zeitliche Nähe zu den Ereignissen erkennen lassen und die Betroffenheit der Zeitzeugen deutlich wiedergeben. Verständlicherweise sind von mir Korrekturen des Textes vorgenommen worden, die aus heutiger Sicht die Ereignisse anders in­terpretieren. Begriffe wie Rache, Raub, Mord und Schändung sind heute anders einzuordnen, wenn man bedenkt, dass 1945 unsere damaligen Gegner unter dem Schock der Nazigreuel standen, verübt an Millionen jüdischer Mitbürger und Zwangsdeportierter.“

2005 erklärte er sich bereit die von seinem Vater 1939 erschienene Stadtgeschichte zu überarbeiten und zugunsten des Vereins für Altertumskunde und Heimatpflege neu herauszubringen. Gerd Schaefer starb am 17. Juni 2011.

 

Philipp Schäfer (* 1897 - † 1969)

Der Lehrer, Journalist und Lokalhistoriker Philipp Schaefer wurde 1897 in Köln-Deutz geboren. Durch eine schwere Verwundung im Ersten Weltkrieg litt er sein Leben lang unter der Einschränkung seiner Sehkraft. Am 1. April 1919 erhielt er eine Stelle als Lehrer an der Halterner Annaschule. Noch im selben Jahr übernahm er im Nebenamt die Leitung der neuen Halterner Jugendherberge, die er erst 1927 in andere Hände legen konnte. Begeistert von der hiesigen Landschaft und den sich daraus ergebenden touristischen Möglichkeiten, leitete er bis Anfang der 50er Jahre mit großem Erfolg den von ihm Anfang der 20er Jahre mitbegründetenHalterner Verkehrsverein. 1925 trat er darüber hinaus dem Verein für Geschichte und Altertumskunde bei, dem er bis zu seinem Tode als Vorstandsmitglied diente. Nachdem er seit 1936 dem Landesarchivar Dr. Utsch vom Staatsarchiv Münster bei der Neuordnung des Halterner Stadtarchivs unterstützt hatte, übertrug ihm der Verein für Geschichte und Altertumskunde 1937 auch die die Leitung der so genannten Heimatabteilung. (Der Verein gliederte sich damals in zwei Abteilungen: Altertumsabteilung und Heimatabteilung)

Da er über diese Tätigkeiten hinaus auch als begabter Autor geschätzt wurde, der regelmäßig Beiträge und Artikel in den verschiedensten Zeitungen und Magazinen verfasste, erhielt er den für ihn durchaus problematischen Auftrag, anlässlich der anstehenden 650-Jahrfeier der Stadt Haltern im Jahre 1939 eine Geschichte der Stadt zu erarbeiten.

So ehrenvoll diese Aufgabe auch war, ihm war sofort klar, dass die nationalsozialistischen Machthaber ein solches Buch auch für ihre Propagandazwecke nutzen wollten. Auf der anderen Seite war er als beamteter Lehrer von den lokalen Machthabern vollkommen abhängig. Vor diesem Hintergrund konnte es sich Schaefer auf keinen Fall leisten einen solchen Auftrag abzulehnen. Trotzdem ging er erst an die Arbeit, als ihm der NS-Ortsgruppenleiter Illian zusagte die Geschichte des Dritten Reiches in Haltern selbst zu übernehmen.

Trotz großer Schwierigkeiten, allein die Quellenstudien erwiesen sich, da er auf so gut wie keine Vorarbeiten zurückgreifen konnte, als überaus Zeitaufwendig, gelang ihm mit dieser Festschrift ein großer Wurf. Unter seinen Händen entstand innerhalb von fast zwei Jahren ein Sachbuch von hoher Qualität, mit dem sich fast die gesamte Einwohnerschaft der damaligen Stadt identifizieren konnte. Die 1.500 Exemplare, die für 4.50 Reichsmark verkauft wurden, waren im nu vergriffen.

Während des Krieges sammelte er trotz ausdrücklichen Verbots alle über Haltern abgeworfenen Flugblätter der Alliierten, die er nach dem Krieg ins Stadtarchiv einbrachte. Der hohe wissenschaftliche Wert dieser einmaligen Sammlung ist heute unbestritten, damals aber musste Phillip Schaefer die Dokumente im Stift zu Cappeln bei Lippstadt verbergen um nicht als Landesverräter ins KZ gebracht zu werden.

Nach dem Krieg wurde ihm sein Buch über die Geschichte der Stadt Haltern und seine Mitgliedschaft im NS-Lehrebund dennoch zum Verhängnis. Die Alliierten sahen in dem mit einem Hitlerportrait und Hakenkreuzen geschmückten Buch (Hitler wurde 1933 zum Ehrenbürger der Stadt Haltern ernannt) eine Verherrlichung des Nationalsozialismus und in ihm als Verfasser einen führenden Parteigänger und verbrachten ihn ohne Anhörung in ein Zivilcamp wo er bis zur Klärung seiner Person Anfang 1946 ausharren musste.

1949 verfasste er als überzeugter Katholik ein Kreuzerhöhungsspiel, das vor dem Kirchenportal von St. Sixtus uraufgeführt wurde. Im selben Jahr veröffentlichte der Verlag der Halterner Zeitung ein zweites Buch von Phillip Schäfer, das unter dem Titel „Halterner Schreckenstage“ herauskam und auf einer Artikelserie in der Halterner Zeitung basierte. In diesem rd. 70 Seiten und im Kleinformat erschienen Büchleins beschreibt der Autor und Journalist u. a. die Wehrlosigkeit der Halterner Bevölkerung nach dem Kriege gegenüber räuberischen Banden, die sich aus freigelassenen Zwangsarbeitern zusammensetzten die zuvor im sogenannten Polenlager untergebracht waren. Auch die Untätigkeit der Alliierten Besatzung, Raub, Mord und Vergewaltigung zu stoppen werden beschrieben. Dabei bediente sich der Autor aber in weiten Teilen dieses Heftes eines Vokabulars, („Bestien am Werk“) das in den 50er Jahren zwar durchaus noch gängige Praxis vielen den Medien war, aus heutiger Sicht aber als völlig unakzeptabel eingestuft werden muss. Um, so erstaunlicher war es deshalb, das in den 80er Jahren der Halterner Altertumsverein das Buch noch einmal herausbrachte, da von der schlecht gebundenen Originalausgabe nur noch wenige Exemplare die Zeit überdauert hatten. Die damals Verantwortlichen hatten sich dabei nicht einmal die Mühe gemacht, das kleine, inzwischen in die Jahre gekommene Werk mit einem erklärenden Kommentar zu versehen. Dadurch geriet der Altertumsverein zu Recht in die öffentliche Kritik. Gleichwohl wurden mehr als 1000 Exemplare dieses Büchleins verkauft.

In den 60er Jahren begann Phillip Schaefer damit eine Neuauflage seines Hauptwerkes, „Die Geschichte der Stadt Haltern“ vorzubereiten. Doch trotz immensen Arbeitseinsatzes sollte er die zweite Auflage seines Buches nicht mehr erleben. Er starb am 8. Juni 1969 im Alter von 72 Jahren.

Veröffentlichungen:

 

I. Monographien

II. Aufsätze

Die nachfolgende Bibliographie beschränkt sich auf Aufsätze Philipp Schaefers in Monographien, Festschriften, den Halteren Heimatblättern, des Vestischen Kalenders und der Vestischen Zeitschrift. Die von ihm verfassten, zahlreichen Aufsätze in der Halterner Zeitung, Kirche und Leben usw. mussten, schon auf Grund ihrer großen Zahl unberücksichtigt bleiben.

Halterner Heimatblätter:

Vestischer Kalender:

Vestisches Jahrbuch/Vestische Zeitschrift

 

 

Barbara Anne Schild (*26.April 1952)

Die Autorin lebt in Haltern am See.

Veröffentlichungen:

 

Edith Schlinger

Die Autorin lebt in Haltern am See.

Veröffentlichungen:

 

Wilhelm Schlüter (*1913)

Dr. Wilhelm Schlüter arbeitete als praktischer Arzt und Geburtshelfer von 1946 bis 1984 in Haltern.

 

Gerhard Schmitt

Dr. Gerhard Schmitt war in den beiden letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts Leiter des heutigen Joseph-Koenig-Gymnasiums in Haltern am See. Zur Geschichte der Stadt Haltern veröffentlichte er:

 

Hans-Günter Schneider

Blick in die Kinderbücherei

Hans-Günter Schneider lebte mehrere Jahrzehnte in Haltern am See und hat sich intensiv mit der Geschichte der Stadt beschäftigt. Zur Geschichte der Stadt veröffentlichte er u.a.:

 

 

Alois Schwarz

Alois Schwarz wurde im Jahre 1914 in Münster geboren. Hier verbrachte er seine Kindheit und Jugend und studierte dort auch an der staatlichen Fachhochschule für Bauingenieurwesen. Nach dem Examen als graduierter Bauingenieur folgten Einsätze als Bauleiter auf Großbaustellen der Luftwaffe und 1937 die Einberufung zum Wehrdienst. Als Offizier befehligte er im Krieg eine Sturmflakabteilung. 1945 geriet er Kriegsgefangenschaft, aus der er 1947 zurückkehrte. 1954 wurde zum Leiter der Quarzwerke Haltern ernannt. Auf diesem Posten verblieb er, bis er 1971 aus dem aktiven Erwerbsleben ausschied. Zeit seines Lebens beschäftigte sich Alois Schwarz insbesondere mit technische Baudenkmälern.

Als in den 70er Jahren der Abriss der baufällig gewordenen alten Sythener Wassermühle drohte, gehörte Alois Schwarz zu jenen, die sich für den Erhalt und eine Restaurierung des technischen Kulturdenkmals einsetzten. Dank der kommunalen Neuordnung konnten die dazu notwendigen Gelder generiert und am 11. September 1981 die Sythener Mühle als „Gute Stube“ der größer gewordenen Stadt Haltern am See eingeweiht werden.

Um die Restaurierungsarbeiten umsetzen zu können, hatte sich Alois Schwarz jahrelang als Bauforscher betätigt und sich persönlich in die Arbeiten eingebracht. Die Ergebnisse seiner langjährigen Recherchen über das Mühlenwesen flossen in das 1983 von Sythener Heimatverein herausgegebene Buch „Alte Mühlen im südwestlichen Münsterland“ ein. Die zweite Auflage erschien 1991 unter dem Titel: Alte Mühlen im Münsterland.

Veröffentlichungen:

 

Jonathan Hieronymus Schwarzfinger

Veröffentlichungen:

 

Elisabeth Specker-Tjaden (* 1885 - † 1938)

 

Elisabet Specker wurde am 9. März 1885 als Tochter eines Lehrers in Diele geboren. Ihre Kindheit verbrachte sie bis zu ihrem 14. Lebensjahr als jüngstes Kind, zusammen mit ihren vier Brüdern und einer Schwester, in Brual/Kreis Aschendorf (heute: Rhede/ Ems). Danach schickten sie ihre Eltern auf die höhere Töchterschule in Ahaus, wo sie eine pädagogische Ausbildung erhielt. Nach ihrem Examen 1905 kam sie nach Haltern am See, wo sie in den folgenden 33 Jahren als Lehrerin an der Annaschule wirkte.

1909 erschien ihr erster literarischer Beitrag in der Osnabrücker Zeitung („Dat Lecht in´n Kolk), dem weitere Kurzgeschichten folgten. 1914 kamen die gesammelten Beiträge unter dem Titel: „Kinder der Heide“ als Buch im Heinrich Rohr Verlag in Papenburg heraus. Um deutlich zu machen, dass sie nicht nur das Kind eines Vaters war, dem sie das Buch widmete, nahm sie als Künstlerin auch noch den Mädchennamen ihrer Mutter (Tjaden) an. Ihre Geschichten spielen sämtlich im Emsland, dem Ort ihrer Kindheit.

1915 gehörte sie zu den Mitbegründern des durch Karl Wagenfeld ins Leben gerufenen „Westfälischen Heimatbundes“. In diesem Verein übernahm die noch junge Elisabeth Specker in den 20er und 30er Jahren mehrere Funktionen. Darüber hinaus begleitete sie Karl Wagenfeld, dessen von „Scholle und Heimat“  geprägtes Weltbild sie vollständig übernahm, auf vielen seiner Vortragsreisen.

Die Stadt Haltern am See nimmt nur einen ganz kleinen Teil ihres Werkes ein. Zu ihren Lebzeiten veröffentlichte sie nur einen der Stadt Haltern gewidmeten Beitrag, der 1913 in einem Führer des Verkehrsvereins erschien. Ein weiterer über die Reiherkolonie im Linnert erschien erst nach dem Kriege posthum im Vestischen Kalender. Bedeutender für das literarische Leben der Stadt war ihre Rolle als Mittelpunkt eines literarischen Kreises westfälischer und emsländischer Heimatschriftsteller. Sämtliche Größen diese Genres fanden zu ihrer Zeit den Weg nach Haltern. Hier organisierte die rege Lehrerin Vortrags- und Leseabende.

Bis heute nicht geklärt ist ihr Verhältnis zum Nationalsozialismus. Obwohl ihr Werk frei von nationalsozialistischer Verherrlichungspropaganda ist, behauptete ein emsländischer Arbeitskreis, der seinerzeit versuchte, ein Schücking-Museum in Sögel zu etablieren, dass Elisabeth Specker die Versammlungen des Emsländischen NS-Lehrerbundes immer mit einem donnernden „Heil Hitler“ eröffnet haben soll.

Darauf hin hat die Stadtbücherei im Jahre 2001 mit Hilfe der Halterner Zeitung ehemalige Schülerinnen und Personen, die Elisabeth Specker noch kannten, darum gebeten, sich doch zu melden um ihre Rolle in dieser Richtung abzuklären. Von den sieben Schülerinnen haben alle übereinstimmend ausgesagt, dass sie sowohl  in der Schule als auch privat den Hitlergruß stets vermieden und alle Schüler und Personen nur mit plattdeutschen Grußformeln, die wechseln konnten, begrüßt habe. Es gibt auch keinen Hinweis darauf, dass Elisabeth Specker je Mitglied in der Halterner NSDAP gewesen ist. Lediglich die Mitgliedschaft im NS-Lehrebund, dem sämtliche Halterner Lehrer angehörten, ist überliefert.

Dennoch bleibt festzustellen, dass sie sich in einem Umfeld bewegte, das der NS-Ideologie nicht besonders fern stand, darunter die Blut- und Boden Dichterin Maria Kahle und der Vortragskünstler und SA-Mann Friederich Castelle. Nicht untersucht wurde bisher ihr politisches Wirken innerhalb des westfälischen Heimatbundes, obwohl sie nicht nur als „rechte Hand“ Karl Wagenfelds galt, sondern auch die ranghöchste weibliche Funktionärin dieses Vereins war, deren Einfluss weit über den einer normalen Schriftführerin hinausging. Nur so sind die vielen Nachrufe, auch von ranghohen NS-Größen zu erklären, die nach ihrem Tode allenthalben erschienen.

Darüber hinaus ist noch überliefert, dass sie als ausgesprochen emanzipierte Frau galt, die es insbesondere ablehnte, Mädchen zu berufslosen „Hausmütterchen“ zu erziehen. Deshalb setzte sie an ihrer Schule u. a. Sportunterricht für Mädchen durch und sorgte auch dafür, dass die Mädchen wie die Jungen schwimmen lernen durften. Bereits 1934 erkrankte sie schwer an Krebs. Nach 1935 konnte sie nicht mehr als Lehrerin arbeiten. 1936 zog sie zu ihrer Schwester nach Herbrun (Rehde), die mit dem Mittelschullehrer Athur Böring verheiratet war. Nach Aussagen des dortigen Heimatvereins musste Athur Böring wegen seiner Verstrickungen mit dem Nationalsozialismus die Stadt verlassen und ist möglicherweise nach Fürstenau abgewandert. Die letzten Monate ihres Lebens verbrachte sie als Pflegefall. Nach langem Leiden verstarb sie am 26. Dezember 1938.

Ihre literarischen Aufzeichnungen, unveröffentlichten Manuskripte, sowie ihre Unterlagen über ihre Arbeit im westfälischen Heimatbund befanden sich zunächst in Händen einer Halterner Lehrerfamilie. Von dort geriet er angeblich in die Hände einiger Mitglieder des Halterner Altertumsvereins und des Sythener Heimatvereins, die vor allen Dingen Elisabeth Speckers „plattdeutschen Nachlass“ für die damals so beliebten „Spinnstubenabende“ ausgeschlachtet haben sollen. Lediglich Phillip Schaefer hat sich wohl darum bemüht, den Nachlass als Ganzes zu retten. Da er aber auch belastende Dinge aus der NS-Zeit enthalten haben soll, hatten wohl bereits andere, große Teile der Speckerschen Aufzeichnungen vernichtet.   

Veröffentlichungen:

 

Anton Tellen und Haltern (* 23.07.1857 Füchtdorf - † 08.04.1932 Glandorf)

Anton Tellen wurde am 16. November 1857 in Füchtdorf geboren und am 23. Juli 1882 zum Priester geweiht. Dank seiner Sprachbegabung betreute er von dort aus auch einige katholische Gemeinden in den nahen Niederlanden. Als ausgezeichneter Kanzelredner unterstützte er 1881 den Kandidaten der Zentrumspartei, den Unternehmer Carl Timmermann  (1828  -1904)  bei der Reichstagswahl, was ihm bereits in jungen Jahren einen gewissen Bekanntheitsgrad einbrachte.

1884 wurde er nach Anholt versetzt, wo er am 5. August 1888 einen katholischen Arbeiterverein gründete, dessen erster Präses er wurde. Die Arbeiterbewegung ließ ihn sein Leben lang nicht los, was ihm den Ruf eines „Arbeiterpfarrers“ einbrachte.

Als sich im Zuge der Industrialisierung immer mehr Katholiken aus Polen und den ehemaligen deutschen Ostgebieten im Ruhrgebiet niederließen, kam es zu einer Vielzahl von Gemeindeteilungen und der Errichtung zahlreicher Kirchenneubauten. 1898 wurde in Duisburg-Hamborn die neue St. Josefskirche eingeweiht, die vorläufig aber noch als Filialgemeinde von der ursprünglichen Mutterpfarrei St. Clemens in Sterkrade geführt wurde. Um die neue Gemeinde zu betreuen, wurde Anton Tellen von Bischof Hermann Dingelstad zum "Rector ecclesiae" der dortigen Gemeinde bestellt.

Am 14. Juli 1904 erfolgte die Ernennung zum Pfarrer der Gemeinde Buldern, die er bis zu seinem Ausscheiden aus dem Dienst am 16. Januar 1930 betreute.

Anton Tellen galt zu seiner Zeit als außergewöhnliche Persönlichkeit. Musisch hochbegabt, komponierte er mehrere geistliche Werke, darunter ein Oratorium „Dormition“, das er Kaiser Wilhelm II. widmete. In seiner Bulderner  Kirche, deren Neubau er organsierte, trug er eine Vielzahl von wertvollen sakralen Kunstwerken zusammen, die damals ansonsten oft wenig Beachtung fanden. Auf Grund seiner Sachkenntnis ernannte ihn Bischof Johannes Poggenburg später zum Landdechanten und zum Konservator kirchlicher Kunstwerke.

Die damals noch idyllisch abgelegene Pfarre Buldern mit Bahnanschluss war offensichtlich der ideale Ort für Anton Tellen, um von dort aus auch seinen anderen Leidenschaften nachgehen zu könnten. Als „handfester“ Naturliebhaber trat er dem Bulderner Jagdclub Hubertus bei. Als Bienenzüchter galt er als Koryphäe. Daneben widmete er sich aber auch der Geschichtswissenschaft und hier vor allem der Römerforschung.

Der nahegelegene Bahnanschluss half Tellen schnell Kontakt zu dem 1898 in Haltern gegründeten Verein für Altertumskunde und Heimatpflege zu finden. Vermutlich hat er sich im Kreise der hiesigen Mitglieder recht schnell wohl gefühlt, jedenfalls trat er dem Verein alsbald als „korrespondierendes Mitglied“bei. Bereits nach kurzer Zeit hatte er sich im Kreis der hiesigen Geschichts- und Altertumsfreunde den Ruf erarbeitet, ein besonders sachkundiger „Römerforscher“ zu sein. Die professionellen Ausgräber, wie Friedrich Koepp und andere, hielten allerdings deutlich Abstand zu seinen Thesen. Dennoch wurde er im Varusjahr 1909 gebeten, auf einem aus diesem Anlass veranstalteten „Vaterländischen Festkommers mit Damen“, zu dem der Halterner Kriegerverein und der Halterner Gardevereins gemeinsam eingeladen hatten und der mit Unterstützung einiger Mitglieder des Altertumsvereins gestaltet wurde, die Festansprache über die Varus-, oder wie man sie damals nannte, Hermannsschlacht zu halten. Auch auf der Jahreshauptversammlung des Altertumsvereins 1909 hielt er ebenfalls das Hauptreferat. Sowohl auf diesen beiden Anlässen, als auch später in mehreren Zeitungsartikeln, sowie in einem, im Moment nur indirekt nachzuweisenden und 1928 erschienen Buch, vertrat Anton Tellen die These, dass Drusus nicht die Lippe, sondern die Berkel als Anmarschstraße genutzt habe.

1912 veröffentlichte er in den Dülmener Heimatblättern einen Aufsatz über einen Ausflug nach Haltern, der im Jahre 2010 noch einmal in dem von der Stadtbücherei Haltern am See herausgegebenen Anthologie „Ach du schöne Kleine…“ abgedruckt wurde.  

1928 erlitt Anton Tellen einen Schlaganfall, von dem er sich nicht mehr erholte. Er starb am 8. April 1932 im Krankenhaus zu Glandorf.

 

 

 

 

Friedrich Thiemann

Friedrich Thiemann besuchte zwischen 1950 und 1957 das Progymnasium in Haltern und lebte nach dem Studium zwischen 1970 und 1990 in Haltern (Flaesheim). Nach Promotion und Habilitation hatte er bis 1977 eine Professur für Erziehungswissenschaften an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster inne und wechselte am 01.07.1977 auf einen Lehrstuhl im Fachbereich Erziehungs-/Sozialwissenschaften an der Universität Köln. Zu seine Interessen zählten: "Allgemeine Didaktik und Schulpädagogik" mit dem Schwerpunkt "Empirisch-qualitative Schulforschung". Er wurde am 01.08.2005 emeritiert. Hier und da schreibt er seitdem Kinderbuchrezensionen für diverse Zeitungen.

 

 

 


 

 

 

 

Veröffentlichungen

 

Ingeborg Tiemann

 

Dr. Ingeborg Tiemann wuchs in Haltern am See auf und lehrt heute als Dozentin an der Bethlehem University in Palästina.

 

 

 

 

Veröffentlichungen

 

 

Gottfried Maria Uehlemann

Als der ehemalige Bergwerksdirektor und Hauptabteilungsleiter eines Tochterunternehmens der Ruhrkole AG am 9. März 2009 im Alter von 87 Jahren starb, hinterließ der ausgewiesene Hobby-, Freizeitmaler und Dichter eine beachtliche Zahl von Ölbildern sowie ein Gedichtbändchen, das im Jahre 2001 unter dem Titel „Der Drang meiner Sehnsucht zündet meine Nächte“ erschien. Das von ihm finanzierte Buch war das erste, das in der Reihe „Edition Haltern am See“ erschien.

Das Leben hatte es gut mit dem ehemaligen Bergmann gemeint, so dass er bereits mit 55 Jahren in den Ruhestand eintreten konnte und sich von da an über 30 Jahre lang seinen Leidenschaften, dem Malen und Dichten, zuwenden konnte.

Daneben war er ein großer Freund der Stadtbücherei, der er, bevor er ins Altenwohnheim übersiedeln musste, seine viele hundert Bände umfassende Bibliothek schenkte. Vor allem seine Sammlung an Kunstbüchern ließ den Kunstbuchbestand der Stadtbücherei Haltern am See um ein Vielfaches anwachsen, was ihm die Nutzer noch heute danken. Auch die Finanzierung der ersten Freundschaftsgabe des neu gegründeten Fördervereins der Stadtbücherei übernahm er großzügig.

Veröffentlichungen:

 

Bernd Wehren (* 16. Januar 1970 in Haltern)

Bernd Wehren besuchte von 1976 bis 1980 die Marienschule und von 1980 bis 1989 das Gymnasium in Haltern. Von 1990 bis 1995 absolvierte er ein Lehramtsstudium in Münster. Nach einem Referendariat in Bochum unterrichtete er an mehreren Grundschulen. Seit 2000 unterrichtet Bernd Wehren an der Heinrich-Neuy-Grundschule in Steinfurt. 2006 erschien sein erstes Arbeitsheft für Grundschüler, Das Schreibschrift-Training. Seitdem sind Arbeitshefte, Kopiervorlagen, Unterrichtsmaterialien und Lernspiele von ihm erschienen (z. B. beim Mildenberger Verlag, Persen Verlag, Auer Verlag, Brigg Pädagogik Verlag, Lernspielkiste Verlag).

Veröffentlichungen:

(Information zu diesem Autor aus Wikipaedia)

 

 

 

Franz Wilhelm Gisbert Wesener (*05. 10. 1782 in Recklinghausen, 06. 03.1832)

Franz Wilhelm Wesener wurde am 5. Oktober 1782 in Recklinghausen als Sohn des Oberhofrates und Richters Hermann Vincenz Joseph Rotger Wesener (18. 4.1743 – 10. 3. 1810 und seiner Ehefrau Anna Katharina Deycks ( 12. 9.1827) geboren. Franz Wilhelm war das achte von zehn Kindern. Zunächst besuchte er das Gymnasium Petrinum in Recklinghausen. Nach dem Abitur ging er nach Halle um sich dort am 20. April 1801 als Student der Medizin zu immatrikulierten. Nach zwei Semestern wechselte er nach Göttingen wo er vom 28. April 1802 bis zum 29. September (Michaelis) 1803 verblieb. Den letzten Teil seines Studiums absolvierte Wesener in Würzburg wo er am 25. Oktober 1804 zum Doktor der Medizin promoviert wurde.

In seine Heimat zurückgekehrt ließ er sich zunächst als praktischer Arzt in Haltern nieder. Am 3. Juni 1805 vermählte sich der noch nicht ganz 23jährige mit der 17jährigen Anna Elisabeth Zurmühlen. Sie war die Tochter des bereits am 2. Dezember 1802 verstorbenen Assistenzrates Dr. jur. Heinrich Zurmühlen. Ihre Mutter Anna Maria Elisabeth Asbeck (18. 10. 1754 – 24.9.1816) war in zweiter Ehe mit dem Halterner Bürgermeister Alexander Lohagen (-24.1.1835) verheiratet. Aus der Ehe gingen 13 Kinder hervor, von denen allerdings nur acht, vier Söhne und vier Töchter den Vater überlebten.

Bereits kurz nach Eröffnung seiner Praxis muss Wesener persönlich in Kontakt mit Herzog Anna Emanuel von Croy gekommen sein, der seit dem 20. Januar 1803, von Dülmen aus, das durch die Folge des Reichsdeputationshauptschlusses von 1813 ins Leben gerufene Herzogtum Croy regierte. Der Herzog machte Wesener zunächst zu seinem „Hof-Medikus“ und sorgte später dafür, dass diesem am 17. August 1807 die ausgeschriebene Stelle eines Kreisphysikus (Kreis Coesfeld) übertragen wurde. Da der Posten jedoch mit einer Residenzpflicht in der Stadt Dülmen verbunden war, zog die Familie dorthin um.

Als Autor trat Franz Wilhelm Wesener lediglich als Verfasser von medizinischen Werken und Aufsätzen hervor, die jedoch zu seiner Zeit stark beachtet wurden. Insbesondere sein populärwissenschaftliches Werk: „Vollständiger Gesundheitskatechismus. Ein Unterricht über die Beschaffenheit und Pflege des menschlichen Leibes mit besonderer Hinsicht auf Westfalen. Nebst Anweisung zur Rettung in plötzlichen Todesgefahren“, das 1821 in der ersten Auflage in Paderborn erschien, fand weite Verbreitung. Heute wird sein Name vor allem in Verbindung mit der Veröffentlichung seiner Aufzeichnungen über die stigmatisierte Nonne Anna Katharina Emmerick genannt. Als Arzt und Wissenschaftler beobachtet er die Nonne über Jahre hinweg, um deren mystischen Krankheitsverlauf doch noch naturwissenschaftlich erklären zu können. Seine Aufzeichnungen beginnen am 23. März 1813 und enden am 3. November 1819.

Vom Grundsatz her stand er den Visionen der Nonne wohl eher skeptisch gegenüber. Trotzdem überließ er nach dem Tode der Emmerick 1824 seine Aufzeichnungen zunächst Clemens Brentano zur Auswertung. Von da gelangten sie später zurück an seinen Sohn den späteren Reg. Rat Hermann Wesener (13.3.1809 - 8.4.1866) der die bis dahin losen Blätter zu einem Buch einbinden ließ. 1926 wurden die Aufzeichnungen unter dem Titel: „Tagebuch des Dr. Med. Franz Wilhelm Wesener über die Augustinerin Anna Katharina Emmerick unter Beifügung anderer auf sie Bezügliche Briefe und Akten“, erstmals herausgegeben. (es folgten weitere Auflagen)

Er starb am 6. März 1832. Seine Ehefrau überlebte ihn um fast 30 Jahre (+ 2.6.1861).

Veröffentlichungen:

  • Dissertatio inauguralis medica Specimen historiae hominis varias ejus vitae periodos complectentis physiologico-pathologicum sistens. Quod ex inclytae sectionis medicae consensu pro obtinendis summis in medicina et chirurgia honoribus eruditorum examini submittit auctor Franciscus Wilhelmus W., societatis Sydenhamiae Halensis socius, Recklinghusanus Westphalus. Wirceburgi typis Franc. Ernesti Nitribitt, Typographi ftcademici 1804. (Rezens. Medicinisch-chirurgische Zeitung. Bd. 4, S. 67-70. 1805. Salzburg.)
  • Vollständiger Gesundheits-Catechismus. Ein Unterricht über Beschaffenheit und Pflege des menschlichen Leibes mit besonderer Hinsicht auf Westfalen. Nebst Anweisung zur Rettung in plötzlichen Todesgefahren. Von Dr. Franz Wilhelm Wesener, Doktor der Medicin, Königl. Preuß. Kreis-Physikus und Herzoglich Croy'schem Hof-Medikus. Paderborn, bei Joseph Wesener 1821. (Rezens. Pierer, Allg. medicinische Annalen. Jahrg. 1822. Leipzig);
  • Neuauflage unter dem Titel: Medicinisches Hausbuch oder Hülfe bei allen vorkommenden Krankheiten für Jedermann, ins­besondere für Eltern, Lehrer, erwachsene Jünglinge und Jungfrauen. Nebst Anweisung zur Rettung in plötzlichen Todesgefahren. Von Dr. Franz Wilhelm Wesener, Doktor der Medicin, Königl. Preuß. Kreis-Physikus und Herzoglich Croy'schem Hof-Medikus Paderborn und Arnsberg: Joseph Wesener, 1826. (Rezens. Pierer, ftllg. med. Annalen. Jahrgang 1830.)
  • Die nachfolgenden Aufsätze alle in: Journal der praktischen Heilkunde (später der Arzneykunde und Wundarzneykunst) hrsg. von Hufeland & Himly (bzw. später Harles, dann Osann), Berlin 1810 ff.
  • Bitte um Rath. Bd. 31. Aug. 1810. S. 138-142.
  • Die sämtlichen Schutz pockenverhandlungen in meinem Physikatskreise, und meine Korrespondenz und Versuche über diesen Gegenstand; mit Zusätzen von Himly. Bd. 35. August 1812 S. 81-110 und September 1812 S. 97-121.
  • Geschichte einer chronischen Gebärmutterentzündung mit Brand und Vereiterung, nebst Sectionsbericht. Bd. 37,. Juli 1813 S. 112-120.
  • Ueber ein neues und sicher genanntes Mittel, nicht nur den Lungenkatarrh, sondern auch den Keichhusten und die häutige Bräune zu heilen. Bd. 38, März 1814 S. 86-96.
  • Einige Bemerkungen über die Ruhrepidemie vom Jahr 1811. Ebd. S. 97-109.
  • Fernerer Bericht und meine Erfahrungen über die Wirksamkeit der Schwefelleber gegen den Keuchhusten und die häutige Bräune. Bd. 42., Febr.1816 S. 84-110.
  • Nachtrag zu meinem Aufsatze über den Keuchhusten und die häutige Bräune. Bd. 43, Nov. 1816 S. 130-131
  • Etwas über die Eigenschaften und Wirkungen des Mutterkorns (secale cornutum). Bd. 45, Nov. 1817 S. 68-90
  • Therapeutische und physiologische Bemerkungen und Beobachtungen. Bd. 47, Okt. 1818 S. 17-33
  • Vermischte praktische Beobachtungen. Bd. 48, Febr. 1919 S. 91-109
  • Meine Ansicht der Lungensucht, nebst einigen merkwürdigen Krankheitsgeschichten. Bd. 53, Aug.1821 S. 87-113
  • Bestätigte Schutzkraft der Bella­donna gegen das Scharlachfieber. B. 57, August 1823 S. 7-9
  • Beiträge zur praktischen Heilkunde. Ebd. S. 45-79. (Recens. Froriep: Notizen a. d. Gebiete der Natur- und Heilkunde. Bd. 5, 1823, Nr. 106, S. 287.)
  • Fernerer Bericht über den Nutzen der Galeopsis grandiflora, oder der Lieber'schen Auszehrungskräuter in der Lungensucht. Bd. 58, Mai 1824 S. 64-71
  • Erfahrungen über den Brechweinstein in großen Dosen gegen entzündliche Brustleiden, und über den Berger Leberthran gegen chronische Rheumatismen und Gicht. Ebd. S. 72-76
  • Meine Behandlung der Manie. Bd. 66, 1828, Jan. S. 68-98. (Recens. Busch: Systematisches Repertorium der gesamten medicin. Literatur Deutschlands. Jahrg. 1828, Heft 5. - Friedreich: Magazin für philos., medicin. und gerichtl. Seelen­ kunde. 1829, Heft 2.)
  • Versuch eines Beitrags zu der Lehre von den Krankheiten des Pfortader-Systems. Bd. 68, Febr. 1829 S. 32-67
  • Bemerkungen über praktische Medizin überhaupt und über die Kur der häutigen Bräune und des Stickhustens im Besonderen. Bd. 72, März 1831. S. 29-45. (Recens. Summarium des Neuesten aus der gesamten Medicin. 1831. Bd. 2, S. 360-366.)
  • Die Nonne zu Dülmen betr., im Minden'schen Sonntagsblatt 1817, St. 49 (nach S. 202)
  • Tagebuch des Dr. med. Franz Wilhelm Wesener über die Augustinerin Anna Katharina Emmerick unter Beifügung anderer auf sie Bezügliche Briefe und Akten.- Hrsg. Von P. Winfrid Hümpfener O.E.S.A..- Würzburg: St. Rita Verlag 1926

 

Wolfgang Wiesmann

Wolfgang Wiesmann, Jahrgang 53, in Haltern geboren, heirate ’74 die Kinderärtzin Angelika Wiesmann, mit der er vier Kinder hat.

Seine berufliche Karriere begann er als Diplom Ingenieur für Maschinenbau. Später studierte Wiesmann die Fächer Englisch und Physik. Nach 8 Jahren Tätigkeit als Lehrer an Gesamtschulen wandert er mit seiner Familie nach Irland aus. Dort sammelt er unvergessliche Erfahrungen an drei irischen Schulen. Im Alpha Projekt einer Steiner Schule unterrichtet er Deutsch in einer abgelegenen Hütte im Wald. In einer Sonderschule begegnet er einer archaischen Pädagogik und in Killaloe, in der Grafschaft Clare, führt er die Studenten des Community College erfolgreich zum Abitur im Fach Deutsch.

Danach folgen vier Jahre, wo Wiesmann als Sozialarbeiter des National Council for the Blind of Ireland sehbehinderte und blinde Menschen betreut - eine Zeit, so Wiesmann - von der er keinen Tag missen möchte. Sein Interesse für alternative Modelle der Heilkunst realisiert er durch ein dreijähriges Studium der Traditionellen Chinesischen Medizin in Galway und Peking. Zusätzlich profilierte er sich in einem besonderen Therapieverfahren mit dem namen Emotional Freedom Technique.

Heute arbeitet Wiesmann als holistischer Therapeut im Westen Irlands. Die aus seinen Erfahrungen gewonnen Kenntnisse spieglen sich auch in seiner schriftstellerischen Arbeit wider. Im Zentrum steht immer der ganze Mensch.

Sein Erstlingswerk „Hansi und Lilo – oder wie man ein guter König wird“, nimmt die menschlichen Stärken und Schwächen aufs Korn. Dabei werden philosophische und spirituelle Perspektiven grenzenlos vermengt, was die heutige Wirklichkeit der Menschen auf besondere Art beleuchtet und hinterfragt. In seinem Roman stellt er dar, dass das Abwenden von der eigenen Natur und der Sog der Macht nicht nur im Einzelnen, sondern auch im Ganzen im Chaos enden können. Dass die Frauen der Geschichte den rettenden Anker werfen, lässt durchblicken, dass der Autor ihnen eine besondere Rolle bei der Bewältigung des Überlebens in der Zukunft zuschreibt.

Veröffentlichungen:

  • Hansi und Lilo – oder wie man ein guter König wird, Kontrast-Verlag, Pfalzfeld

 

Walter Wübbe

Walter Wübbe lebt in Haltern. Zur Geschichte der Stadt Haltern veröffentlichte er:

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Filmemacher

 

Der Filmproduzent, Kameramann und Autor wurde am 10. November 1924 in Forst/Lausitz geboren. Durch den Besitzer des örtlichen Kinos kam er zum ersten Male mit dem Medium Film in Kontakt. Nach seiner Schulzeit absolvierte Kramer zunächst im nahen Cottbus eine Lehre als Portraitfotograph. Als sich ihm während seiner Ausbildung die Möglichkeit bot, an einem Filmwettbewerb der „Agfa“ teilzunehmen, ergriff er diese Chance und gewann als 16jähriger mit einem Filmbeitrag über den Spreewald den 1. Preis.

Nach seiner Ausbildung wechselte er zur Firma TOBIS nach Berlin, wo er ab 1939 eine Anstellung als Assistent bei dem durch seine expressionistische Kameraführung bekannten Kameramann Arno Wagner erhielt. Während des Zweiten Weltkrieges diente Kramer als Funker und Berichterstatter in der Deutschen Wehrmacht. Weihnachten 1944 wurde er verwundet und kam nach Hamburg ins Lazarett, wo er nach seiner Genesung zunächst verblieb und beim damaligen NWDR (Nordwestdeutscher Rundfunk) eine Anstellung als Moderator und Nachrichtensprecher erhielt. In seiner Freizeit trat er zusätzlich als Kabarettist und Stimmenimitator auf.

1949 erfolgte die Umsiedlung nach Haltern am See und der fast gleichzeitige Erwerb einer 16mm – Kamera. 1952 gründete er die „Kramer- Film- Produktion“ und begann damit, seine ersten regionalen Kulturfilmprojekte umzusetzen. Dabei arbeitete er zunächst mit dem Filmemacher Günter Gasch zusammen, der sich später durch seine Filmprojekte mit der Marler Insel profilierte. („Das Vest Recklinghausen“ (1952); „Das Münsterland im Wandel der Zeiten“ (1953 – 1955)) Mit diesen beiden Filmen „tingelten“ die beiden Männer durch Schulen, Gasthäuser, Kirchengemeinden usw. Die ohne Ton aufgenommen Filme wurden dabei durch ein parallel laufendes Tonbandgerät „vertont“.

Der Erfolg der beiden Filme ermöglichte es Kramer, nach „Münsterlandfilm“ endlich eine Kamera im 35mm – Standardformat für Kinofilme zu erwerben. Der erste in diesem Format gedrehte Film trug den Titel  „Westfalenlied“ und wurde 1957 in Münster uraufgeführt. Es folgten weitere Aufführungen in regionalen Lichtspielhäusern, wodurch sein Name schnell einen größeren Bekanntheitsgrad erhielt. 1959 lernte er seine spätere Frau Christel kennen, die sofort bereit war, sich ebenfalls dem Filmgeschäft zu widmen. Sie absolvierte eine Ausbildung als Cutterin und arbeitete fortan an der Seite ihres Mannes.

In den späten 50er und frühen 60er Jahren drehte Kramer 46 kürzere Dokumentationen, die sich den Themen Handwerk, Kunst, Natur und Tierreich in Westfalen widmeten und in Vorprogrammen der großen Kinos gezeigt wurden. Nebenher drehten er und seine Frau aber vor allem Werbe- und PR-Filme, die teilweise ein Länge von 90 Minuten erreichten und für die auch Schauspieler mit klangvollen Namen (z.B. Willy Birgel/ Christina Söderbaum) verpflichtet werden konnten. Als ihn einer dieser Werbefilme (für die Fa. Miele) nach Ägypten führte, konnte das Ehepaar erstmals seine Leidenschaft für exotische Länder, fremde Kulturen und die dortige Fauna ausleben.

In diesen Jahren lernte das Ehepaar den Dirktor des Zirkus Barum, Gerd Simoneit, kennen. In der Folge entstanden mehrere Kurzfilmdokumentationen über Leben und Arbeit im Zirkus. 1966 und 1967 drehte das Ehepaar Kramer mit Gerd Simoneit zwei größere Filmreihen unter dem Titel: „Jens Claasen  und seine Tiere“ in Indien (13 Teile) und Afrika (7) ab. (Jens Claasen war das Pseudonym von Gerd Simoneit).

Ein aus dieser Zusammenarbeit entstandener  Kurzfilm, der für das Vorprogramm in Kinos gedacht war und den Titel: „“Schwarzer Panther Onyx“  trug, erregte die Aufmerksamkeit des WDR. Der Film wurde umgeschnitten und wurde als 25minütige Tierdokumentation im Vorabendprogramm des WDR gezeigt. Diese Dokumentation legte den Grundstein für eine langjährige Zusammenarbeit der Kramer-Film-Produktion mit den Fernsehanstalten des WDR. In rascher Folge entstanden nun in Indien, Afrika, Indonesien, China und Australien eine Vielzahl von Kultur- und Tierfilmen, die alle in den Vorabendprogrammen der ARD gezeigt wurden.

Ihr erstes Filmprojekt in Farbe drehte das Ehepaar Kramer in den Jahren 1967 – 1972 ab. Die 26teilige Serie trug den Titel: „Auf der Suche nach den letzten Wildtieren Europas“. Es folgten wiederum regionale Kulturfilmprojekte, darunter eine 46teilige Serie unter dem Obertitel: „Von der Eifel bis zum Weserbergland“, die sich Schlössern und Burgen, Handwerk und regionalen Besonderheiten widmete. Zwischen 1974 und 1979 entstand wiederum eine Tierdokumentation in Indien sowie ein Filmportrait über den indischen Staatsgründer Pandit Nehru. Ein Jahr später folgten Tierfilmdrehs in Indonesien und vor allem in China. Über die Erlebnisse in China brachte Karl Heinz Kramer auch ein Buch heraus, das von dem Halterner Journalisten Robert Roth redigiert wurde.

In den 80er Jahren trat das Ehepaar Kramer mit dem Angebot an die Stadt Haltern am See heran, doch aus Anlass des anstehenden Stadtjubiläums 1989 sowohl ein Stadtportrait in Spielfilmlänge als auch einen 10minütigen Kurzfilm zu touristischen Werbezwecken zu drehen. Da es Karl-Heinz Kramer gelungen war, sich in den Besitz historischen Filmmaterials über die Stadt Haltern aus den 30er Jahre zu bringen, gelang ihm damit ein durchaus großer Wurf. („Haltern – Kleine Stadt ganz groß“) Allerdings erfüllten sich die Hoffnungen der Stadt Haltern am See nicht, mit dem Verkauf von Videokassetten, die nahezu zum Selbstkostenpreis von DM 74.- verkauft werden mussten, die hohen Honorar- und Produktionskosten wieder hereinzuholen.

Auch seiner Geburtsstadt Forst widmete Kramer nach der „Maueröffnung 1989“ ein filmisches Portrait.

Karl Heinz Kramer verstarb am 27. November 2006.

 

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Neben Bibliotheken prägen auch Buchhandlungen, Buchbindereien, Verlage, das Zeitungswesen, Druckereien und Buchbindereien das geistige Leben einer Stadt. Deshalb ist es wichtig, dass die Kenntnis über diese Firmen nicht verloren geht. Wir sind an Drucksachen aller Art interessiert, die entweder in Haltern am See gedruckt wurden oder sich aber mit der Stadt Haltern am See in irgend einer Form beschäftigen.

 

Halterner Zeitung

"Halterner Zeitung erschien schon 1888 : Der Dülmener Verleger J. Pütz gibt von seinem Verlagsstandort aus eine Zeitung für Haltern heraus. Die „Halterner Zeitung - Anzeiger für Stadt und Land -“ erscheint an jedem Mittwoch und Samstag. Der Vertrieb obliegt der Buch- und Papierhandlung A. Kortenkamp in Haltern."

Zitiert aus: Franz Luermann, Stadtchronik - 2000 Jahre Haltern, Haltern am See 2001

 

Presseverlag Halterner Zeitung

1897 gründet Nikolaus Hein einen Verlag für die Herausgabe der Halterner Zeitung. "Seine ersten Mitarbeiter sind die Redakteure Heinrich Hamacher und später Philipp Iwanowsty. Die Zeitung erscheint abwechselnd als „Halterner Anzeiger“ und „Lippe-Zeitung“.Die Zeitung erscheint abwechselnd als „Halterner Anzeiger“ und „Lippe-Zeitung“. Redaktion und Druckerei befinden sich mitten in der Stadt, in der Nähe des Marktes. Am 1.1.1899 wird der „Halterner Anzeiger“ offizielles Bekanntmachungsorgan der Behörden und erhält den Titel eines „Amtsblatts“. Ab Dezember 1909 ändert der Verleger Nikolaus Hein den Titel „Halterner Anzeiger“ in „Halterner Zeitung“ um. In einer Unterzeile wird das Lokalblatt auch als „Volkszeitung“ ausgewiesen. Auf die Betonung des Wortes 'Volk' legte die dem Gedankengut des politischen Katholizismus (Zentrum) nahestehende Tagespresse besonderen Wert."

1907 verlegt Nikolaus Hein ein Prozessionsbüchlein.

"1913: Verleger Aymanns übernimmt Halterner Pressebetrieb: Der Verleger Peter Wilhelm Aymanns übernimmt von Nikolaus Hein den Halterner Pressebetrieb (Druckerei und Verlag). 1914 zieht der Betrieb zur Weseler Straße 40, heute Nr. 32, um. Am 2.10.1922 vollzieht dieser den Anschluss an den katholischen Zeno-Verband (Zeitungsverlagsgesellschaft Nordwestdeutschland ZENO). 1926 übernimmt Sohn Karl Aymanns vom kranken Vater den Verlag.
Eine schwere Zeit beginnt für Verlag und Druckerei mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933. Deren unerbittlicher Kampf gegen die verhasste Zeno- Presse gipfelt schließlich 1940 im Verbot der Halterner Zeitung.
1949 schließen die „Ruhr Nachrichten“ einen Vertrag zur Zusammenarbeit mit Karl Aymanns, die 1968 den Verlag übernehmen."

"01.09.1949 Halterner Zeitung erscheint wieder: Die erste Ausgabe der neuen „Halterner Zeitung“ erscheint wieder. Eine Lockerung der bisherigen Bestimmungen ermöglichte das Wiedererscheinen der „Halterner Zeitung“, die während des Krieges nicht erschienen ist."

"24.04.1997 Ruhr-Nachrichten ändert Namen in Halterner Zeitung: 100 Jahre alt ist die Halterner Zeitung in diesem Jahr. Heute kehrt sie mit der Umstellung des Titels zu ihren Ursprüngen zurück. Das älteste Original vom Samstag, 8. Oktober 1898, befindet sich in dem Dortmunder Stammhaus. Nachdrucke dieser Ausgabe schmücken die neugestaltete Geschäftsstelle und die Redaktion der „Halterner Zeitung“ am Gantepoth 10. Mit der heutigen Titelumstellung möchte die Zeitung ihre 100 Jahre lange Verbundenheit zu der Stadt dokumentieren, in der wir leben und arbeiten und deren Geschichte wir seit Jahrzehnten hautnah, intensiv und mit konstruktiver Kritik journalistisch begleiten."

Zitiert aus: Franz Luermann, Stadtchronik - 2000 Jahre Haltern, Haltern am See 2001

 

"NA OCZYZNIE" (In der Fremde)

"In der Fremde"

 

 

 

Von  April 1945 bis März 1948 existierte in Haltern ein Lager für überwiegend polnische Displaced Persons. Im Herbst 1945 wurde im DP-Lager Haltern die polnischen Wochenzeitung: "NA OBCZYZNIE" (In der Fremde) herausgegeben. Der erste Herausgeber war Jan Koprowski, der zuvor als Zwangsarbeiter in Deutschland war. 1946 übernahm Ignacy Wisniewski die Redaktion.

 

 

 

 

 

 

Verlag Alexander Kortenkamp 

siehe Buchhandlung Kortenkamp

 

 

Bode Verlag

Der weltweit größte Fachverlag auf dem Gebiet der Mineralogie und des Bergbaus war für ein rundes Vierteljahrhundert in Haltern am See ansässig. Der Verlagsgründer Rainer Bode (*1954 in Peine) begann schon in jungen Jahren damit interessanter Steine zu sammeln und später auch zu fotografieren, was für seinen späteren Beruf von entscheidender Bedeutung werden sollte.

Nach dem Abitur nahm Rainer Bode zunächst ein Bergbau-Studium an  der damaligen WBK in Bochum auf, änderte aber nach einigen Semestern die  Studienrichtung und studierte an der FH in Dortmund Foto-Film-Design.

Seine Faszination am Fotografieren schöner Mineralien wurde geprägt  durch die Freundschaft mit Dr. Olaf Medenbach, der schon damals weltweit als ein  Meister der Mineralienfotografie galt. Heute verfügt das Bode-Archiv über rund 20.000  Mineralien-Dias im Format 6x6 cm sowie 20.000 digitale Fotos aus den Bereichen Mineralien,  Edelsteine, Fossilien und Bergbau sowie Landschaftsmotive von seinen zahlreichen Expeditionen und  Reisen nach Afrika, Südamerika und in die USA. Es ist damit eines der größten Fach-Fotoarchive der Welt.

Bodes Laufbahn als Verleger begann 1978. Ein Jahr zuvor, im Alter von 23  Jahren, hatte er in Koblenz eine Mineralienbörse mit vielen internationalen Ausstellern und 1979 eine weitere solche Messe in Bad Ems organisiert. Zu diesen 1. Bad Emser Mineralientagen 1979 gab Bode einen kleinen Ausstellungsführer unter dem Titel EMSER HEFTE heraus. Auf Anhieb fanden die wunderschön illustrierten Hefte reißenden Absatz. Darauf hin entschied sich Rainer Bode die Hefte in vierteljährlichen Turnus herauszugeben. Erst 1994 wurden sie eingestellt.

Daneben begann der Jungverleger in Bochum damit, Reprints von gesuchten klassischen  mineralogischen Werken herzustellen. In kleinen Auflagen von 200 bis  500 Stück wurden zum Beispiel J.J. Ferbers „Bergmännische  Nachrichten“ (1776), Theodor Haeges „Die Mineralien der Siegerländer  Erzlagerstätten und der angrenzenden Gebiete“ (1887) oder Conrad  Blömecke's „Über die Erzlagerstätten des Harzes“ (1885) aufgelegt. 

1983 brachte Rainer Bode mit „magma“ ein neues, großformatiges  Mineralien-Magazin auf den Markt, eine noch heute von vielen Experten  hochgeschätzte Zeitschrift, die aber nach nur sieben Ausgaben das  Erscheinen einstellen musste - der noch junge Verlag war noch nicht  „reif“ für derartige „Großobjekte“ ...

In diesen Jahren arbeitete er zudem als Untertage-Fotograf für  verschiedene Bergbau-Spezial-Firmen im Ruhrgebiet, unter anderem für  Thyssen-Schachtbau und Deilmann-Haniel.

1985 erfolgte der Verlags-Umzug von Bochum nach Haltern, im gleichen  Jahr erschien dann der erste in Haltern entstandene großformatige Bildband „Mineralien-Museen in Westeuropa“,

Im März 1990, mit Öffnung der Grenzen nach Osten, wagte der Bode- Verlag mit der Herausgabe eines weiteren großformatigen Magazins für  Mineraliensammler erneut den Schritt auf den Zeitschriften-Markt. Diesmal blieb der Erfolg nicht aus, denn innerhalb  kürzester Zeit stieg die Auflage der „MINERALIEN-Welt“ auf rund 7000  Exemplare an und wird heute in rund 45 Ländern der Erde gelesen.

Nur wenige Monate nach der Maueröffnung erhielt Rainer Bode als erster Fotograf „aus dem Westen“ die Exklusiv-Rechte, die bis dahin streng abgeschirmten Bergwerke der SDAG Wismut im Erzgebirge und rund um Ronneburg fotographisch zu dokumentieren.

1992 wurde mit dem „3D-Magazin“ eine weitere großformatige Zeitschrift  publiziert, die sich an Fotografen und Freunde der Magischen Bilder  wendete, aber nach sechs Jahren wieder  eingestellt werden musste.

In den folgenden Jahren entstanden bei „Bode“ viele weitere Bücher und  Bildbände über Bergbauregionen in ganz Europa. Seit 1994 produziert er außerdem  den Katalog der Mineralientage München, der größten Fachmesse für  Steine weltweit. Weiterhin schrieb er auch Fachbücher für andere  Verlage, wie zum Beispiel für den KOSMOS-Verlag in Stuttgart, die in  viele Sprachen übersetzt wurden und sehr hohe Auflagen erreichten.

Neben seiner Tätigkeit als Fotograf und Verleger ist Bode seit 1995 auch Berater und Sonderschau-Organisator der Hamburg Messe und  Congress GmbH. In dieser Zeit konnte die Zahl der Aussteller auf der  größten Mineralienmesse im Norden Europas von 240 auf über 420 und die  Zahl der Besucher von rund 14.000 auf jetzt im Schnitt 23.000  gesteigert werden.

Nach wie vor ist er Veranstalter der traditionellen Bad Emser  Mineralientage, die 2010 zum 32. Mal durchgeführt wurden und zu den beliebtesten und  erfolgreichsten Börsen-Veranstaltungen Deutschlands gehören.

In den über 30 Jahren seines Bestehens  hat sich der Bode Verlag zum weltweit größten  Fachverlag auf dem Gebiet der Mineralogie und des Bergbaus entwickelt.

Rainer Bode hat zwei Kinder und lebte mit seiner Frau Doris bis zum  Herbst 2009 in Haltern am See. Am 1. Oktober 2009 siedelte der Verlag  ins niedersächsische Salzhemmendorf/Weserbergland über.

Zeitungsbericht WAZ 22.07.2008

www.bodeverlag.de

 

Buttgereit und Heidenreich GmbH

Die in Haltern ansässige Firma Buttgereit und Heidenreich GmbH gehört zu den Top 25 der deutschen Designagenturen. Sie betätigt sich auch auf dem Feld der Buchgestaltung, Plakatkunst und Verlagsbetreuung.

Ein umfangreicherer Text ist in Vorbereitung.

Web-Seite: Buttgereit und Heidenreich GmbH

 

Buchdrucker Hermann Fischer

1931: Varusstraße 14

 

Buchdrucker Wilhelm Kleine

1931: Mühlenstraße 35

 

Druckerei und Verlag Röer

Wann die Druckerei Wilhelm Röer in Haltern ihre Tore öffnete ist unbekannt. In den 20er Jahren brachte sie im Auftrag des Vereins für Altertumskunde und Heimatpflege eine kleine Anzahl, von für die Zeit aufwändig gestalteten Führern durch die archäologischen Ausgrabungsgelände und das Halterner Museum heraus. Ebenso über die Wallfahrtsstätten Hl. Kreuz und Annaberg. 1938 erhielt die Druckerei den Zuschlag die von Philipp Schäfer verfasste „Geschichte der Stadt Haltern herauszubringen. Für die Illustrationen und Vignetten verpflichtete Wilhelm Roer den Buchkünstler, Holzschneider und Heraldiker Waldemar Mallek (1906-1998).

Der Sohn des damaligen Inhabers, Helmut Röer kam am 11. März 1926 in Haltern zur Welt und absolvierte zunächst eine Lehre als Schriftsetzer. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges baute er den elterlichen Betrieb aus und führte ihn selbst von 1960 bis 1970 als Druckerei und Schreibwarenhandel weiter. 1970 übernahm der mit der Verlagstochter Ulla Sommer verheiratete Helmut Röer die Verlagsleitung und Geschäftsführung der "Ahlener Volkszeitung". Nach dem Tod des Schwiegervaters trat er an die Spitze des Unternehmens. 1989 wurde Helmut Röers Sohn Volker von den Gesellschaftern in die Geschäftsführung des Verlages bestellt, der damit in vierter Generation die Geschicke der "Ahlener Zeitung" leitet. Helmut Röer verstarb am 19. April 1998 in seinem 73. Lebensjahr.

Druckerzeugnisse aus dem Verlag Röer (Haltern i. Westf.):

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Röer verlegte auch überregionale interessante Bücher, z.B.:

Krug, Konrad Maria, Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand von W. von Goethe - Für die Freilichtbühne bearbeitet von Konrad Maria Krug, Wilhelm Röer, Haltern i. Westfalen, 1. Auflage 1925 (Aus der Reihe "Deutsche Heimatfestspiele, 12x16)

 

 

E.dition & C.onsult GbR Kirschenbaum Marketing + Design


Die Firma, die sich auch als Verlag betätigt wurde im November 1999 gegründet.


Bisherige Veröffentlichungen:

 

Halterner Druckerei

Halterner Druckerei GbR

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Margarethe Gasch (Jo Glieme-Gasch)

Die spätere Kunsterzieherin an der Alexander-Lebenstein-Realschule in Haltern am See wurde 1928 in Dresden als Margarete Glieme geboren und wuchs im nahen Heidenau auf. Nach der Schule wurde sie am Staatstheater und Interimstheater in Dresden zur Kostümbildnerin ausgebildet. Parallel zu ihrer Ausbildung belegte sie Kurse an der Akademie der Künste, der Technischen Universität und dem Konservatorium in Dresden.

Nach 1945 arbeitete sie zunächst als Kostümbildnerin am Operettentheater in Heidenau/Pirna. 1948 ging sie in den Westen und wurde 1949 Leiterin eines Kostümverleihhauses in Minden, wechselte aber bald als Kostümbildnerin an das neue Theater in Gelsenkirchen. In den 50er Jahren heiratete sie den Filmemacher Günther Gasch, von dem sie sich aber später wieder scheiden ließ. Aus der Ehe ging eine Tochter hervor.

Nach Gründung der Alexander-Lebenstein-Realschule im Jahre 1968 fand sie dort eine Anstellung als Werk- und Kunsterzieherin im Angestelltenverhältnis. Nebenher wirkte sie auch als Dozentin an den Volkshochschulen Recklinghausen, Marl und Haltern.

2003 verließ sie Haltern am See, um sich in der Nähe ihrer alten Heimat Heidenau zur Ruhe zu setzen.

 

Wat Uhl un Ekboom vertellen - Beiträge zur Geschichte der Stadt Haltern - Band 7 - Bernhard E. Köster, Haltern am See 2000, Preis 16,80 Euro

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach Entwürfen von Jo Glieme Gasch, von links: Kiepenkerle in Westfalen - Mythos (Ausstellung in der Stadtbücherei 01.12.1992-16.01.1993) - Märchenbuch - Kartenspiel

 

Margarete Gasch gehörte während der vielen Jahre, die sie in Haltern am See gelebt hat, zu jenem überschaubaren Kreis von Künstlern, die sich ständig darum bemühten, die Halterner Kulturszene zu beleben, wobei ihr künstlerisches Engagement in der Hauptsache der Malerei galt.

Ein Großteil ihres künstlerischen Schaffens galt aber auch der Illustration. Bereits in den 50er Jahren fertigte sie Zeichnungen für Modekataloge an, es entstand ein erstes Kinderbuch und gemeinsam mit ihrem Mann schuf sie die Zeichnungen zu einem Trickfilm.

In den 60er bis Ende der 70er Jahre entwarf sie etliche Titelbilder für verschiedene Romanreihen des Bastei-Verlages, später auch Platten und CD-Cover.

Für eine Veröffentlichung der Stadtbücherei zeichnete sie das Titelbild für das Buch: „ Wi stoaht fast - Kiepekerle in Westfalen“, das seinerzeit von Uli Backmann erarbeitet worden war. Es folgten die Illustrationen für das Halterner Sagenbuch und als eine ihrer letzten großen Arbeiten 54 kolorierte sie Zeichnungen für ein Haltern-Kartenspiel (Deutsches Blatt), das anlässlich der Errichtung des „Siebenteufelsturmes“ vor 500 Jahren, des sogenannten Essener Überfalls vor 350 Jahren und der Erfindung des Kartenspiels 66, ebenfalls vor 350 Jahren in Westfalen (Paderborn), vom Verein für Altertumskunde und Heimatpflege in Zusammenarbeit mit der Halterner Zeitung herausgebracht wurde.

 

Waldemar Mallek und Haltern am See

 

Der Graphiker, Buchillustrator, Exlibris-Gestalter und Heraldiker Waldemar Mallek wurde am 27. Oktober 1906 in Münster geboren. Nach einer dreijährigen Lehre als Metallbildhauer und drei Gehilfenjahren folgten zwei durch Arbeitslosigkeit erzwungene Wanderjahre, die ihn bis nach Schweden führten. Anschließend konnte er ab 1925, dank eines Stipendiums , ein Studium an der Kunstgewerbeschule in Münster aufnehmen, wo er Schüler des genialen Holzschneiders und Buchillustrators Hans Pape (1894-1970) wurde, der gerade mit dem Aufbau einer Abteilung für Schrift, Buchgestaltung und Gebrauchsgraphik beauftragt worden war.

 

1931 ließ sich Mallek als selbstständiger Gebrauchsgraphiker in Münster nieder. Er war Mitglied der „Freien Künstlergemeinschaft Schanze“. Im Laufe seines Lebens schuf er unter anderem zahlreiche Einzelholzschnitte, Bucheinbände, Illustrationen, Exlibris und Wappen. Insbesondere Wappenentwürfe dürfen als das Thema seines Lebens gelten. Für viele Städte, darunter Bremerhaven, Meerbusch, Unna, Blankenstein, Hemer, Neuenhaus und Harsewinkel entwarf er neue Wappendarstellungen.

Als sein bekanntestes illustriertes Werk gilt deshalb wohl auch das 1940 erschienene „Wappenbuch der Westfälischen Gemeinden“, für das er sämtliche Wappendarstellungen ausführte. Malleks, ganz der so genannten Heimatkunstbewegung verhaftete Stil, traf in den 20er und 30er Jahren des 20 Jh. genau den herrschenden Zeitgeist. Deshalb gehörte er neben dem aus Essen stammenden Georg Sluyterman von Langeweyde (1903 - 1978), dem Coesfelder Heinrich Evertz (1882-1967) und vor allem seinem Lehrer Hans Pape zu jenen im westfälisch-norddeutschen Raum bevorzugten Künstlern der zweiten Reihe. Während sich jedoch nach 1933 der Coesfelder H einrich Everts weitgehend den Avancen der NS-Machthaber entzog, stellten sich die anderen vor allem im kunstgewerblichen Bereich mehr oder weniger aktiv in den Dienst der von den Nationalsozialisten propagierten NS-Kunst. Dadurch konnten die genannten, in der Zeit, als z. B. Künstler wie Emil Nolde mit einem Malverbot belegt und reihenweise expressionistische Maler aus öffentlichen Museen verbannt wurden, von einer Vielzahl von öffentlichen Aufträgen profitieren.

Dazu gehörte in Haltern am See die Schaffung des Ehrenbürgerbriefs für Adolf Hitler, den Mallek in fast identischer Ausführung auch für die Stadt Hemer schuf. Nicht nur für das abgebildete Goldene Buch der Stadt Dülmen, sondern auch für viele andere Städte schuf er eine Vielzahl ähnlicher Bücher, Ehren- und Stadtgründungsurkunden. Mehrfach illustrierte er Stadtführer und Stadtgeschichten.  Auch bei dem schon erwähnten „Westfälischen Wappenbuch“ handelte es ich um einen gut dotierten öffentlichen Auftrag.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Daneben finden sich seine Holzschnitte in Heimatkalendern und zahlreichen Büchern wieder. 1938 bekam Mallek von der Stadt Haltern am See den Auftrag, die anlässlich der 650-Jahrfeier der Stadt Haltern am See herauskommende Stadtgeschichte zu gestalten. Er entwarf Einband, Titelblatt und die verschiedenen vignettenhaften Illustrationen, die jeweils die einzelnen Kapitel einleiten.

Während des Zweiten Weltkrieges kämpfte Mallek auf dem Balkan und in Russland. Nach dem Krieg setzte er, wie fast alle Protagonisten der Heimatkunstbewegung, bis in die 70er Jahre hinein unbeschadet seine Arbeit fort. Allerdings gingen, auch wenn er noch einige Gemeindewappen entwarf, die öffentlichen Aufträge nach und nach zurück. Ebenso schuf er weiterhin Illustrationen für gedruckte Publikationen, darunter Kalender, Mappenwerke, aber auch Schulbücher wie Aschendorffs „Rechenbuch für Volksschulen“ von 1948. Vor allem aber bediente er das weite Feld der westfälisch-münsterländischen Regionalika. Der von ihm für die Handwerkskammer Münster geschaffene „Meisterbrief“ erfreut sich bis heute größter Beliebtheit und hängt zu Hunderten an den Wänden vieler Meisterbetriebe.

Waldemar Mallek starb 1998.

Zum 100. Geburtstag im Jahre 2006 würdigte das Stadtmuseum Münster den vielseitigen Künstler mit einer Ausstellung, in der eine Auswahl von Skizzen, Zeichnungen und Aquarellen des münsterländischen Künstlers zu sehen war.

Über Waldemar Mallek:

 

 

Hermann Moog als Grafiker und Buchgestalter

 

Der am 29. Januar 1901 in Gelsenkirchen geborene Hermann Moog gilt gemeinhin als die bedeutendste Künstlerpersönlichkeit der Stadt Haltern am See im 20. Jahrhundert. Nach dem Schulbesuch folgte eine kaufmännische Ausbildung, die er 1918 abschloss. Noch während seiner Lehre entschied er sich für ein Abendstudium an der Essener Folkwanghochschule. Ab 1921 besuchte er auch Kurse an der Kunsthochschule in Düsseldorf, wo er sich erstmals mit dem Expressionismus als Stilrichtung auseinandersetzte.

In diesen Jahren schloss er sich mit einer Gruppe gleichgesinnter zusammen, die mit Hilfe ihrer künstlerischen Arbeit neue Wege der Selbstverwirklichung suchten. Gemeinsam unternahmen die jungen Männer und Frauen Wanderfahrten, die sie vor allem in den Weiten des Münsterlandes führten. Hier fanden sie ihre bevorzugten Motive. Als Mitglied im „Westfälischen Künstlerbund“ und im „Gelsenkirchener Künstlerbund“ konnte er in den Folgejahren an mehreren Ausstellungen teilnehmen auf denen auch Werke von Christian Rohlfs und Otto Modersohn gezeigt wurden. Seine frühen, von diesen Künstlern durchaus beeinflussten Werke fanden anlässlich einer Ausstellung des Kulturvereins für Kunst und Wissen in Gelsenkirchen im Jahre 1925 erstmals größere Beachtung. Dennoch wagte der immer noch im Hauptberuf als Angestellter arbeitende Hermann Moog nicht, sich als Berufskünstler niederzulassen.

Das änderte sich auch nicht, als er 1930 den Berliner Maler und Kunstpädagogen Johannes Walter-Kurau kennenlernte, und den er zunächst auf Studienfahrten nach Fehmarn (1931) und Immenstadt (1932) begleiten durfte. 1933 lud ihn Walter-Kurau zu einem mehrwöchigen Aufenthalt zu sich nach Berlin ein. Es war wohl diese Begegnung, die dazu führte, dass der junge Künstler nun seinem eigenständigen Malstil zur Vollendung entwickeln konnte und die ihm später seinen Weg als Kunstpädagoge wies.

1934 richtete er sich ein Zweitatelier in Haltern-Holtwick, am Rande der Hohen Mark ein, von wo aus er viele Wochenendfahrten mit Zeichenblock und Staffelei in die Weiten des Münsterlandes, des Emsland, der Lüneburger Heide und romantischen Weserberglandes unternahm.

Von 1941 bis 1945 diente er als Soldat in der deutschen Wehrmacht. Nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft 1945 stand er wie so viele andere auch vor den Trümmern seiner Existenz. Seine Gelsenkirchener Wohnung und seine gesamtes künstlerisches Werk waren zerstört. Nun erst entschloss er sich seine gesicherte Existenz als Angestellter aufzugeben und fortan als freier Künstler zu leben.

Zu seinem neuen Lebensmittelpunkt wählte er die Stadt Haltern am See, wo er nach 1946 damit begann sich selbst sein Wohnhaus und Atelier in Haltern-Lünzum zu errichten. 1950 nahm er seine überaus erfolgreiche Tätigkeit als Kunstpädagoge an der damals außergewöhnlich fortschrittlichen Volkshochschule „Die Insel“ in Marl auf. Er richtete die erste Kindermalschule der Bundesrepublik ein, für deren Gründung ihm Bundespräsident Theodor Heuss bei einem Besuch in Marl seine persönliche Anerkennung aussprach. 1951 folgten Berufungen als Kunsterzieher an die Halterner Berufsschule und das Halterner Gymnasium.

 

Durch diese Tätigkeit finanziell abgesichert konnte er sich nun endlich ganz seiner Kunst widmen. In dem folgenden Vierteljahrhundert schuf er neben einer Vielzahl von Gemälden, Sgraffitos, Mosaiken, Plastiken und Buntglasfenstern auch zum Teil großformatige Graphiken meist im Linolschnitt und betätigte sich, wenn auch am Rande, als Graphiker und Buchgestalter. So gestaltete er mehrere Werbeschriften für den Halterner Verkehrsverein und verschiedene Kleinschriften, wie die 1949 erschienen Broschüre: „Haltern am See“, und die „Wanderungen durch die Halterner Seen- und Waldlandschaft“, die in mehreren Auflagen in den 50er und 60er Jahren erschienen. Als ein bekanntestes Werk gilt die Umschlaggestaltung des 1958 erschienen Büchleins Halterner Schreckenstag, dass seinerzeit von der Halterner Zeitung herausgebracht wurde. Auch die einzige Illustration in diesem Werk stammt von ihm. Er gestaltete auch das Deckblatt der Halterner Heimatblätter, die in den 1950er Jahren erschienen.

Nach seinem Tod am 24. März 1974 unternahmen sowohl die Stadt Haltern am See, wie auch die Familie Moog mehrfach (erfolglos) Versuche, den künstlerischen Nachlass Hermann Moogs in einer wie auch immer gearteten musealen Einrichtung unterzubringen.

Die Stadt Haltern, aber auch die Familie organisierte und finanzierten mehrere große Ausstellungen aus dem Nachlass Hermann Moogs. Auch die Stadtbücherei widmete dem Künstler eine Ausstellung und eine Veröffentlichung. (Heimat und Umwelt: unterwegs mit Hermann Moog; Studienheft zur Ausstellung und zum Wettbewerb der Stadtbücherei Haltern und der Volkshochschule Dülmen - Haltern - Havixbeck 1986.- Haltern: 1986).

Trotz zahlreicher Veröffentlichungen und Kataloge über sein Schaffen steht bis heute eine Auseinandersetzung und Beschreibung des graphischen Werks von Hermann Moog bis heute aus.

 

Über Hermann Moog (Auswahl):

Hermann Moog bei Wikipedia

 

 

Andreas Raub und Haltern am See

Der auch als Kunstbuchbinder, Buchillustrator und Exlibris-Gestalter tätige bildende Künstler Andreas Raub wurde 1967 in Münster/Westfalen geboren. Durch seine Eltern (die Mutter Buchautorin und Literaturwissenschaftlerin von Rang, der als Bibliothekar wirkende Vater leitete bis zu zur Erreichung der Dienstaltersgrenze als Direktor die Erwerbungsabteilung der Universitätsbibliothek Münster) wurde er schon in Kinder- und Jugendjahren stark auf die schöngeistigen Dinge des Lebens geprägt. Doch im Gegensatz zu seinen Eltern beschritt der heranreifende junge Mann nicht den Weg, der ihn zu den Wissenschaften hätte führen können, sondern entschied sich nach einem langen inneren Suchprozess dafür, sein Leben stattdessen der bildenden Kunst zu widmen.

Trotzdem kann es eigentlich nicht verwundern, dass er diesen Weg dann doch über die Auseinandersetzung mit dem Buch fand. Nach seiner Lehre als Buchbinder wechselte er in die weit über Münsters Stadtgrenzen hinaus bekannten Buchbinderei und Restaurierungswerkstatt Depping in Münster. Es folgte von 1990 bis 1995 ein Studium an der Fachhochschule Münster. Für den die von dem kunstsinnigen Seniorchef Norbert Depping gegründete Edition Depping  (Madragora-Verlag) schuf Andreas Raub die ersten illustrierten Bücher, darunter Annette von Droste-Hülshoffs, „Wie eine Mücke nach dem Licht“ (1993) und den Sonnegesang des Echnaton (1995). 1994 erhielt der begabte Radierer das Stipendium der Aldegrewer-Gesellschaft für Druckgraphik.

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Kurz nach seinem Examen folgte seine erste Ausstel lung in der Stadtbücherei Haltern am See. Aus diesem Anlass stiftete er eine für ihn so typischen Druckgrafik als Baustein für die Restaurierung des Halterner Rathauses. (Auflage 60 ) Mit Charme und Witz vereint er auf diesem Blatt die für Halterns Anspruch auf Urbanität wichtigsten Pole, wobei das Rathaus als Ort für das politische Leben, der See für das sportlich-touristische, die Kirche für das geistliche und die Lettern und Setzkästen, die auf Stadtbücherei verweisen, für das geistige Wirken in der Stad t Haltern am See stehen.

Im gleichen Jahr entstand eine  von ihm gestaltete Broschur in der Reihe Ex Libris der Stadtbücherei Haltern am See mit dem Titel: „Vom Blatt zum Buch“.

 

 

 

 

 

 

Anlässlich des 100. Todestages von William Morris am 3. Oktober 1996, dem Begründer der modernen Buchkunstbewegung, folgte rasch eine zweite Graphik, sowie weitere kleinere Auftragsarbeiten, darunter in drei aufeinander folgenden Jahren sogenannte PF-Blätter (PF = Internationale Abkürzung für: um Glück zu wünschen "pour féliciter" bzw. "pro felicitate") für den damaligen Bürgermeister Erwin Kirschenbaum, die dieser jeweils zu Weihnachten/ Neujahr in einer begrenzten Auflage an ausgewählte Persönlichkeiten verschickte. (No 1, No 2) 1996 entstand eine weitere Grafik zu Halterns 500 jähriger Zugehörigkeit zur Hanse. Als Teilnehmer an der 1997 in Haltern stattgefundenen Tagung der Deutschen Exlibrisgesellschaft fand er den Zugang zu dieser Gruppe der Sammler und Auftraggeber von Kleingraphiken.

Als 1999 der noch junge Förderverein des Halterner Römermuseums auf der Suche nach einer Jahresgabe für seine Vereinsmitglieder war, entschied er sich, in jenem und den beiden nachfolgenden Jahren je eine Graphik von Andreas Raub (1999, 2000, 2001) herauszubringen, der 2003 (anlässlich des 10jährigen Bestehens des neuen Museums) und 2009 (anlässlich des „Varusjahres 2009“) zwei weitere folgten.

2004 schuf eine Graphik über den Halterner Künstler Eugen König, die auch als Buchumschlag für den Begleitkatalog zu der Ausstellung: Die Suche nach Eugen König - Fragmente: Ausstellung in der Stadtbücherei Haltern am See 21.11.2004 bis 29.01.2005“ Verwendung fand.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Andreas Raub, Federzeichnung (entstand während eines geselligen Abends in einem Pub)

 

 

 

 

 

 

 

2008 illustrierte er das im Ardey Verlag Münster erschienene Buch: „Van`t Höltken op´t Stöcksken“ des Halterner Autors Willi Husmann.

Außerhalb Halterns führte ihn sein künstlerischer Weg zunächst 1998 nach Lüdinghausen, wo er ein Atelier eröffnete, das er aber 2005 nach Dortmund verlegte. Heute lebt der Künstler in Münster.

Als Buchillustrator schuf er folgende Werke:

Web-Seite: Kunstraub

 

Gertrud Schrör

Die bildende Künstlerin und Buchillustratorin Gertrud Schrör kam am 14. August 1947 als Gertrud Flüthmann als Tochter eines Lehrerehepaares in Neuenkirchen/Steinfurt auf die Welt. Nach Abschluss der Volksschule machte sie eine Lehre zur Drogistin. 1971 heiratete sie den Lehrer Paul Schrör, mit dem sie 1973 nach Haltern - Uphusen zog, wo sie heute noch lebt. Hier holte sie  das Fachabitur nach und studierte von 1978 bis 1985 an der Fachhochschule Münster Graphik und Design mit dem Schwerpunkt  Zeichnung und Illustration. Sei 1986 ist Gertrud Schrör als freischaffende Illustratorin tätig.

Ihre erste Einzelausstellung zeigte sie im Januar 1985 in der Stadtbücherei Haltern am See. (Pressebericht)

In dieser Ausstellung waren unter anderem sehr einfühlsame Märchenillustrationen zu sehen, die den Lavesumer Lehrer, Lektor und Autor Herbert Ring dazu anregten, sie zu bitten, ein von ihm für den Laumann-Verlag Dülmen betreutes Buch, das später unter dem Titel: Der Liederzug: Spiel und Tanzlieder, herauskam, zu illustrieren. Mit dieser gelungenen Arbeit öffneten sich für Gertrud Schrör viele Türen im Verlagswesen. Inzwischen hat sie rund 35 illustrierte, meist Kinderbücher, für renommierte Verlage herausgebracht, darunter Herder, Loewe oder Ravensburger.

Als sich Herbert Ring im Zuge der anstehenden 700-Jahrfeier der Stadt Haltern auf Bitten der Stadtbücherei dazu bereit erklärte, aus diesem Anlass ein Buch mit Halterner Heimatliedern herauszugeben, bat er Gertrud Schrör, die dazu notwendigen Illustrationen beizusteuern. Gemeinsam schufen die beiden einen der schönsten Beiträge zum Jubiläumsjahr 1989.

 

Der Liederzug, inkl. MC

 

Der Liederzug: Neue Spiel-und Tanzlieder in leicht spielbaren Begleitsätzen und mit methodischen Anregungen für Lehrer und Erzieher

 

 

Über Gertrud Schrör:
 
  • Ring, Herbert: Meine erste Begenung mit Gertrud Schrör in: Halterner Jahrbuch 17. 2003 S. 125 ff.
  • Masthoff, Eva: Drei Starke Frauen [Mechthild Dasch, Uta Knipp, Gertrud Schrör] : in Vestischer Kalender 81 s. 223 ff

 

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Sarah Zagefka

Sarah Zagefka stammt aus Haltern. Sie lebt und arbeitet in München.

 

nebenstehend ihre Grafik: JP.7-6 (Siebdruck auf Papier handübermalt 43x33cm 2012)

 

Web-Seite: Sarah Zagefka

 

 

 

 

Bahnhofsbuchhandlung

 

Buchhandlung Theodor Cleve

1931: Rekumer Str. 4

 

Buchbinderei und Buchhandlung Kortenkamp

 

Am 10. September 1869 eröffnete der 1847 in Haltern geborene Buchbindermeister Alexander Kortenkamp eine Buchbinderei, in der er neben seinen handwerklichen Leistungen auch Bücher, Papier und Schreibwaren verkaufte. Er gründete auch den Verlag Alexander Kortenkamp, der u.a. Postkarten, Heiligenbildchen herausgab. 1881 wurde sein Sohn Gottfried geboren, der als gelernter Kaufmann und Buchbindermeister das Geschäft vom Vater übernehmen konnte. Spätestens nach dem 1. Weltkrieg hatten sich die Verlagseinbände aber bereits soweit durchgesetzt, dass der damalige Inhaber des Geschäfts gezwungen war, sich den neuen Verhältnissen im Buchgewerbes anzupassen. Im Juli 1934 gab er vermutlich deshalb seinen Status als Handwerksbetrieb auf und ließ er sich als Sortimentsbuchhändler in die Reichsschrifttumskammer aufnehmen.  

 

Nachdem Gottfried Kortenkamp bereits im Alter von 60 Jahren verstarb, übernahm seine Frau Änne die Führung des Geschäfts. Bei den großen Bombenangriffen kurz vor Kriegsende 1945 wurde das gesamte Wohn- und Geschäftsgebäude zerstört.  Gemeinsam mit ihren überlebenden Söhnen Alexander und Norbert baute Änne Kortenkamp das Gebäude bis 1951 wieder auf.

 

Nach ihrem Tode 1976 übernahm ihr 1929 geborener Sohn Norbert, der ebenfalls eine Ausbildung zum Buchbinder durchlaufen hatte, den Betrieb. Im gleichen Jahr gab Norbert Kortenkamp das Buch „Haltern und seine Umgebung – Erzählende Bilder der Vergangenheit und Gegenwart“ heraus. Die Texte stammten von Philipp Schaefer und Olf Backmann. 1984 erschien eine zweite Auflage. Für die Herausgabe des Buches lies er den von seinem Großvater gegründeten Verlag Alexander Kortenkamp noch einmal aufleben.

 

1958 heiratete Norbert Kortenkamp seine Frau Hanne. Aus der Ehe gingen zwei Töchter, Andrea und Anne, hervor, die heute die moderne Buchhandlung unter dem Namen „Wortspiele Kortenkamp“ in vierter Generation führen. Die Buchhandlung wurde im Laufe ihres Bestehens mehrfach umgebaut und erhielt als Betrieb eine Reihe von Auszeichnungen.  

 

 

Frühere Buchhandlungen und Buchbinder in Haltern i. Westf.

 

Bahnhofsbuchhandlung

- 1949

 

 

 

 

 

 

 

 

Buchbinderei und Buchhandlung Wilhelm Böhm

Am 25. April 1863 heiratet der aus Rheinberg stammende 26 Jahre alte Buchbinder Wilhelm Böhm die 22jährige Anna Schrief. Der Vater des Bräutigams war Musiklehrer in Rheinberg. Der Vater der Braut ist Tagelöhner. Vermutlich hat er sich nach seine Hochzeit als Buchbinder in Haltern niedergelassen. Vier Kinder lassen sich bis 1875 nachweisen.

 

Buchbinder Eugen Homann

1931: Weselerstr. 49a

Buch- und Schreibwarenhandlung Lydia Jorch

1931: Weseler Straße 56

Buchbinder Johann Mühlenbrock

1931: Sythen 193

Buch- und Schreibwarenhandlung Theodor Mühlenbrock

1931: Sythen 12

Buchbindermeister Franz Osemann, Buch- und Schreibwarenhandlung

1931: Lippspieker 1

1938: Die Buch- und Schreibwarenhandlung war von Friederike Höhnerhaus übernommen.

 

 

Buch- und Schreibwarenhandlung Franz Ostermann

1931: Recklinghäuserstr. 1

 

Buchbinderei Joseph Rülling

 

Joseph Rülling betrieb seine Buchbinderei um 1865.

 

 

Buchbinderei, Buchhandlung und Verlag Wirtz

Über die Buchbinder/Buchhändler und Verlegerfamilie  Wirtz ist wenig bekannt. Der Stammvater der Buchbinderfamilie August Christoph Wirtz wurde am 21. Juli 1849 in Haltern geboren. Nach einer Ausbildung zum Buchbinder heiratete er am 11. Februar 1873 die aus Münster stammende Angela Maria Richter. Zu diesem Zeitpunkt eröffnete er wahrscheinlich auch seine Buchbinderei und Buchhandlung. Das Ehepaar hatte mehrere Kinder. Wann das Geschäft von dem ältesten Sohn, dem am 1. März 1873  geborenen Heinrich Anton August Wirtz, der ebenfalls eine Ausbildung zum Buchbinder durchlief, übernommen wurde ist unbekannt. Sicher ist nur, dass er den Betrieb des Vaters ausbaute. Von Anfang an handelte die Firma Wirtz wohl auch mit Devotionalien.

Um 1900 tauchen erste  kleine Drucksachen der Firma mit dem Herausgebervermerk „Verlag H. Wirtz“ auf. Bisher nachweisbar sind lediglich kleine Gebetbücher und Heiligenbildchen. In einem Adressbuch von 1931 wird die Firma Wirtz noch aufgeführt. (Haltern Markt 6). Nach dem Zweiten Weltkrieg lassen sich keine Drucksachen des Verlages mehr nachweisen.

Auswahl aus den Druckerzeugnissen:

 

 

 

 

 

 

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Elke Rüdiger

ist Redakteurin bei der Halterner Zeitung. Sie lebt und arbeitet in Haltern am See. Zusammen mit ihrer Kollegin Elisabet Schrief gab sie im Jahre 2004 nachfolgendes Buch heraus:
  • Hurra, wir leben noch! Haltern nach 1945, Elke Rüdiger u. Elisabeth Schrief, Gudensberg-Gleichen, Wartberg Verlag 2004.

 

Elisabeth Schrief

Die Autorin lebt und arbeitet in Haltern am See.

Veröffentlichungen:

  • Hurra, wir leben noch! Haltern nach 1945, Gudensberg-Gleichen, Wartberg Verlag 2004

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Joseph Niesert (* 1766 - † 1841)

Joseph Niesert wurde am 27. November 1766 in Münster als ältestes Kind des Kupferschmiedes Bernhard Joseph Niesert geboren. Mit 24 Jahren wurde er, nachdem er seine Examina mit Auszeichnung bestanden hatte, am 20. September 1790 zum Priester geweiht. Nach seinem Priesterexamen im Jahre 1790 trat er eine Stelle als Kaplan in Drensteinfurt an, wo er mit Erfolg eine Sonntagsschule gründete. Diese Einrichtung verschaffte ihm große Anerkennung als Pädagoge, und als 1795 der Freiherr Paul Joseph von Landsberg-Velen einen Hofmeister und Erzieher für seinen 7-jährigen Sohn suchte, fiel seine Wahl auf Joseph Niesert. Am 19. Januar 1796 unterzeichnete dieser seinen Arbeitsvertrag und siedelte nach Velen über .

Hier konnte er neben seinen beruflichen Aufgaben auch sein Interesse an historischen Fragestellungen ausleben und er begann Bücher und Urkunden zu sammeln.

Welch ein fanatischer Sammler Joseph Niesert gewesen war, kam erst nach seinem Tode ans Tageslicht. Einen Monat vor seinem Tode, am 20. Mai 1841, hatte Joseph Niesert sein Testament auf gesetzt. Von seinem literarischen Kunstnachlass sollte ein vollständiger und instruktiver Katalog gedruckt und an Antiquariate in Rheinland, Westfalen, in Sachsen, Hamburg und Bremen versandt werden. Alles sollte durch einen vereidigten Auktionator versteigert werden. Weiter war im Testament eine Armenstiftung von 3000 Talern festgesetzt, die auch weiblichen Personen, die „durch Verführung unglücklich geworden“, zugute kommen sollte.

Als Testamentsexekutoren bestimmte Niesert Vikar Brüggemann aus Werne und den Sekretär der Landsbergschen Verwaltung, Geißler. Knapp ein Vierteljahr später, am 14. Juni 1841, ereilte ihn im Alter von fast fünfundsiebzig Jahren nach kurzer Krankheit der Tod infolge eines „Schlagflusses“.

Die Nachlassverwalter beauftragten den Rektor der Borkener Rektoratschule, Joseph Starking, mit der Erstellung des Kataloges Für diese Aufgabe benötigte dieser fast ein Jahr.

Joseph Niesert hinterließ laut Katalog:

Abbildung des Titelblatts des siebten Bandes, Coesfeld 1937

Mit dieser ungeheuren Bibliothek und seinen Sammlungen konnte Niesert bei seinen wissenschaftlichen Arbeiten natürlich aus dem Vollen schöpfen. Er veröffentlichte während seines Lebens eine große Anzahl von Aufsätzen und schrieb über dreißig Bücher. Es verwundert nicht, dass der Büchersammler sich auch mit der Geschichte des Buchdrucks beschäftigte. Aus seiner Münzsammlung entstanden seine " Beiträge zur Münzkunde des ehemaligen Hochstifts Münster von der ältesten Zeit bis zur Verweltlichung desselben", Coesfeld 1838. Auf den ersten Seiten des Buches listet er alle die Bücher zur Münzkunde auf, die sich zum Zeitpunkt der Drucklegung in seinen Besitz befanden. Zu seinen bekanntesten Veröffentlichungen gehören die „ Beiträge zu einem münsterischen Urkundenbuch".

Von seiner Büchersammlung stehen heute etwa 50 Inkunabeln in der Bodleian Library in Oxford, in der British Library London und der Royal Library Albert I Brüssel, weitere befinden sich in der Universitätsbibliothek Münster (28 aus der "Bibliotheca Paulina" und weitere aus der Collectio Erhard).

 

Niesert und Haltern

Sein historisches Interesse am Bestand des damaligen Stadtarchivs Haltern und seine Sammelleidenschaft für "Alterthümern" führten Niesert wiederholt nach Haltern. In der Regel wohnte er dann bei seiner jüngeren Schwester Gertrud, die in Haltern verheiratet war. Mit dem damaligen Halterner Pfarrer Büttner war er seit dem Studium bekannt.

Aus seinen Studien zur westfälischen Kirchengeschichte war ihm bekannt, dass unweit Haltern (heute im Stadtgebiet der Stadt Haltern am See) im 13. Jahrhundert ein Zisterzienser Nonnenkloster bestand, dem Niesert im Jahre 1830 eine eigene Arbeit widmete ("Über die Gründung des Cistercienser Nonnenklosters Marienborn und Verlegung desselben nach Coesfeld - Eine Historische Untersuchung mit Urkunden", Coesfeld 1830 - eine Kopie befindet sich in der Stadtbücherei Haltern am See). Über die Funde römischer "Altertümer" war er nicht nur informiert, sondern besaß auch etliche Fundstücke vom Annaberg. 1836 veröffentlichte Niesert im Westfälischen Merkur (Münster) eine Artikelserie, die von heutigen Archäologen als "erster Fundbericht zu römischen Funden in Haltern" gewertet wird.

Eine Halterner Chronik aus dem Jahre 1840 resümiert Nieserts Forschungen wie folgt: "In neuerer Zeit hat man die Behauptung gemacht, daß auf dem Annaberge ein römisches Lager gestanden habe. Diese Behauptung ist in der Tat nicht grundlos, sondern hat vieles für sich. Die Römer legten an der Lippe befestigte Plätze an. Der Annaberg ist ein von der Natur dazu gemachter Platz, denn er ist der einzige Höhepunkt nahe an der Lippe. Ehe dort Steine zu den Chausseen gebrochen wurden, fanden daselbst Schäfer Kupfer-, Gold- und Silbermünzen. [.....] Alles dieses begründet die Behauptung, daß auf dem Annaberge ein römisches Lager (castra stativa) gewesen sei. [...] Das Meiste der gefundenen Gegenstände ist verschleppt und vernichtet, und nur einiges durch die Bemühungen des Pfarrers Niesert zu Velen [...] gerettet und erhalten worden."

 

Digitaisierte Bücher von Joseph Niesert (Google Books):

 

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1949

 

 

Die Anfänge der Leihbücherei Theo Hüwe, die auch Illustrierten im „Lesezirkel“ im Angebot hatte, waren in den 50er Jahren in der Mühlenstraße gegenüber dem „Schwarzen Adler“. Er betrieb die Leihbücherei zusammen mit Karl (?) Balke, der in den 80er Jahren einen Zeitschriften- und Lottoladen am Graf-von-Galen-Park hatte.

 

 

 

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Uthe Seidlitz

Leihbücherei - Solinger Stahlwaren

Haltern i. Westf. - Merschstraße 6

 

Uthe Seidlitz betrieb ihr Geschäft bereits vor 1945 in einem Ladenlokal am Markt (im gleichen Gebäude wie Radio-Elektro Philipps).

Das Gebäude wurde zu Ende des 2. Weltkriegs schwer beschädigt und Uthe Seidlitz verlegte ihr Geschäft in die Merschstraße 6. Bemerkenswert ist die Kombination aus Leihbücherei und Geschäft für Scheren, Messer, Gabeln.... Sie betrieb ihren Laden in der Merschstraße bis Anfang der 1960er Jahre.

 

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Karl Wegener betrieb seine Leihbücherei in den 1950er Jahren. Zu seinem Sortiment gehörten auch Tabakwaren und Zeitschriften.

Das Gebäude ist im Rahmen der Umgestaltung der Kreuzung/des Kreisverkehrs (Nordwall) abgerissen worden.

Die über die Leibücherei Karl Wegener ausleihbaren Bücher wurden speziel für Leibüchereien geschrieben und hergestellt. Diese Art der Literatur erfreute sich vor allem in den 50er und frühen 60er Jahren des 20. Jh. großer Beliebtheit. Interessant sind die Eintragungen der Lesernummern auf dem hinteren Buchumschlagdeckel. Demnach wurde das Buch 21 mal verliehen. Der Leserstamm muss den Nummern nach fast 500 Personen umfasst haben.

 

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